Nylon; Nylon-6; Orgasol; Polyamid

Nylon ist eine 100%ige Synthesefaser die 1939 von Du Pont erstmals auf den Markt gebracht wurde. Nylon ist als Gattungsbezeichnung für lineare, aliphatische Polyamide übernommen worden. So bezeichnen Nylon 4, Nylon 11 usw. chemisch korrekt Polyamid/Polyamidfasern PA4, PA11.

Das ursprüngliche Nylon ist chemisch ein PA66, d. h. ein Polykondensationsprodukt von Hexan-1,6-diamin und Adipinsäure.

In der Kosmetik sind die Nylon-Typen 6, 11, 12 und 66 sowie Nylon Copolymere 12, 6, 66 bekannt. Diese Nylon Typen haben insbesondere quellende Eigenschaften, d. h. verringert die Schüttdichte von kosmetischen Mitteln, trübende Eigenschaften, d. h. verringert die Transparenz und die Lichtdurchlässigkeit von kosmetischen Mitteln und viskostätsregulierende Eigenschaften, d. h. erhöht oder verringert die Viskosität kosmetischer Mittel.

Nylon-Typen sind als ultra feine Pulver erhältlich, mit zum Teil geringen Partikelgrössen. Der Einsatz ist in Foundations, Lippenstiften, Mascara, Lidschatten und Nagellacken bekannt ebenso wie in Gelcreme, Hautbefeuchtungsmitteln, Lotionen, Lichtschutzzubereitungen oder After-Shave Formulierungen. Diese Typen erlauben auch einen Soft-Fokus-Effekt, der kleine Fältchen sofort sichtbar auffüllt und sie praktisch „verschwinden“ läßt.

Die Nylon-6 Typen sind lipophil und ermöglichen ein seidiges Hautgefühl, der sie enthaltenen Zubereitungen. Die Nylon-12 Typen sind weniger lipophil und verleihen ein trockenes Hautgefühl.

Einer unserer Lieblingstypen ist das Orgasol Typ 4000 EXD, es ist speziell für wässrige Formulierungen entwickelt worden. Es umfasst feines Polyamid-Copolymer (6-12) Pulver mit einer durchschnittlichen Partikelgrösse von 10 μm. Orgasol 4000 EXD weist eine gegenüber den anderen Orgasol-Typen höhere Absorptionskapazität sowohl für Wasser als auch für Öl auf. Es ermöglicht somit die bessere Verteilbarkeit der kosmetischen Zubereitungen und verleiht der Zubereitung eine gewisse Reichhaltigkeit auch bei geringer Ölphase.

Mittlerweile zählen die Nylon-Typen jedoch zum Mikroplastik, weil diese Kunststoffe sich nur langsam in der Umwelt abbauen. Diese Stoffklasse wird mehr und mehr durch partikuläre Stärken oder Zellulose-Typen abgelöst.