Echinacea purpurea

 

Botanik

Die Gattung Echinacea MOENCH gehört zur Familie Asteraceae. McGregor fand für die Gattung Echinacea neun Arten mit zwei Unterarten, wovon jedoch nur Echinacea angustifolia, E. purpurea und E. pallida in der Kosmetik und Medizin Anwendung finden. Der Sonnenhut, wie Echinacea auch volkstümlich genannt wird, hat seinen Namen vom griechischen „echinas“, was Seeigel bedeutet. Es bezieht sich auf seine auffälligen, stacheligen Spreublätter. Sie stehen einzeln nach oben und überragen die Blütenblätter. Weitere Namen für den Sonnenhut sind Igelkopf, kleine Sonnenblume oder auch Rudbeckia. Der Ursprung des Sonnenhuts ist in Nordamerika. In Europa wird der Sonnenhut als Kulturpflanze u. a. in der Schweiz, Niederlande, Italien, Spanien und Deutschland angebaut. Alleine in Bayern wird eine Fläche von ca. 140 ha für den Anbau von Sonnenhut genutzt.

Echinacea purpurea (L.) MOENCH ist eine widerstandsfähige bis 180 cm hohe Pflanze mit einem aufrechten Stängel und eiförmig zugespitzten Grundblättern. Die Korbblüterart hat eine tiefgehende Wurzel, so dass sie jedes Jahr wieder sprießt. Die purpurfarbenen Blütenköpfchen werden 1,5 bis 3 cm lang und 5 bis 10 mm breit. Es werden sowohl die oberirdischen Pflanzenteile als auch die Wurzeln zur Gewinnung der Wirkstoffe bzw. des Sonnenhutextraktes verwendet.

Die Kulturdauer beträgt bis zu 4 Jahre. Die Ernte des blühenden Krautes erfolgt bereits ab dem ersten Jahr und beginnt im Oktober bzw. ab dem zweiten Jahr schon im August.

 

Diese Inhaltsstoffe machen Echinacea purpurea so wertvoll

Zu den bisher nachgewiesenen Wirkstoffen aus den oberirdischen Pflanzenteilen von Echinacea purpurea zählen Polyacetylene, Kaffeesäurederivate, Flavonoide, Alkylamide, Alkaloide, Ascorbinsäure (Vitamin C) und Polysaccharide.

Die oberirdischen Teile von E. purpurea enthalten eine Vielzahl von Kaffeesäurederivaten und die mengenmäßig am stärksten vertretenen Substanzen sind: Cichoriensäure (2,3-O-Di-caffeoyl-weinsäure), Cichoriensäuremethylester, 2-O-Caffeoyl-3-O-feruloyl-weinsäure, 2,3-O-Diferuloylweinsäure sowie Caftarsäure (2-O-Caffeoyl-weinsäure). Die Cichoriensäure weistden größten Gehalt auf, wobei mehr als 2 % möglich sind. Der Gehalt an Cichoriensäure in Echinacea purpurea nimmt von E. purpurea > E. pallida >> E. angustifolia mengenmäßig ab. Innerhalb der Pflanzenteile ist eine Abnahme der Gehalte von Blüten > Blätter > Stängel zu finden.

Rutin ist als einziges Flavonoid sicher nachgewiesen worden.

Sonnenhut enthält in den Blüten und Blättern jeweils bis zu 0,6 % ätherische Öle, die sich im Wesentlichen aus Borneol, a-Pinen, b-Farnesen, Myrcen und Limonen zusammensetzen.

Alkylamide sind eine im Pflanzenreich seltene auftretende Naturstoffklasse. Als einen Hauptinhaltsstoff lipophiler Krautextrakte von E. purpurea konnte Dodeca-(2E,4E,8Z,10E)-tetraen-säure-(1)-isobutylamid nachgewiesen werden. Weiterhin konnten die N-Isobutylamide der Undeca-(2E,4Z)-dien-8,10-diin-säure, der Dodeca-(2E,4Z)-dien-8,10-diin-säure, der Dodeca-(2E,4E,10E)-trien-8-in-säure und der Dodeca-(2E,4E,8Z)-triensäure nachgewiesen werden. Wie bei den Kaffeesäurederivaten war die Konzentration an Alkylamiden in den Blüten am höchsten.

Auch konnte im Sonnenhutextrakt Tussilagin und Isotussilagin nachgewiesen werden. Auf die getrocknete Droge bezogen wurde ein Tussilagin-Gehalt von 0,006 % ermittelt.

Im Kraut von E. purpurea konnten zwei Polysaccharide isoliert werden, das Xylan und das Arabinorhamnogalaktan.

 

Kosmetische und medizinische Wirkungen und Anwendungen

Sonnenhutextrakt findet aufgrund seiner entzündungshemmenden, wundheilenden und antiirritativen Eigenschaften medizinische und kosmetische Anwendung. Die Wirksamkeit rührt vornehmlich von den Kaffeesäurederivaten, Alkylamiden und Polysacchariden her.

Die im Sonnenhutextrakt enthaltene Cichoriensäure, ist für Kosmetika hochinteressant, besitzt sie doch bei topischer Applikation eine sehr gute Hemmwirkung auf die Hyaluronidase. Das Enzym steuert den Polymerisationsgrad von Hyaluronsäure und indirekt auch die Anhaftung und die Ausbreitungsmöglichkeit von Infektionserregern im Gewebe. Die Hemmung der Hyaluronidase steht also in direkter Verbindung mit einer schnelleren Regeneration von Hautzellen bei Wunden und Hautkrankheiten. Eine weitere Eigenschaft der Cichoriensäure ist, dass sie auch als Radikalfänger wirkt. Cichoriensäure bzw. wirkstoffhaltiger Sonnenhutextrakt kann bei topischer Applikation als Radikalfänger dienen und reaktive Sauerstoffspezies neutralisieren.

Eine weitere Wirkung der Sonnenhutextrakte beruht auf den Alkylamiden. Sie sind Hemmstoffe der Cyclooxygenase und 5-Lipoxygenase und wirken entzündungshemmend. Die identifizierten Polysaccharide haben immunstimulierende Wirkungen und runden das Wirkungsspektrum des Sonnenhutextrakt ab.

 

Verträglichkeit von Sonnenhutextrakt

Das Forschungsteam um Mengs untersuchte den Presssaft aus Echinacea purpurea und konnte eine exzellente Verträglichkeit feststellen. Auch Mutagenitäts und Kanzerogenitätsprüfungen verliefen negativ. Auch Tussilagin und Isotussilagin zeigen, im Gegensatz zu vielen anderen Pyrrolizidin-Alkaloiden, keine toxischen Wirkung.

Güte von Echinacea purpurea

Cichoriensäure zählt zu den Hauptinhaltsstoffen und ist neben den Alkylamiden und Polysacchariden für die medizinische und kosmetische Wirkung verantwortlich. Cichoriensäure ist einfach bestimmbar und sollte als Marker für die Güte des Sonnenhutextraktes genutzt werden.

Produkte

Sonnenhutextrakt SymFinity 1298 von Symrise; Standardisiert: 3% Cichoriensäure

 

Quellen:

Dissertation von Markus Frauen
Wagner, H., Proksch, A., Riess-Maurer, I., Vollmar, A., Odenthal, S., Stuppner, H., Jurcic, K., Le Turdu, M., Fang, J. V. (1985) Immunstimulierend wirkende Polysaccharide (Heteroglykane) aus höheren Pflanzen. Arzneim.-Forsch./Drug Res. 35: 1069-1075
McGregor, R. L. (1968) The taxonomie of the genus Echinacea (Compositae). The University of Kansas Science Bulletin 48: 113-142
Bauer, R., Remiger, P., Wagner, H. (1988) Echinacea – Vergleichende DC und HPLC-Analyse der Herba-Drogen von Echinacea purpurea, E. palladia und E. angustifolia. Dtsch. Apoth. Ztg. 128: 174-180
Bauer, R. (1997) Echinacea – Pharmazeutische Qualität und therapeutischer Wert. Z. Phytother. 18: 207-214
Bauer, R. (1996) Echinacea-Drogen – Wirkungen und Wirksubstanzen. ärztl. Fortb. 90: 111-115
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Bauer, R., Wagner, H. (1990) Eichinacea – Handbuch für Ärzte, Apotheker und andere Naturwissenschaftler. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart
Bauer, R., Khan, I., Wagner, H. (1986) Echinacea-Drogen – Standardisierung mittels HPLC und DC. Dtsch. Apoth. Ztg 126: 1065-1070
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Malonga-Makosi, J.-P. (1983) Untersuchung der Flavonoide von Echinacea angustifolia DC. Und Echinacea purpurea MOENCH. Dissertation, Heidelberg
Röder, E., Wiedenfeld, H., Hille, T., Britz-Kirstgen, R. (1984) Pyrrolizidine in Echinacea angustifolia DC. und Echinacea purpure M. – Isolierung und Analytik. Dtsch. Apoth. Ztg. 124: 2316-2318
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Maffai Facino, R., Carini, M., Aldini, C., Saibene, L., Pietta, P., Mauri, P. (1995) Echincoside and caffeoyl conjugates protect collagen from free radical induced degradation: a potential use of Echinacea extracts in the prevention of skin photodamage. Planta Med. 61: 510-514
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