vegane Spicules
„Liquid Microneedling“ ohne Gerät, ohne Nadel, direkt in der Creme: Spicules sind einer der prägendsten K-Beauty-Trends. Neben den klassischen Schwammnadeln aus dem Süßwasserschwamm etablieren sich nun vegane Spicules auf mineralischer Basis – mit einem klar anderen Profil bei Reiz, Penetration und Nachhaltigkeit.
Was sind Spicules?
Spicules sind mikroskopisch kleine, nadelartige Strukturen, die beim Einmassieren in die oberste Hautschicht eindringen. Sie erzeugen feinste Mikrokanäle, wirken exfolierend und verbessern so die Aufnahme der begleitenden Wirkstoffe – ein rein physikalischer Effekt, der oft als „Liquid Microneedling“ beschrieben wird. Traditionell stammen sie aus dem Süßwasserschwamm (Spongilla).
Der Unterschied: mineralische, vegane Spicules
Die neue Generation nutzt statt tierischer Schwammnadeln eine mineralische Struktur mit der INCI-Bezeichnung Calcium Sodium Borosilicate. Statt einer scharfen Nadelform besitzen diese Partikel eine kürzere Mikro-Stab-Geometrie („Micro-Rod“). Das verändert das Zusammenspiel aus Wirkung und Verträglichkeit deutlich.
| Merkmal | Schwammspikulen (tierischen Ursprungs) | Vegane Spikulen (mineralisch) |
|---|---|---|
| Herkunft | Süßwasserschwamm /Meeresschwamm | Calcium-Natrium-Borosilikat |
| Form | Scharfe Nadel | Abgerundeter Mikrostab |
| Eindringtiefe | Bis in die Dermis | Vorwiegend die obere Hautschicht (Stratum corneum) |
| Reizpotenzial | Höher | Geringer |
| Vegan | Nein | Ja |
Wirkprofil und typische Effekte
- Sanftes physikalisches Peeling und Verfeinerung der Hauttextur
- Verbesserte Aufnahme begleitender Wirkstoffe („Booster-Effekt“)
- Sichtbare Sofort-Wirkung durch das charakteristische Prickeln
- Vegane, nicht tierische Herkunft – geringeres Reizrisiko
Die mineralische Variante eignet sich damit auch für Konzepte, die auf ein niedrigeres Irritationsprofil und eine tägliche Anwendbarkeit setzen.
Formulierung: worauf es ankommt
Übliche Einsatzkonzentrationen liegen je nach Konzept im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Wichtig sind eine geeignete Trägertextur (Creme, Balm, Maske), die homogene Verteilung der Partikel sowie eine klare Anwendungsempfehlung, da die sensorische Wirkung stark vom Auftrag abhängt. Als Kombinationspartner bieten sich Wirkstoffe an, deren Penetration gezielt unterstützt werden soll – etwa Peptidkomplexe, PDRN oder feuchtigkeitsspendende Systeme.
Regulatorische Einordnung
Als physikalisch wirkende Partikel sind vegane Spicules kosmetisch einsetzbar; Calcium Sodium Borosilicate ist ein etablierter mineralischer Rohstoff. Wie immer erfordert jedes Fertigprodukt eine eigene Sicherheitsbewertung (CPSR) und ein Product Information File (PIF). Wirkaussagen bleiben im kosmetischen Rahmen (Textur, Glätte, Frische); medizinische Claims sind nicht zulässig.
Häufige Fragen zu veganen Spicules
Sind vegane Spicules dasselbe wie Microneedling?
Nein. Sie erzeugen einen ähnlichen physikalischen Effekt in der obersten Hautschicht, ersetzen aber kein apparatives Microneedling. Man spricht daher von „Liquid Microneedling“.
Warum gelten mineralische Spicules als hautfreundlicher?
Durch die abgerundete Mikro-Stab-Form und die geringere Eindringtiefe (obere Hautschicht statt Dermis) fällt das Reizpotenzial im Vergleich zur scharfen Schwammnadel niedriger aus.
Welche INCI hat der Wirkstoff?
Die vegane, mineralische Spicule wird als Calcium Sodium Borosilicate deklariert.
Mit welchen Wirkstoffen lassen sie sich kombinieren?
Ideal sind Aktivstoffe, deren Aufnahme unterstützt werden soll – zum Beispiel Peptide, PDRN oder Feuchtigkeitswirkstoffe. Die Rezeptur wird produktbezogen abgestimmt.
Ihr „Liquid Microneedling“-Produkt entwickeln
Sie möchten ein Spicule-Konzept auf veganer Basis umsetzen? Cosmacon entwickelt Ihre individuelle Rezeptur mit mineralischen Spicules und passenden Booster-Wirkstoffen – von der Textur bis zur regulatorischen Absicherung.
Schneller Markteintritt gewünscht? Tojo Cosmetics bietet EU-konforme White-Label-Produkte mit modernen Spicule- und Wirkstoffsystemen.