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Rohstoffpreise in der Kosmetikentwicklung: Warum sie über Ihren Stückpreis entscheiden

Rohstoffpreise, fortwährende Neuanfrage, kurze Angebotsgültigkeit

Rohstoffpreise in der Kosmetik-hier eine Darstellung, welcher Wahnsinn hier herrscht und warum es die Kosten für unsere Kunden treibt.

Wenn wir bei Cosmacon eine Rezeptur erfolgreich entwickelt und vom Kunden freigegeben haben, lautet die entscheidende Frage:

„Was kostet das Produkt pro Stück?“

Und genau hier beginnen die Herausforderungen rund um die Rohstoffpreise.

Vom Labor in die Kalkulation – warum Rohstoffpreise der Schlüssel sind

Sobald eine Formulierung feststeht, kalkulieren wir in der Regel Staffelpreise, beispielsweise:

  • 1.000 Stück
  • 5.000 Stück
  • 10.000 Stück
  • 20.000 Stück
  • 50.000 Stück.

Der Stückpreis hängt dabei maßgeblich von den aktuellen Wirkstoffpreisen ab. Und genau hier wird es komplex: Viele Rohstofflieferanten haben nur sehr kurze Gültigkeitszeiträume für ihre Preise – manchmal 30 Tage, manchmal sogar noch kürzer. Das bedeutet:

Für jede Kalkulation müssen wir neue Rohstoffpreise anfordern.

Und das für jede relevante Gebindegröße.

Das Gebindegrößen-Dilemma

In der Praxis bieten viele Lieferanten nur eine Gebindegröße an, zum Beispiel:

  • 25 kg
  • 200 kg
  • 1.000 kg.

Für eine saubere Kalkulation benötigen wir jedoch transparente Rohstoffpreise, idealerweise von 1 kg bis 1.000 kg, die zu realistischen Produktionsmengen passen.

Was passiert stattdessen?

Manche schicken nur einen Preis für 25 kg.

– Manche wollen erst den Jahresbedarf wissen.

– Manche antworten tagelang gar nicht.

Bei manchen müssen wir ein bis zwei Mal pro Woche nachfassen.

Das ist in einem hochgetakteten Projektumfeld ehrlich gesagt schwer nachvollziehbar. Rohstofflieferanten bieten ihre Produkte aktiv an, aber belastbare Rohstoffpreise sind oft nicht sofort systemseitig verfügbar?

Zeit ist Geld – und Rohstoffpreise sind Prozesskosten

Jede neue Preisabfrage bedeutet:

  • E-Mail-Verkehr
  • Nachfassen
  • Klärung von Lieferzeiten
  • Abgleich mit Gebindegrößen
  • Neue Einpflege der Rohstoffpreise in unser ERP-System.

Wenn Rohstoffpreise nur kurze Gültigkeiten haben, entsteht bei uns erhebliche Mehrarbeit.

Denn jede Änderung muss erneut ins System eingepflegt werden, inklusive neuer Kalkulationen für jede Staffel.

Diese versteckten Prozesskosten werden selten wahrgenommen, existieren aber.

Unterschiedliche Preise für denselben Rohstoff?

Ein weiterer spannender Punkt ist, dass wir immer wieder bessere Rohstoffpreise als unsere Lohnhersteller bzw. Kunden erhalten.

Das wirft Fragen auf:

  • Müssen Lohnhersteller jedes Mal neu kalkulieren?
  • Gibt es unterschiedliche Margenmodelle?
  • Fehlt eine transparente Preisstruktur?

Für eine effiziente Wertschöpfungskette wäre ein klarer, einheitlicher Ansatz bei den Rohstoffpreisen wünschenswert.

Wie ein idealer Prozess aussehen sollte?

Aus unserer Sicht wäre folgendes Modell sinnvoll:

– Rohstoffpreise innerhalb von 24 Stunden für alle verfügbaren Gebindegrößen,

– klare Staffelpreise von 1–1.000 kg,

– ein Preis, der bis zu einem neuen Angebot gültig bleibt,

– automatische Mitteilung bei Preisänderungen,

– Angabe von Lieferzeiten und aktueller Lagerverfügbarkeit,

– einheitliche Rohstoffpreise ohne individuelle Verhandlung je Kunde.

Warum sollte der Kunde jedes Mal neu anfragen müssen?

In anderen Branchen sind digitale Preislisten und automatische Updates längst Standard. Gerade im Bereich Kosmetik, wo Time-to-Market entscheidend ist, sollten Rohstoffpreise nicht zum Engpass werden.

Rohstoffpreise sind strategische Wettbewerbsfaktoren.

Schnelle, transparente und stabile Rohstoffpreise ermöglichen:

  • Schnellere Stückpreis-Kalkulation
  • Kürzere Entscheidungswege beim Kunden
  • Planbare Margen
  • verlässliche Angebotserstellung.
  • Effiziente Skalierung von 1.000 auf xyz.000 Stück.

Am Ende sind Rohstoffpreise nicht nur Zahlen, sondern ein strategischer Hebel für die Innovationsgeschwindigkeit.

Nachbestellungen – und der Wahnsinn mit den Rohstoffpreisen beginnt von vorn.

Besonders absurd wird es, wenn unser Kunde nach vier Monaten erfolgreich nachbestellt. Das müsste eigentlich ein Grund zur Freude sein: Das Produkt funktioniert, der Markt nimmt es an, die Mengen steigen.

Stattdessen beginnt der gesamte Prozess rund um die Rohstoffpreise jedoch erneut.

Weil viele Angebote nur eine kurze Gültigkeitsdauer haben, müssen wir – oder unser Lohnhersteller – wieder sämtliche Rohstoffpreise neu anfragen.

Jede Position. Jeder Lieferant. Jede Gebindegröße. 

Und das, obwohl exakt dieselbe Rezeptur produziert werden soll.

Dadurch können sich die Rohstoffpreise verändert haben, oft nach oben. Für unseren Kunden bedeutet das plötzlich höhere Stückpreise. Und dann stehen wir da und sollen erklären, warum ein identisches Produkt wenige Monate später teurer wird.

Wie soll man das plausibel vermitteln?

Freut sich denn niemand mehr über Nachbestellungen?

Noch schwieriger wird es, wenn Preiserhöhungen kaum begründet werden können. Steigende Energiepreise? Rohstoffknappheit? Wechselkurse? Ja, das kann es geben. Aber warum wird nicht gleichzeitig versucht, durch Prozessoptimierung, bessere Planung oder effizientere Strukturen stabile Rohstoffpreise zu erreichen?

Wenn ein Rohstoffhersteller seine Preise täglich ändert und sie kaum kalkulierbar macht, dann ist das kein partnerschaftliches Modell mehr.

Partnerschaft bedeutet Planbarkeit. Stabilität. Transparenz.

Gerade in einer Branche, in der Marken Vertrauen aufbauen müssen, sollten Rohstoffpreise keine Unsicherheit darstellen, sondern eine verlässliche Grundlage für langfristiges Wachstum bieten.

Fazit Rohstoffpreise

Die Kalkulation eines kosmetischen Stückpreises ist keine Excel-Spielerei, sondern ein komplexer Prozess, der stark von den aktuellen Rohstoffpreisen abhängt.

Je transparenter, schneller und stabiler diese verfügbar sind, desto effizienter funktioniert die gesamte Wertschöpfungskette – vom Rohstofflieferanten über die Entwicklung bis zum fertigen Produkt im Regal.

Vielleicht ist es an der Zeit, Rohstoffpreise im digitalen Zeitalter neu zu denken.

Fragen Sie uns gerne an, wenn wir Ihnen im Preisdschungel der Kosmetikrohstoffe helfen dürfen.

Oder schauen Sie bei unseren Partner Cosactive GmbH vorbei – so geht agiert ein innovativer und smarter Rohstofflieferant!