Glycerol in der Kosmetik: Wirkung, Studienlage, Hautphysiologie und industrielle Gewinnung
Was ist Glycerol?
Glycerol (INCI: Glycerin) ist ein dreiwertiger Alkohol (Propan-1,2,3-triol) mit der Summenformel C₃H₈O₃. Es zählt zu den am besten untersuchten und am häufigsten eingesetzten Feuchthaltemitteln in der Kosmetik.
Physikochemische Daten:
– INCI: Glycerin
– Chemischer Name: Propan-1,2,3-triol
– CAS: 56-81-5
– Molare Masse: 92,09 g/mol
– Erscheinungsform: klare, viskose Flüssigkeit
– Vollständig wasserlöslich
– Hygroskopisch (stark wasserbindend)
– Siedepunkt: ca. 290 °C
Die drei Hydroxylgruppen ermöglichen eine ausgeprägte Wasserbindung und erklären die hohe Effizienz als Feuchtigkeitspflege.
Wo kommt Glycerin natürlicherweise im Körper vor?
Glycerin ist ein physiologischer Bestandteil des menschlichen Organismus und kommt unter anderem als Baustein von Triglyceriden (Fettgewebe), als Bestandteil von Phospholipiden (Zellmembranen) sowie als Bestandteil des Natural Moisturizing Factor (NMF) vor. Es wird über Aquaporin-3-Kanäle in der Epidermis transportiert und ist ein Zwischenprodukt im Energiestoffwechsel. In der Haut unterstützt Glycerin die Hydratation, Elastizität und Barrierefunktion.
Wie wirkt Glycerin in der Haut?
Die Wirkung ist multifaktoriell:
1. Feuchtigkeitsbindung: Bindet Wasser im Stratum corneum und erhöht die Hautfeuchtigkeit messbar.
2. Barrierestärkung: Studien zeigen eine verbesserte Lipidorganisation und schnellere Barriere-Regeneration.
3. Reduktion des TEWL: Verringert den transepidermalen Wasserverlust.
4. Verbesserung der Hautelastizität: Erhöht die mechanische Flexibilität der Hornschicht.
Die klinische Studienlage (Auswahl):
– Lodén (2003): Signifikante Verbesserung der Hautfeuchtigkeit durch topisches Glycerin.
Fluhr et al. (2008): Beschleunigte Barriereregeneration nach Irritation.
Rawlings & Harding (2004): Positive Wirkung auf die Hydration des Stratum corneum und die Hautmechanik.
Verdier-Sévrain und Bonté (2007): Glycerin ist der Goldstandard unter den Feuchthaltemitteln.
Die Evidenzlage ist außergewöhnlich solide – kaum ein Feuchtigkeitspflegeprodukt ist besser dokumentiert.
Die industrielle Gewinnung erfolgt im großen Maßstab-nachhaltig und vegan
1. Biodieselproduktion (Upcycling): Bei der Umesterung pflanzlicher Öle entsteht Rohglycerin als Nebenprodukt, das gereinigt wird, um kosmetische Qualität zu erreichen.
2. Fettrecycling: Rückgewinnung aus pflanzlichen Fettströmen.
3. Pflanzliche Hydrolyse: Spaltung von Triglyceriden aus Pflanzenölen.
Damit ist der Rohstoff vegan, nachhaltig verfügbar, ein Nebenprodukt der Energiegewinnung und kreislaufwirtschaftlich relevant – ein Paradebeispiel für funktionales Upcycling in der Kosmetikindustrie.
Warum Glycerin trotz seiner „Langweiligkeit“ unverzichtbar ist:
In nahezu jeder Emulsion erfüllt es mehrere Funktionen:
– Basis-Hydrator
– Penetrationsunterstützer
– Sensorikmodulator
– Stabilitätsverbesserer
– Wirkverstärker in Kombination mit Aminosäuren, Urea, Ceramiden
Ohne diesen Stoff funktionieren viele High-End-Formulierungen schlicht nicht.
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