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Aronia

Aronia-Beerenzweig am Strauch. Die Apfelbeeren. Banner.

Aronia – die Kraft der schwarzen Beeren

Die ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika stammende Aronia-Beere ist inzwischen auch in Europa gut bekannt. Im Englischen trägt sie den Namen Chokeberry – eine Anspielung auf ihren herb-sauren, adstringierenden Geschmack. Aronia wird sowohl als Nahrungsergänzung als auch in der Kosmetik vor allem wegen ihres außergewöhnlich hohen Gehalts an Antioxidantien und Flavonoiden geschätzt. Darüber hinaus liegen zahlreiche Studien zu ihren potenziellen gesundheitlichen Wirkungen vor.

 

 

Botanik der Aronia

Der sommergrüne Aronia-Strauch erreicht eine Höhe von ein bis drei Metern. Im Winter fallen seine spitzen, weinroten Knospen auf. Während der Blütezeit stehen zehn bis zwanzig weiße bis blassrosa Blüten in dichten Blütenständen zusammen. Die reifen Früchte sind erbsengroß, rot‑schwarz gefärbt und enthalten ein mehrsamiges Kerngehäuse.

Man unterscheidet drei Arten der Aronia (Apfelbeere):

  • Filzige Apfelbeere (Aronia arbutifolia)
  • Schwarze Apfelbeere (Aronia melanocarpa)
  • *Aronia × prunifolia

Am weitesten verbreitet sind Aronia arbutifolia und Aronia melanocarpa.

 

 

Anbau und Besonderheiten

In Deutschland wird Aronia vor allem in Sachsen, Brandenburg und Bayern kultiviert. 2019 lag die Erntemenge bei rund 1.100 Tonnen. Auch in Österreich und der Schweiz ist der Anbau etabliert, mit einer Jahresernte von etwa 1.500 Tonnen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird Aronia im Obstanbau genutzt, zunächst vor allem in Russland, wo sie mit Ebereschen und Mispeln veredelt wurde.

Die Kerne der Beeren enthalten Amygdalin, ein cyanogenes Glykosid. Der Blausäuregehalt frischer Früchte liegt jedoch mit 0,6–1,2 mg pro 100 g im unbedenklichen Bereich. Durch Erhitzen reduziert sich dieser Gehalt zusätzlich – ein regelmäßiger Verzehr gilt daher als sicher.

Alle Aronia-Arten zeichnen sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten, Schädlingen und UV-Strahlung aus. Verantwortlich dafür ist der hohe Flavonoid- und Anthocyangehalt in der Schale.

 

 

Anthocyane – Schutzstoffe der Aronia

Anthocyane gehören zur Gruppe der Flavonoide und sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die allen rot‑, blau‑ und violettfarbenen Früchten ihre Farbe verleihen. In Aronia sind sie besonders hoch konzentriert. Deshalb werden Aroniabeeren auch als natürliche Alternative zu synthetischen Lebensmittelfarben wie Cochenillerot eingesetzt.

Anthocyane schützen die Pflanze vor:

  • freien Radikalen
  • UV‑Strahlung
  • Pilzen und Mikroorganismen

Zusätzlich enthalten die Beeren Gerb‑ und Bitterstoffe, die Fressfeinde abwehren. Diese Schutzmechanismen machen Aronia auch für den Menschen interessant.

 

 

Aronia in wissenschaftlichen Studien

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Aronia-Extrakte medizinisches Potenzial besitzen, etwa als antikarzinogener Wirkstoff oder zur Linderung von Nebenwirkungen bei Chemo- und Strahlentherapie.

  • In vitro hemmten Aronia-Extrakte das Wachstum von Darmkrebszellen innerhalb von 48 Stunden um bis zu 50 % – stärker als Extrakte aus Blaubeeren oder Trauben.
  • Aronia reduzierte das Tumorwachstum durch Hemmung des Enzyms COX‑2.
  • Polyphenole aus Aronia zeigten in vitro hemmende Effekte auf Brust‑, Darm‑, Gebärmutterhals‑ und Leukämie‑Krebszellen.
  • In vivo wurde eine Aktivierung des Enzyms CEACAM1 beobachtet, das tumorhemmend wirkt.

Darüber hinaus wird Aronia aufgrund antidiabetischer Effekte, regulierender Wirkung auf die Thrombozytenbildung sowie möglicher neuroprotektiver Eigenschaften erforscht. Klinische Studien stehen teilweise noch aus, dennoch gilt die Beere als vielversprechend.

 

 

Aronia als Nahrungsergänzung

Aroniabeeren enthalten:

  • Flavonoide und Anthocyane
  • Folsäure
  • Provitamin A
  • Vitamine B (außer B12), C, E und K
  • Bitter‑ und Gerbstoffe

Damit besitzt Aronia echtes Superfood-Potenzial. In Situationen mit erhöhter Belastung – etwa Stress, Krankheit oder intensivem Sport – kann der körpereigene antioxidative Schutz überfordert sein. Hier kann Aronia unterstützend wirken.

Das antioxidative Potenzial im Reagenzglas ist höher als bei Blaubeeren, Cranberries oder Preiselbeeren. Auch wenn dies nicht automatisch eine höhere Bioverfügbarkeit bedeutet, überzeugt Aronia durch ihr breites Vitalstoffprofil.

 

 

Unterstützung der Regeneration nach Sport

Sport stärkt Immunsystem, Herz‑Kreislauf‑Gesundheit und Psyche. Studien zeigen jedoch, dass übermäßige Belastung die Infektanfälligkeit erhöhen kann. Nach intensiver körperlicher Aktivität sinkt die Anzahl der kurzfristig gebildeten Abwehrzellen stark ab – besonders bei Leistungssportlern.

Aronia kann die Regeneration nach dem Sport unterstützen:

  • Reduktion von oxidativem Stress
  • entzündungshemmende Effekte
  • Unterstützung des Immunsystems

Eine polnische Studie zeigte, dass Aronia-Saft den oxidativen Stress nach sportlicher Belastung signifikant senkt. Zudem schützt Aronia die Zellen vor UV‑bedingten Schäden bei Outdoor‑Sportarten.

 

 

Verzehr und Qualität

Frische Aroniabeeren sind ab Ende August erhältlich und können roh verzehrt werden. Aufgrund ihres herben Geschmacks werden sie häufig zu Saft, Gelee, Marmelade oder Püree verarbeitet.

Empfohlene Mengen:

  • ca. 100 ml Aronia-Dicksaft täglich
  • oder 15 g getrocknete Beeren

Wichtig sind:

  • kontrolliert biologischer Anbau
  • schonende Verarbeitung
  • kurze Transportwege
  • keine zugesetzten synthetischen Vitamine

Überzogene Werbeversprechen sollten kritisch betrachtet werden: Aronia ist gesund, ersetzt jedoch keine medizinische Therapie.

 

 

Aronia in der Kosmetik

Dank ihres hohen Gehalts an antioxidativen Flavonoiden, Vitaminen und Mineralstoffen wird Aronia auch in der Kosmetik eingesetzt. Besonders geschätzt werden ihre:

  • antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften
  • adstringierende und antibakterielle Wirkung
  • barriere‑stärkenden Effekte

Aronia eignet sich für:

  • Anti‑Aging‑ und Anti‑Pollution‑Produkte
  • UV‑Schutz und After‑Sun‑Pflege
  • Pflege bei trockener, dünner oder juckender Haut
  • Produkte für unreine Haut
  • Haarpflege für Glanz, Volumen und bessere Kämmbarkeit

 

 

Steckbrief Aronia

Andere Bezeichnungen: Schwarze Apfelbeere, Kahle Aronia
INCI: Aronia Melanocarpa Fruit Extract
Gewinnung: Extrakt
Hauptbestandteile:
Flavonoide, Anthocyane, Bitter‑ und Gerbstoffe, Vitamine A, B, C, E, K, Folsäure, Magnesium, Kalium, Calcium, Eisen, Zink
Wirkung: antioxidativ, entzündungshemmend

Kosmetische Anwendungen:
Gesichts‑ und Augenpflege, Seren, Masken, Sonnenschutz, After‑Sun, Hand‑ und Lippenpflege, Haarpflegeprodukte

 

 

Fazit: Die Kraft der schwarzen Beeren

Die Aronia-Beere vereint Widerstandskraft, Regenerationsfähigkeit und ein außergewöhnlich dichtes Profil an Schutzstoffen. Ihre Anthocyane, kombiniert mit Bitter‑ und Gerbstoffen sowie Vitaminen und Mineralien, machen sie zu einem vielseitigen Wirkstoff für Ernährung und Kosmetik.

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Literatur:

Kulling, S. E., & Rawel, H. M. (2008). Chokeberry (Aronia melanocarpa): A review on the characteristic components and potential health effects. Planta Medica, 74(13), 1625–1634. DOI: 10.1055/s-0028-1088306

Gajić, D., et al. (2020). Chokeberry (Aronia melanocarpa) fruit extract modulates immune response in vitro and in vivo. Journal of Functional Foods, 66, 103802. DOI: 10.1016/j.jff.2020.103802

Pilaczyńska‑Szcześniak, Ł., Skarpańska‑Steinborn, A., et al. (2005). The influence of chokeberry juice on oxidative stress and antioxidant capacity in rowers. International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism, 15(1), 48–58. PMID: 15902989