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Sonnenschutz in der Schwangerschaft

Sonnenschutz in der Schwangerschaft, ohne Titandioxid

Kurz zusammengefasst

Sonnenschutz in der Schwangerschaft ist besonders wichtig, weil hormonelle Veränderungen die Pigmentbildung beeinflussen und die Entstehung beziehungsweise Verstärkung eines Melasmas begünstigen können. Ein hoher und zuverlässiger UVA- und UVB-Schutz, Schatten, Kleidung und ein bewusster Umgang mit intensiver Sonne bilden deshalb die Basis einer guten Photoprotektion.

Gleichzeitig stellen schwangere Frauen, stillende Mütter sowie ungeborene und gestillte Kinder eine besonders sensible Personengruppe dar. Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper erheblich. Dadurch können sich auch Aufnahme, Verteilung, Stoffwechsel und Ausscheidung bestimmter Substanzen verändern. Bei intensiver Wirkstoffkosmetik und Unsicherheit über einzelne Inhaltsstoffe empfiehlt Cosmacon daher eine enge Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

Für die tägliche Pflege kann eine übersichtliche und möglichst parfumfreie Routine sinnvoll sein. Sie kann beispielsweise aus einer milden Reinigung, einer minimalistischen DMS-Creme, einem einfachen Hyaluronserum und einem gut verträglichen Breitband-Sonnenschutz bestehen.

Warum ist Sonnenschutz in der Schwangerschaft besonders wichtig?

Eine Schwangerschaft verändert nicht nur den Körper, sondern häufig auch die Haut. Steigende Konzentrationen verschiedener Hormone, insbesondere Östrogen und Progesteron, gehen mit zahlreichen physiologischen Veränderungen einher. Dazu können Veränderungen der Pigmentierung, der Gefäße, der Talg- und Schweißdrüsen sowie von Haaren und Bindegewebe gehören.

Hyperpigmentierungen zählen zu den bekannten Hautveränderungen während der Schwangerschaft. Besonders bekannt ist das Melasma, umgangssprachlich auch „Schwangerschaftsmaske“ genannt. Dabei entstehen häufig symmetrische bräunliche Pigmentierungen an Stirn, Wangen, Schläfen oder Oberlippe.

UV-Strahlung und auch sichtbares Licht können Pigmentierungsprozesse beeinflussen. Deshalb spielt konsequente Photoprotektion gerade bei Frauen mit einer Neigung zu Melasma eine wichtige Rolle.

Sonnenschutz in der Schwangerschaft bedeutet dabei mehr als das Auftragen einer Sonnencreme. Schatten, ein breitkrempiger Hut, geeignete Kleidung und das Vermeiden unnötig intensiver Sonnenexposition sind ebenso wichtige Bestandteile einer umfassenden Schutzstrategie.

Hormonelle Umstellung: Warum die Haut plötzlich anders reagieren kann

Die Schwangerschaft ist eine Phase weitreichender hormoneller, immunologischer, metabolischer und vaskulärer Anpassungen. Die Haut kann dadurch anders aussehen und sich anders anfühlen als vor der Schwangerschaft.

Einige Frauen beobachten trockenere oder empfindlichere Haut, andere eine erhöhte Talgproduktion, Unreinheiten oder eine stärkere Pigmentierung. Auch die individuelle Verträglichkeit bisher problemlos verwendeter Kosmetik kann sich verändern.

Das bedeutet nicht, dass jede Schwangere automatisch empfindliche Haut entwickelt. Die Reaktion ist individuell.

Gerade deshalb kann es sinnvoll sein, die bisherige Pflegeroutine kritisch zu betrachten. Eine umfangreiche Wirkstoffroutine mit zahlreichen Seren, Säuren, Peelings und hoch konzentrierten Aktivstoffen lässt sich gegebenenfalls vereinfachen. Eine reduzierte Anzahl an Produkten erleichtert zudem die Zuordnung, wenn die Haut plötzlich auf einen Bestandteil reagiert.

Kosmetika in der Schwangerschaft: Warum eine individuelle Betrachtung wichtig ist

Schwangere Frauen, stillende Mütter, aber auch deren ungeborene und gestillte Kinder stellen eine besonders empfindliche Personengruppe dar. Gerade in der Schwangerschaft kann die Vielzahl physiologischer Anpassungen die Wirkung und Verträglichkeit bestimmter Wirkstoffe verändern.

Kosmetische Inhaltsstoffe können teilweise anders im Körper verteilt, abgebaut oder ausgeschieden werden. Entscheidend ist allerdings immer auch, ob und in welcher Menge ein topisch angewendeter Stoff überhaupt die Haut durchdringt und systemisch verfügbar wird.

Der bloße Nachweis einer Aufnahme ist nicht automatisch mit einem gesundheitlichen Risiko gleichzusetzen. Für eine wissenschaftliche Risikobewertung müssen unter anderem Expositionshöhe, Konzentration, Anwendungsfläche, Anwendungshäufigkeit, toxikologische Daten und Sicherheitsmargen berücksichtigt werden.

Deshalb ist eine pauschale Einteilung sämtlicher Kosmetikprodukte in „für Schwangere sicher“ und „für Schwangere unsicher“ wissenschaftlich nicht sinnvoll.

Unsere Empfehlung lautet insbesondere bei intensiver Wirkstoffkosmetik: Nehmen Sie das Produkt beziehungsweise die vollständige INCI-Liste zum nächsten Arzttermin mit und besprechen Sie die Anwendung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Sollten bereits kleinste ungewöhnliche Missempfindungen oder Zweifel bei der Verwendung eines Produktes auftreten, sollte die Anwendung zunächst beendet und bei Bedarf ärztlicher Rat eingeholt werden.

UV-Filter in der Schwangerschaft: Eine differenzierte Betrachtung ist entscheidend

Bei Sonnenschutz in der Schwangerschaft stellt sich häufig die Frage, welche UV-Filter besonders geeignet sind. Eine einfache Antwort nach dem Schema „mineralisch ist sicher, organisch ist problematisch“ wird der wissenschaftlichen Datenlage nicht gerecht.

Moderne organische UV-Filter können sehr leistungsfähige UVA- und UVB-Schutzsysteme ermöglichen. Bei der Entwicklung kommt es nicht nur auf den einzelnen Filter, sondern auf das gesamte Filtersystem, die Konzentrationen, Photostabilität, Galenik und die tatsächlich am Fertigprodukt nachgewiesene Schutzleistung an.

Cosmacon verfolgt bei der Auswahl der UV-Filter zusätzlich eine eigene vorsorgliche Entwicklungsstrategie. Ein besonderes Beispiel hierfür ist Titandioxid.

Warum Cosmacon auf Titandioxid als UV-Filter verzichtet

Titanium Dioxide beziehungsweise Titandioxid ist grundsätzlich als UV-Filter in kosmetischen Sonnenschutzprodukten bekannt und unter definierten Bedingungen in der Europäischen Union zugelassen. Der Verzicht von Cosmacon auf diesen Filter bedeutet daher ausdrücklich nicht, dass Titandioxid als kosmetischer UV-Filter generell verboten wäre.

Cosmacon hat sich vielmehr bereits seit Jahren im Rahmen einer eigenen vorsorglichen Formulierungsstrategie gegen den Einsatz von Titandioxid als UV-Filter entschieden.

Dafür gibt es mehrere wissenschaftliche Überlegungen.

Eine davon betrifft die bekannte photokatalytische Aktivität von Titandioxid. Unter UV-Bestrahlung können bestimmte TiO₂-Partikel reaktive Sauerstoffspezies – sogenannte Reactive Oxygen Species oder ROS – bilden. Dazu können unter anderem Hydroxylradikale und andere hochreaktive Sauerstoffverbindungen gehören.

Diese Eigenschaft ist chemisch gut bekannt und wird in anderen technischen Bereichen sogar gezielt für photokatalytische Prozesse eingesetzt.

Für einen UV-Filter ist eine ausgeprägte Photokatalyse dagegen unerwünscht. Reaktive Sauerstoffspezies können grundsätzlich mit biologischen Strukturen wie Lipiden, Proteinen oder DNA reagieren. Oxidativer Stress gehört außerdem zu den Mechanismen, die bei UV-induzierten Hautschäden und der lichtbedingten Hautalterung eine Rolle spielen.

Gerade bei einem Produkt, dessen eigentliche Aufgabe darin besteht, die Haut vor den Folgen der UV-Strahlung zu schützen, möchte Cosmacon solche vermeidbaren zusätzlichen oxidativen Prozesse möglichst weitgehend ausschließen.

Warum wird Titandioxid für Sonnenschutzprodukte beschichtet?

Titandioxid für kosmetische Sonnenschutzformulierungen wird deshalb häufig oberflächenbehandelt beziehungsweise „gecoatet“. Solche Beschichtungen können beispielsweise aus Silica, Aluminiumverbindungen, Silikonen oder Kombinationen verschiedener Materialien bestehen.

Das Ziel besteht unter anderem darin, die Oberfläche der TiO₂-Partikel abzuschirmen und damit ihre photokatalytische Aktivität beziehungsweise die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies deutlich zu reduzieren.

Dass diese Strategie sinnvoll ist, wird auch durch wissenschaftliche Untersuchungen unterstützt: Unbeschichtete TiO₂-Partikel können unter UV-Einwirkung eine deutlich höhere photokatalytische Aktivität aufweisen, während geeignete Oberflächenbeschichtungen diese Aktivität erheblich reduzieren können.

Aus Sicht von Cosmacon bleibt jedoch ein grundsätzlicher Punkt: „Reduziert“ bedeutet nicht zwangsläufig „unter allen denkbaren Bedingungen vollständig ausgeschlossen“.

Die Wirksamkeit einer Beschichtung hängt unter anderem von Material, Dicke, Gleichmäßigkeit, Partikeleigenschaften, Kristallstruktur und Stabilität des Coatings ab. Auch Wechselwirkungen innerhalb der fertigen Formulierung sowie Alterung und Lagerung des Rohstoffes beziehungsweise Produktes müssen berücksichtigt werden.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass unterschiedliche Beschichtungen die Photokatalyse von TiO₂ sehr unterschiedlich beeinflussen können. Dies unterstreicht, dass nicht allein die INCI-Bezeichnung „Titanium Dioxide“ ausreicht, um das photochemische Verhalten eines konkreten Rohstoffes abschließend zu beurteilen.

Für uns ist deshalb das verbleibende Restrisiko einer unerwünschten ROS-Bildung ein Grund, Titandioxid bei der Entwicklung von Sonnenschutzprodukten seit Jahren nicht als UV-Filter einzusetzen.

Diese Entscheidung stellt eine bewusst vorsorgliche Formulierungsphilosophie dar und sollte nicht als Aussage verstanden werden, dass zugelassene TiO₂-haltige Sonnenschutzprodukte generell unsicher seien.

Was hat das E171-Verbot mit Kosmetik zu tun?

Ein weiterer Aspekt, der häufig für Verunsicherung sorgt, ist die europäische Neubewertung von Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff E171.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA kam 2021 nach Bewertung der verfügbaren Daten zu dem Ergebnis, dass Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr als sicher angesehen werden könne. Ein wesentlicher Grund war, dass Bedenken hinsichtlich einer möglichen Genotoxizität von TiO₂-Partikeln nach oraler Aufnahme nicht ausgeschlossen werden konnten.

Daraufhin wurde die Zulassung von Titandioxid E171 als Lebensmittelzusatzstoff in der Europäischen Union aufgehoben.

Diese Entscheidung darf jedoch nicht direkt auf Sonnenschutzmittel übertragen werden.

Bei Lebensmitteln erfolgt die Exposition oral über den Verdauungstrakt. Bei einer Sonnencreme wird der Stoff dagegen auf die Haut aufgetragen. Aufnahmewege, Exposition und Risikobewertung unterscheiden sich erheblich.

Das europäische Scientific Committee on Consumer Safety, kurz SCCS, hat bestimmte TiO₂-Nanomaterialien mit genau definierten Eigenschaften für die dermale Verwendung als UV-Filter bewertet und kam für bestimmte Anwendungen zu anderen Schlussfolgerungen als die EFSA für die orale Verwendung von E171.

Die wissenschaftlich korrekte Aussage lautet daher nicht: „Titandioxid ist als Lebensmittelzusatzstoff verboten und deshalb auch als UV-Filter gefährlich.“

Vielmehr zeigt die Entwicklung, wie wichtig eine differenzierte Bewertung von Partikeleigenschaften, Expositionsweg, Partikelgröße, Beschichtung und konkreter Anwendung ist.

Bemerkenswert ist zudem, dass das SCCS 2024 für ein neu eingereichtes beschichtetes Nano-Titandioxid aufgrund von Unsicherheiten und Datenlücken keine abschließende Aussage zur Sicherheit treffen konnte. Dabei wurden unter anderem Fragen zur physikalisch-chemischen Charakterisierung, zur Stabilität der Beschichtung und zur Vergleichbarkeit mit bereits bewerteten TiO₂-Materialien genannt.

Genau diese Komplexität ist ein wesentlicher Grund für die vorsorgliche Entwicklungsentscheidung von Cosmacon: Obwohl Titandioxid unter bestimmten regulatorischen Voraussetzungen weiterhin als UV-Filter eingesetzt werden darf, verzichtet Cosmacon seit Jahren auf seinen Einsatz als UV-Filter und entwickelt Sonnenschutzsysteme mit geeigneten Alternativen.

Welche Eigenschaften sollte eine Sonnencreme für Schwangere haben?

Für den Alltag sollte eine Sonnencreme einen zuverlässigen Breitbandschutz gegen UVA- und UVB-Strahlung bieten. Bei stärkerer Sonnenexposition ist ein hoher Lichtschutzfaktor, beispielsweise SPF 50 oder 50+, sinnvoll.

Für empfindliche Haut können möglichst parfumfreie und reizarm konzipierte Produkte interessant sein. Auch die Anzahl zusätzlicher Wirkstoffe darf überschaubar bleiben.

Für Frauen mit ausgeprägter Neigung zu Melasma können getönte Sonnenschutzformulierungen eine interessante Option darstellen. Geeignete Pigmente können zusätzlich einen Beitrag zum Schutz im Bereich des sichtbaren Lichts leisten, das bei Hyperpigmentierungen eine Rolle spielen kann.

Entscheidend bleibt die richtige Anwendung. Sonnencreme muss ausreichend aufgetragen werden. Nachcremen ist insbesondere nach Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen erforderlich. Das erneute Auftragen stellt den Schutzfilm wieder her, verlängert aber nicht beliebig die mögliche Aufenthaltsdauer in intensiver Sonne.

Warum eine spezielle Auslobung „für Schwangere“ für Kosmetikmarken anspruchsvoll ist

Für Kosmetikhersteller ist ein Produkt mit der ausdrücklichen Positionierung „speziell für Schwangere“ etwas anderes als ein normales kosmetisches Produkt, das auch von einer Schwangeren verwendet wird.

Nach der europäischen Kosmetikgesetzgebung dürfen kosmetische Produkte nicht mit Eigenschaften oder Funktionen beworben werden, die sie nicht besitzen. Aussagen müssen angemessen belegt sein.

Je spezifischer eine Marke also die besondere Eignung eines Produktes für Schwangere hervorhebt, desto sorgfältiger sollte geprüft werden, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage diese Aussage getroffen wird.

Genau hier entsteht eine besondere Herausforderung: Schwangere sind eine vulnerable Zielgruppe. Spezifische Verträglichkeits- und Wirksamkeitsstudien ausschließlich mit Schwangeren erfordern eine besonders sorgfältige medizinische und ethische Planung.

Aus allgemeinen Verträglichkeitstests sollte deshalb nicht ohne Weiteres eine spezifische Aussage wie „für Schwangere getestet“ oder „speziell für Schwangere geeignet“ abgeleitet werden.

Für Marken kann eine solche Positionierung daher mit erhöhtem wissenschaftlichem, regulatorischem und haftungsbezogenem Aufwand verbunden sein.

Cosmacon empfiehlt deshalb eine transparente Kommunikation und insbesondere bei Wirkstoffkosmetik die enge Einbindung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes.

Verträglichkeit und Wirksamkeit von Sonnenschutz müssen aufwendig geprüft werden

Sonnenschutzprodukte gehören zu den technisch besonders anspruchsvollen Kosmetika. Es genügt nicht, UV-Filter in eine Creme einzuarbeiten. Die fertige Formulierung muss den ausgelobten Schutz auch tatsächlich erreichen.

Dazu gehören je nach Produkt und Claim unter anderem Prüfungen des Lichtschutzfaktors, des UVA-Schutzes und gegebenenfalls der Wasserfestigkeit. Hinzu kommen Stabilitätsprüfungen, Verträglichkeitsuntersuchungen, mikrobiologische Untersuchungen, die gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsbewertung und eine belastbare Dokumentation der verwendeten Claims.

Bei Sonnenschutzformulierungen spielen außerdem die gleichmäßige Verteilung der UV-Filter, Filmbildung auf der Haut, Photostabilität und Wechselwirkungen zwischen Filtern und weiteren Rohstoffen eine entscheidende Rolle.

Sonnenschutz in der Schwangerschaft zeigt daher besonders gut, warum Rohstoffauswahl, Formulierungsentwicklung, Sicherheitsbewertung, Wirksamkeitsnachweis und Marketingaussage immer gemeinsam betrachtet werden sollten.

Sechs sinnvolle Produktkonzepte für eine minimalistische Pflegeroutine

  1. Milde parfumfreie Reinigung: Ein hautfreundliches Reinigungsgel oder eine Reinigungsmilch ohne aggressive Tenside und intensive Beduftung entfernt Sonnenschutz, Make-up und Schmutz, ohne die Haut unnötig zu entfetten.
  2. Minimalistische DMS-Creme: Eine DMS- beziehungsweise Derma-Membran-Struktur-orientierte Creme kann mit hautähnlichen Lipidstrukturen entwickelt werden. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung der Hautbarriere statt einer möglichst langen Wirkstoffliste.
  3. Parfumfreies Hyaluronserum: Ein schlicht formuliertes Serum mit Hyaluronsäure beziehungsweise Sodium Hyaluronate unterstützt die Feuchtigkeitsversorgung der oberen Hautschichten und lässt sich unkompliziert in eine reduzierte Pflegeroutine integrieren.
  4. Parfumfreie Barrierelotion für den Körper: Bei trockener oder spannender Haut kann eine reduzierte Körperpflege mit Glycerin und barrierestützenden Lipiden sinnvoll sein.
  5. Breitband-Sonnencreme SPF 50/50+ ohne Titandioxid als UV-Filter: Für das Gesicht bietet sich aus Sicht der Cosmacon-Entwicklungsphilosophie eine gut verträgliche, möglichst parfumfreie Formulierung mit einem modernen UV-Filtersystem ohne Titanium Dioxide als UV-Filter an. Bei Pigmentierungsneigung kann zusätzlich eine getönte Variante interessant sein.
  6. Minimalistischer Lippen- und Schutzbalsam: Eine einfache Formulierung auf Basis gut verträglicher Lipide kann trockene Lippen und exponierte Hautstellen schützen, ohne unnötig viele Wirk- und Duftstoffe einzusetzen.

Diese Produktgruppen sind keine pauschale medizinische Empfehlung für jede Schwangerschaft. Bei bestehenden Hauterkrankungen, Allergien, einer medizinischen Behandlung oder Unsicherheit über Wirkstoffe sollte die individuelle Routine ärztlich abgestimmt werden.

Fact Sheet: ausgewählte kosmetische Inhaltsstoffe

Zinc Oxide – INCI: Zinc Oxide. Summenformel: ZnO. Molare Masse: ca. 81,38 g/mol. Erscheinungsbild: weißes Pulver. Aggregatzustand: fest. Wasserlöslichkeit: praktisch unlöslich. Kosmetische Funktionen umfassen je nach Einsatzgebiet unter anderem UV-Filter und Hautschutz. Die tatsächliche Sonnenschutzwirkung muss am fertigen Produkt überprüft werden.

Hyaluronic Acid / Sodium Hyaluronate – INCI: Hyaluronic Acid beziehungsweise Sodium Hyaluronate. Hyaluronsäure ist ein Polymer, weshalb eine einfache Summenformel des gesamten Moleküls wenig aussagekräftig ist. Als kosmetischer Rohstoff liegt sie häufig als weißliches Pulver oder in wässriger Lösung vor. Sie dient insbesondere als Feuchthaltemittel. Die Wirkung hängt unter anderem von Molekulargewicht, Konzentration und Gesamtformulierung ab.

Glycerin – INCI: Glycerin. Summenformel: C₃H₈O₃. Erscheinungsbild: klare, farblose, viskose Flüssigkeit. Aggregatzustand: flüssig. Molare Masse: ca. 92,09 g/mol. Schmelzpunkt: etwa 18 °C. Sehr gut wasserlöslich. Glycerin ist ein bewährtes Feuchthaltemittel und eignet sich hervorragend für minimalistische Barrierpflege.

Squalane – INCI: Squalane. Summenformel: C₃₀H₆₂. Erscheinungsbild: klare, farblose ölige Flüssigkeit. Aggregatzustand: flüssig. Praktisch unlöslich in Wasser. Squalan ist ein gut verträgliches Lipid und wird häufig zur Verbesserung von Geschmeidigkeit und Hautgefühl eingesetzt.

Unser Statement zu Kosmetika während Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangere Frauen, stillende Mütter, aber auch deren ungeborene und gestillte Kinder stellen eine besonders empfindliche Personengruppe dar. Gerade in der Schwangerschaft kann die Vielzahl physiologischer Anpassungen die Wirkung und Verträglichkeit bestimmter Wirkstoffe beeinflussen.

Kosmetische Inhaltsstoffe können teilweise anders im Körper verteilt, abgebaut oder ausgeschieden werden. Deshalb sollte insbesondere bei Wirkstoffkosmetik während der Schwangerschaft sowie nach der Geburt eine individuelle Beurteilung erfolgen.

Unsere Empfehlung lautet: Nehmen Sie das betreffende Produkt beziehungsweise die vollständige INCI-Liste zum nächsten Arzttermin mit und folgen Sie der individuellen Empfehlung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.

Sollten bereits kleinste ungewöhnliche Missempfindungen oder Zweifel bei der Benutzung auftreten, sollte das betreffende Produkt zunächst nicht weiter verwendet werden.

Wenn Produkte einer Marke nicht explizit an Schwangeren, stillenden Müttern oder Babys untersucht wurden, sollte auch nicht der Eindruck vermittelt werden, dass entsprechende spezifische Untersuchungsdaten vorliegen. Gleichzeitig bedeutet das Fehlen solcher zielgruppenspezifischen Studien nicht automatisch, dass ein Produkt problematisch ist. Entscheidend sind die Sicherheitsbewertung der Inhaltsstoffe und des Fertigproduktes, die tatsächliche Exposition sowie die individuelle Situation.

Sonnenschutz ist nur ein Teil der Strategie

Sonnenschutz in der Schwangerschaft sollte nicht ausschließlich aus Sonnencreme bestehen. Besonders an Tagen mit hoher UV-Belastung sind mehrere Schutzmaßnahmen sinnvoll: Schatten aufsuchen, intensive Mittagssonne möglichst reduzieren, Sonnenhut und geeignete Kleidung tragen und exponierte Haut konsequent eincremen.

Auch Überhitzung und Flüssigkeitsmangel sollten vermieden werden. Der Babybauch benötigt keinen exotischen Spezialschutz, sollte aber ebenso wie andere exponierte Hautbereiche vor intensiver UV-Strahlung geschützt werden.

Fazit: Konsequenter Sonnenschutz und bewusst ausgewählte Formulierungen

Sonnenschutz in der Schwangerschaft ist ein wichtiger Bestandteil einer durchdachten Hautpflege. Die hormonelle Umstellung kann Pigmentierungsprozesse verändern und Melasma begünstigen. Ein zuverlässiger UVA- und UVB-Schutz ist deshalb besonders sinnvoll.

Gleichzeitig sollte die Schwangerschaft nicht dazu führen, kosmetische Inhaltsstoffe pauschal als problematisch einzustufen. Sinnvoller ist eine differenzierte Betrachtung von Inhaltsstoff, Konzentration, Exposition, Formulierung und individuellem Hautzustand.

Cosmacon verfolgt bei der Entwicklung von Sonnenschutzprodukten zusätzlich eine vorsorgliche Rohstoffstrategie. Dazu gehört seit Jahren der Verzicht auf Titandioxid als UV-Filter. Ausschlaggebend ist nicht ein kosmetisches Verbot von TiO₂, sondern insbesondere die wissenschaftlich bekannte photokatalytische Aktivität des Materials und die damit verbundene Möglichkeit der Bildung reaktiver Sauerstoffspezies. Oberflächenbeschichtungen können diese Aktivität deutlich reduzieren; Cosmacon entscheidet sich dennoch vorsorglich für alternative Filtersysteme.

Eine minimalistische Routine aus milder Reinigung, DMS-orientierter Barrierpflege, Hyaluronserum und parfumfreiem, gut verträglichem Sonnenschutz kann eine interessante Grundlage für die Pflege während der Schwangerschaft darstellen. Bei Wirkstoffkosmetik und individuellen Unsicherheiten empfehlen wir die Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

Cosmacon GmbH kann Kosmetikmarken bei der Entwicklung solcher minimalistischen und leistungsfähigen Pflege- und Sonnenschutzkonzepte unterstützen – von der Auswahl geeigneter Rohstoffe und UV-Filtersysteme über die Rezepturentwicklung bis zur Planung der erforderlichen Verträglichkeits- und Wirksamkeitsprüfungen.

FAQ zum Sonnenschutz in der Schwangerschaft

Ist Sonnencreme während der Schwangerschaft sinnvoll?
Ja. UV-Schutz ist auch während der Schwangerschaft wichtig. Aufgrund der erhöhten Neigung zu Pigmentveränderungen kann eine konsequente Photoprotektion besonders relevant sein.

Welcher Lichtschutzfaktor ist sinnvoll?
Für intensive Sonnenexposition bietet sich ein hoher Breitbandschutz, beispielsweise SPF 50 beziehungsweise 50+, an. Entscheidend sind außerdem ausreichende Auftragsmenge und regelmäßiges Nachcremen.

Ist Titandioxid als UV-Filter in Kosmetik verboten?
Nein. Titandioxid ist unter definierten regulatorischen Bedingungen weiterhin als UV-Filter in kosmetischen Produkten zulässig. Das Verbot von E171 betrifft seine Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff und kann nicht direkt auf die dermale Anwendung in Sonnenschutzmitteln übertragen werden.

Warum verwendet Cosmacon trotzdem kein Titandioxid als UV-Filter?
Cosmacon verzichtet seit Jahren im Rahmen einer vorsorglichen Formulierungsstrategie auf Titandioxid als UV-Filter. Ein wesentlicher Grund ist dessen bekannte photokatalytische Aktivität. TiO₂ kann unter UV-Einwirkung reaktive Sauerstoffspezies erzeugen. Beschichtungen können diese Eigenschaft erheblich reduzieren, aus Sicht von Cosmacon lässt sich ein verbleibendes Restrisiko jedoch nicht für jede Rohstoff- und Anwendungssituation grundsätzlich ausschließen.

Kann Sonnencreme ein Melasma verhindern?
Konsequenter Sonnenschutz kann einen wichtigen Beitrag zur Prävention beziehungsweise zur Reduzierung UV-bedingter Verstärkung leisten. Eine Garantie gibt es nicht, da auch hormonelle und individuelle Faktoren beteiligt sind.

Sind parfumfreie Produkte empfehlenswert?
Bei empfindlicher oder reaktiver Haut kann der Verzicht auf Parfum die Rezeptur vereinfachen und potenzielle Reizquellen reduzieren. „Parfumfrei“ bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedes Produkt für jede Person geeignet ist.

Warum empfehlen wir die Rücksprache mit dem Arzt?
Schwangerschaft und Stillzeit sind besondere physiologische Situationen. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt kann zusätzlich individuelle Faktoren wie Erkrankungen, Medikamente, Hautzustand und Schwangerschaftsverlauf berücksichtigen.

Muss jede Schwangere ihre komplette Kosmetik austauschen?
Nein. Eine Schwangerschaft bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche bisher verwendeten Kosmetika ungeeignet sind. Eine Überprüfung intensiver Wirkstoffprodukte und gegebenenfalls eine Vereinfachung der Routine können jedoch sinnvoll sein.

Ist ein Hyaluronserum eine gute minimalistische Pflege?
Ein schlicht formuliertes, parfumfreies Hyaluronserum kann ein unkomplizierter Feuchtigkeitsbaustein sein. Entscheidend bleibt die gesamte Formulierung.

Was sollte ich tun, wenn meine Haut plötzlich auf ein Produkt reagiert?
Das betreffende Produkt sollte zunächst nicht weiter verwendet werden. Bei deutlichen, ungewöhnlichen oder anhaltenden Reaktionen sollte eine ärztliche beziehungsweise dermatologische Abklärung erfolgen.

Weitere Leistungen unserer Unternehmensgruppe – From concept to market

Unsere Unternehmensgruppe verbindet individuelle Kosmetikentwicklung, Herstellung, innovative kosmetische Rohstoffe, White-Label-Lösungen und digitale Geschäftsprozesse. Abhängig vom jeweiligen Projekt und Zielmarkt arbeiten unsere spezialisierten Unternehmen zusammen und stellen die passende Expertise für die Entwicklung und Markteinführung kosmetischer Produkte bereit.

Cosmacon GmbH entwickelt individuelle und innovative kosmetische Produkte und begleitet Unternehmen von der Produktidee und Rezepturentwicklung über die Auswahl geeigneter Rohstoffe bis zur Herstellung und regulatorischen Unterstützung für die Vermarktung innerhalb Europas. Fragen Sie gerne an, wenn Sie Ihre Produktlinie um ein sicheres Sonnnschutzprodukt erweitern möchten: https://www.cosmacon.de/

Innosicos GmbH ist auf die individuelle Entwicklung und Herstellung innovativer Kosmetikprodukte für Marken und Märkte außerhalb Europas spezialisiert. Weitere Informationen: https://www.innosicos.com/

Cosactive GmbH bietet innovative kosmetische Rohstoffe und Wirkstoffe für die Produktentwicklung und Herstellung. Viele Rohstoffe sind bereits ab Mengen von 1 kg verfügbar und ermöglichen dadurch auch flexible Entwicklungs- und Produktionsprojekte. Weitere Informationen: https://www.cosactive.de/

Tojo Cosmetics GmbH bietet innovative und wirksame White-Label-Kosmetikprodukte und ermöglicht damit einen besonders schnellen Weg von der Produktauswahl bis zur eigenen Kosmetikmarke. Produkte sind bereits ab 100 Stück erhältlich. Weitere Informationen: https://www.tojocosmetics.de/

Tojo Dynamics S.L. entwickelt KI-gestützte IT-Lösungen für digitale Geschäftsprozesse. Dazu gehören Websites, Onlineshops, Fulfilment-Integrationen und ERP-Systeme zur Steuerung interner und externer Geschäftsabläufe. Weitere Informationen: https://tojodynamics.es/

Quellen und weiterführende Literatur

EFSA: Safety assessment of titanium dioxide (E171) as a food additive. Die EFSA kam 2021 zu dem Ergebnis, dass Genotoxizitätsbedenken bei oral aufgenommenem E171 nicht ausgeschlossen werden konnten und E171 deshalb nicht mehr als sicherer Lebensmittelzusatzstoff angesehen werden konnte.
https://www.efsa.europa.eu/en/news/titanium-dioxide-e171-no-longer-considered-safe-when-used-food-additive

Europäische Kommission: Verordnung (EU) 2022/63. Auf Grundlage der EFSA-Bewertung wurde die Zulassung von Titandioxid E171 als Lebensmittelzusatzstoff aufgehoben.
https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2022/63/oj

Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS): Revision of the Opinion on Titanium Dioxide (nano form). Das SCCS bewertete definierte TiO₂-Nanomaterialien bei dermaler Anwendung als UV-Filter bis zu bestimmten Einsatzkonzentrationen. Diese Bewertung verdeutlicht, dass die kosmetische dermale Anwendung getrennt von der oralen E171-Exposition betrachtet werden muss.
https://health.ec.europa.eu/publications/revision-opinion-titanium-dioxide-nano-form_en

Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS): Opinion on new coating for Titanium Dioxide (nano form), 2024. Bei einem neu bewerteten beschichteten Nano-TiO₂ sah das SCCS Unsicherheiten und Datenlücken, unter anderem hinsichtlich physikalisch-chemischer Eigenschaften, Stabilität des Coatings und dermaler Aufnahme, sodass auf Basis der eingereichten Daten keine abschließende Sicherheitsbewertung möglich war.
https://health.ec.europa.eu/publications/sccs-opinion-new-coating-titanium-dioxide-nano-form_en

Improving the Sunscreen Properties of TiO₂ through an Understanding of Its Catalytic Properties. Die wissenschaftliche Arbeit behandelt die durch Sonnenlicht ausgelöste Radikal- und ROS-Bildung von Titandioxid und Ansätze, diese unerwünschte Aktivität durch Oberflächenmodifikation zu reduzieren.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30023483/

Ultrafast sonochemistry-based approach to coat TiO₂ commercial particles for sunscreen formulation. Die Autoren beschreiben die intrinsische photokatalytische Aktivität von TiO₂ als Herausforderung bei kosmetischen Anwendungen und untersuchen Beschichtungen zur Verringerung dieser Aktivität.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30080559/

Impact of Surface Coatings on the Photocatalytic Activity and Cytotoxicity of Titanium Dioxide Nanoparticles in Human Keratinocytes: Implications for Sunscreen Safety. Die Studie zeigt, dass Oberflächenbeschichtungen die photokatalytische Aktivität von TiO₂ deutlich beeinflussen können und unterschiedliche Coating-Systeme unterschiedlich wirksam sind.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42368066/

Zeolite encapsulation decreases TiO₂-photosensitized ROS generation in cultured human skin fibroblasts. Die Untersuchung beschreibt die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies unter UVA-Bestrahlung und zeigt, dass eine geeignete Verkapselung die ROS-Bildung reduzieren kann.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16149847/

BasicLab: Sonnencreme in der Schwangerschaft – Sicherer Sonnenschutz für werdende Mütter.
https://basiclab-shop.de/de/blog/sonnencreme-in-der-schwangerschaft-sicherer-sonnenschutz-fur-werdende-mutter-1788557918