Rapsöl

rapeseed oil, sinapinsäure

Rapsöl ist ein pflanzliches Öl, das aus den Samen der Rapspflanze, einer Art aus der Familie der Kreuzblütengewächse, gewonnen wird. Die Gewinnung erfolgt durch Extraktion oder Pressung der Saat. Von besonders hoher Bedeutung ist dabei die Kaltpressung, da die wertvollen Inhaltsstoffe bei diesem Verfahren weitestgehend erhalten bleiben und sich nicht zersetzen. Allerdings hat kaltgepresstes Rapsöl nur eine begrenzte Haltbarkeit. Um einen Liter Rapsöl zu gewinnen, werden etwa 2,3 Kilogramm Rapssamen benötigt. Rapsöl findet unter anderem in der Küche Verwendung, da es zum Braten oder für Salatdressings aufgrund seines feinen nussigen Geschmacks perfekt geeignet ist. Dank der besonderen Fettsäureverteilung gilt Rapsöl mittlerweile als das gesündeste Speiseöl. Es besteht zu etwa 50 bis 60 Prozent aus einfach ungesättigten und zu rund 30 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Somit beträgt das Verhältnis an Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren 2:1, was für uns Menschen als ideal gilt. Der Gehalt an essenziellen Fettsäuren ist bei diesem Öl um ein Mehrfaches höher als zum Beispiel bei Olivenöl. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang vor allem der hohe Anteil an Alpha-Linolensäure. Ebenfalls beachtlich ist der enorme Gehalt an Karotinoiden und Vitamin E.

Doch das Öl findet auch außerhalb der Küche vielfach Verwendung. Es dient als Biokraftstoff, kommt im technischen Bereich zum Einsatz und wird sogar als Lampenöl verwendet. Darüber hinaus nimmt es auch in der Kosmetik einen immer größeren Stellenwert ein. Und das aus gutem Grund.

 

Rapsöl in der Kosmetik

Die Vitamine E und K, das Provitamin A (also Karotinoide/Beta-Carotin), dazu Lecithine und das bereits erwähnte perfekte Fettsäureprofil: Öl aus Rapssamen bringt für die kosmetische Anwendung gleich jede Menge Argumente mit. Vitamin E und Provitamin A schützen die Haut vor den gefährlichen freien Radikalen und somit vor einer vorzeitigen Hautalterung, zusätzlich hält Vitamin E die Haut geschmeidig und zart. Lecithin ist für eine besonders rückfettende Wirkung bekannt und trägt zu einem optimalen Feuchtigkeitshaushalt bei. Rapsöl kann in kosmetischen Rezepturen für Haut, Haare und Nägel verwendet werden und kommt unter anderem in Seifen, Haarkuren, Peelings, Hand- und Nageölen sowie in Massageölen zum Einsatz.

Es sind jedoch nicht nur die Vitamine und Fettsäuren, die den besonderen Stellenwert von Rapsöl in der Kosmetik begründen. In den Samen der Pflanze ist nämlich auch jede Menge Sinapinsäure enthalten. Sie gehört zu den Phenolsäuren, ist ein Zimtsäure-Derivat und bildet mit Basen kristallisierbare Salze, die sich bei Luftkontakt zersetzen. In der Natur kommt Sinapinsäure in erster Linie in Raps vor. Der Anteil an Phenolsäuren insgesamt ist im Rapssamenmehl wesentlich höher als bei vergleichbaren Pflanzen. So beträgt er im Raps rund 640 Milligramm pro 100 Gramm, in der Erdnuss beispielsweise nur rund 64 Milligramm. Bei bis zu 85 Prozent der Phenolsäuren im Raps handelt es sich um Sinapinsäure beziehungsweise deren Ester.

 

Was aber ist das Besondere an Sinapinsäure im Rapsöl?

Vereinfacht ausgedrückt sorgt die Säure in den Samen dafür, dass die Pflanze keinen Sonnenbrand bekommt. Rapspflanzen produzieren also quasi ihre eigene Sonnencreme in Form von Sinapinsäure-Ester, die dann in die äußersten Blätter-Schichten geleitet werden. Auf diese Weise verhindert die Pflanze, dass die kurzwellige UV-B-Strahlung bis in die Tiefe eindringt, wo sie die DNA schädigen würde. Die Wirkung konnte bereits nachgewiesen werden: Forscher isolierten im Labor die Schutzmoleküle und beschossen sie anschließend mit UV-B-Strahlen. Das Ergebnis: Die Moleküle konnten die schädlichen Strahlen wie eine natürliche Sonnencreme absorbieren. Somit dienen die Zimtsäure-Derivate im Rapsöl als organische UV-Filter, was für die Kosmetikherstellung sehr interessant ist.

 

Steckbrief Rapsöl

INCI: Brassica Campestris Oleifera Oil

Definition: halb trocknendes und mittelspreitendes Öl

Farbe: hellgelb bis bernsteinfarben

Geruch: fast geruchlos

Jodzahl: 107

Zusammensetzung:

alpha-Linolensäure: 9,2 Prozent

Linolsäure: 15 bis 30 Prozent

Palmitinsäure: 4,7 Prozent

Stearinsäure: 1,6 Prozent

Ölsäure: 51 bis 70 Prozent

Vitamin E: 55 Milligramm/100 Milliliter

Vitamin K

Provitamin A

Carotinsäure

 

Steckbrief Sinapinsäure

CAS-Nummer: 530-59-6

Schmelzpunkt: 202 Grad Celsius

Löslichkeit: in Wasser schwer löslich, in Ethanol gut löslich

 

Rezepturen mit Rapsöl von Cosmacon

Rapsöl ist dank seiner vielen wertvollen Inhaltsstoffe ein idealer Bestandteil hochwertiger natürlicher Kosmetikprodukte. Entsprechende Produkte eignen sich besonders gut für Menschen mit sehr trockener, schuppiger oder rissiger Haut. Rapsöl hält die Haut geschmeidig, unterstützt den Feuchtigkeitshaushalt, schützt vor freien Radikalen und enthält mit der Sinapinsäure zudem einen effektiven organischen UV-B-Filter. Rapsöl finden in vielen Pflegeölen, aber auch zunehmend in Naturseifen und Peelings Verwendung. Auf Wunsch entwickelt Cosmacon für Sie gerne moderne und hochwertige Kosmetikprodukte mit Rapsöl.

 

 

Quellen:

KOSKI, A., PEKKARINEN, S., HOPIA, A., WÄHÄLÄ, K. & HEINONEN, M. I.: Processing of rapeseed oil: Effects on sinapic acid derivative content and oxidative stability. Zeitschrift für Lebensmittel- Untersuchung und -Forschung. Food Research and Technology, Band 217, 2, Seiten 110 – 114, 2003

CHEN, J. H. & HO, C.-T.: Antioxidant activities of caffeic acid and its related hydroxycinnamic acid compounds. Journal of Agricultural and Food Chemistry, Band 45, Seiten 2374 – 2378, 1997

NARDINI, M., D´AQUINO, M., TOMASSI, G., GENTILI, V., DI FELICE, M. & SCANCCINI, C.: Inhibition of human low-density lipoprotein oxidation by caffeic acid and other hydroxycinnamic acid derivatives. Free Radical Biology and Medicine, Band 19, 5, Seiten 541 – 552, 1995

Verena Alexa Ohm: Interaktionen zwischen alpha-Tocopherol und weiteren Antioxidantien in lipidhaltigen Systemen;  Dissertation 2007