Natron, Natriumbicarbonat, Deocreme

Aus Küche und Bad unserer Oma war Natriumhydrogencarbonat (kurz: Natron) nicht wegzudenken. Es wurde zum Reinigen des Backofens genauso eingesetzt wie zum Zähneputzen beziehungsweise Zähnebleichen und diente als Geheimwaffe gegen Sodbrennen. Leider sind die Wunderkräfte der Substanz mittlerweile ein wenig in Vergessenheit geraten. Heute wird Natron in erster Linie für die Herstellung von Brause- und Backpulver verwendet. Doch eine positive Nachricht gibt es: In der Kosmetik ist Natron ganz klar auf dem Vormarsch. Warum das so ist und was Natriumhydrogencarbonat bewirkt, klärt der folgende Beitrag.

 

Was ist Natriumhydrogencarbonat?

Bei der Substanz, die umgangssprachlich meist als Natron bezeichnet wird, handelt es sich um das Natriumsalz der Kohlensäure. Im Handel begegnet sie uns unter den Begriffen Speisesoda, Backsoda, Backnatron und Speisenatron. Darüber hinaus wird sie auch in vielen weiteren Bereichen eingesetzt. In der Aquaristik und zur Pflege von Poolwasser beispielsweise, in der Landwirtschaft als Käsereifungsmittel und als Mittel gegen Pilzerkrankungen, in der Luftfahrttechnik zur Hitzeabsorption und in der Industrie als Bestandteil von Feuerlöschpulvern. In der Medizin dient Natron als Zusatz bei der Dialyse, außerdem wird es zur Behandlung von Vergiftungen durch Salicylate und Barbiturate sowie zur Behandlung der metabolischen Azidose im Rahmen von Infusionen eingesetzt. Jedes Jahr werden weltweit etwa 100.000 Tonnen der Verbindung hergestellt. Wichtig: Natron darf nicht mit Natriumcarbonat verwechselt werden, das als Waschsoda bekannt ist! Vor allem in den USA kommt Natriumhydrogencarbonat in Ölschiefer als natürliches Mineral Nahcolith vor.

 

Natriumhydrogencarbonat in der Kosmetik

Natron ist nicht nur extrem vielseitig, sondern auch völlig unbedenklich. In der CLP-Verordnung (Abkürzung für „Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures“) wurde die Substanz als nicht gefährlich eingestuft. Sie ist frei von Allergenen und laut Kosmetikverordnung KEIN Inhaltsstoff mit eingeschränkter Verwendungsmenge. Natriumhydrogencarbonat darf sogar offiziell für natürliche Rezepturen verwendet werden, denn es hat einen natürlichen Ursprung mit Index 1 (gemäß Norm ISO 16128).

Doch warum ist die Verbindung auch kosmetisch so interessant? Dies liegt vor allem an der Tatsache, dass Natriumhydrogencarbonat unseren Säuren-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht bringt. Der ist nicht nur allgemein für unsere Gesundheit wichtig, sondern insbesondere auch für unsere Haut. Wird Natron beispielsweise in einem Deodorant eingesetzt, reguliert es den pH-Wert und neutralisiert Gerüche. Das Schwitzen, das für unseren Körper ja eigentlich sehr wichtig ist, wird dadurch nicht behindert. Dank der hervorragenden Verträglichkeit ist Natron also eine sehr gut wirksame und vor allem schonende Alternative zu Produkten mit Aluminiumsalzen. Ausgedehnte Studien bewiesen bereits den ausgezeichneten geruchshemmenden Effekt von Natriumhydrogencarbonat.

Mit 20% Natriumhydrogencarbonat konnte eine gute desodorierende Wirkung nach 8 bzw. 12 Stunden bestätigt werden. Wir verwenden idealerweise die Produkte von Sequens (https://www.seqens.com/en/products/sodium-bicarbonate/)

Es bietet sich vor allem für Deobutter, aber auch für Deodorant-Cremes an. Dank der speziellen Zusammensetzung kann die Substanz sogar gegen Schweißfüße helfen, denn sie reduziert auch hier die Entstehung geruchsbildender Bakterien. In diesem Zusammenhang bieten sich entweder Fußbäder mit Natriumhydrogencarbonat oder Pulver mit Natron zum Einstreuen in die Schuhe an.

Allerdings gibt es noch viele weitere Einsatzmöglichkeiten. So kann Natron unter anderem sehr gut in Peelings und pflegende Gesichtsmasken integriert werden. Dies bietet sich vor allem für Menschen an, bei denen ein pH-Ungleichgewicht zur Mitessern und Pickeln führt. Natriumhydrogencarbonat neutralisiert die überschüssigen Säuren auf der Haut, so dass der Teint wieder reiner und klarer wird.  Allerdings sollte pures Natriumhydrogencarbonat auf sehr empfindlicher Haut nicht täglich angewandt werden. Wird es dagegen in hochwertige Formulierungen integriert, sind auch bei täglicher Anwendung und auf sensibler Haut keine nennenswerten Nebenwirkungen zu erwarten.

Herkömmliche Gesichtsreinigungsprodukte stören manchmal die Selbstregulierungsprozesse der Haut und entfernen den natürlichen Hautschutzmantel. Mit natronhaltigen Produkten gelingt die Reinigung des Gesichts dagegen sanft und gründlich, ohne dass die Hautschutzbarriere angegriffen wird.

Wer seinen Körper entschlacken und entsäuern möchte, gönnt sich hin und wieder ein Bad mit einem natronhaltigen Produkt. Positiver Nebeneffekt: Es wirkt wohltuend und sorgt für eine streichelzarte Haut. Für einen optimalen Entsäuerungseffekt sollte die Badezeit aber etwa eine Dreiviertelstunde betragen. Schließlich und endlich ist Natriumhydrogencarbonat auch eine hervorragende Wahl für die Haarpflege. Es entfernt Chemikalien wie beispielsweise Silikone aus dem Haar und bringt die Kopfhaut in ein optimales Gleichgewicht.

Für alle Anwendungen gilt jedoch: Das enthaltene Natriumhydrogencarbonat sollte so rein wie möglich sein. Klassische Produkte aus dem Supermarkt – zum Beispiel Backpulver – enthalten manchmal Phosphate oder Zitronensäure, also Substanzen, die nicht auf unsere Haut gehören. Darum sollte Natron für kosmetische Formulierungen immer pharmazeutische Qualität haben.

 

Steckbrief Natriumhydrogencarbonat

INCI: Sodium Bicarbonat

CAS-Nummer: 144-55-8

Summenformel: NaHCO3

Beschreibung: ein feines weißes Pulver, farb- und geruchlos

Schmelzpunkt: Zersetzung bei über 270 Grad Celsius

Löslichkeit: in Wasser mäßig

 

Natriumhydrogencarbonat in anspruchsvollen Kosmetikprodukten von Cosmacon

Die meist einfach als Natron bezeichnete Verbindung ist ein natürlicher, sanfter und sehr effektiver Deowirkstoff mit einer ausgezeichneten Verträglichkeit. Sie ist eine optimale Alternative zu den kritischen Aluminiumsalzen und auch für Naturkosmetik geeignet. Auch für viele weitere Anwendungsgebiete ist Natriumhydrogencarbonat eine sehr gute Wahl. Cosmacon ist Ihnen bei der Entwicklung hochwertiger Produkte gerne behilflich.

 

Quellen:

Welzel, J. (2020). Grüdl, S., Banowski, B., Sättler, A., Förster, T. and Welss, T. New Technologies for Specific Antiperspirant Ac- tions. SOFW, 146 (03/20), pp. 46-51.

Standard guide for sensory evaluation of axillary deodorancy – E1207-09. ASTM International – 2012

Bewertung der geruchshemmenden Eigenschaften von Natriumhydrogencarbonat durch sensorische Evaluation; S. Mouzon, J. Perez;  Sofw Journal, 146, 10/20 Seite 46-50