Ictyol Pale- sulfoniertes Schieferöl

Chronische Hautkrankheiten werden schon seit mehr als 100 Jahren mit Schieferöl behandelt. Es hemmt eine übermäßig starke Zellteilung und Verhornung, lindert Juckreiz und wirkt entzündungshemmend. Das antimikrobielle, antiirritative und wundheilungsfördernde Wirkungsspektrum bewährt sich bei vielen Anwendungsbereichen. Bei der Abheilung von Ekzemen, beim Ablösen von Kopf- und Hautschuppen und bei der äußerlichen Behandlung von Hauterkrankungen wie Hauteiterungen und Furunkel leistet helles sulfoniertes Schieferöl – oder anders ausgedrückt: Ictasol – wertvolle Dienste. Weitere Indikationen sind Nagelbettentzündungen, Schuppenflechte / Psoriasis, Rosazea, Altersjuckreiz, Akne, Windelekzeme, Neurodermitis und analer Juckreiz. Die Kombination aus entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften sorgt bei der Beseitigung von Hautunreinheiten wie Pickeln für sehr gute Ergebnisse. Nach einer sechswöchigen Behandlungsphase mit mehr als 100 Testpersonen und einer Einsatzkonzentration von 1,0 Prozent Ictasol konnte die Wirksamkeit in mehr als 75 Prozent der Fälle entweder mit „sehr gut“ oder mit „gut“ angegeben werden.

Auch die Effektivität einer Rezeptur mit 1,0 Prozent Ictasol und 0,5 Prozent Salicylsäure wurde bereits im Rahmen einer Studie geprüft.

Die durchschnittliche Anzahl der sichtbaren Hautveränderungen ging dabei während der achtwöchigen Behandlungsphase um 80 Prozent zurück.

 

Wie wird Ictasol gewonnen?

Gewonnen wird Ictasol aus natürlichem Schiefer beziehungsweise aus stark schwefelhaltigem Ölschiefer. Den Ursprung bilden Ablagerungen von winzig kleinen Algen in einem bestimmten Lagunen-Milieu des Alpenraums des Mesozoikums (Erdmittelzeit). Beim biologischen Abbau des Phytoplanktons konnte in der Biomasse durch Sulfat-reduzierende Bakterien organisch gebundener Schwefel gebildet werden. Aus den Ablagerungen bildeten sich im Laufe der Zeit Sedimentgesteine heraus, die als Ölschiefer bezeichnet werden und in denen die heute feste maritime Biomasse enthalten ist. Für die Gewinnung ist die Trockendestillation des Ölschiefers bei 450 Grad Celsius erforderlich. Dabei werden verschiedene Fraktionen durch Kondensation aufgefangen und separiert. Naturgemäß hat Ictasol einen recht strengen markanten Geruch, der für kosmetische Anwendungen jedoch optimiert werden kann. Die früher siedenden kürzeren Moleküle sind jedoch heller und riechen nicht so streng wie die dunkle zähe und höher siedende Fraktion. Die Inhaltsstoffe des dunklen Ammoniumbituminosulfonats sorgen für eine vermehrte Durchblutung und ein Aufweichen der Haut: Wir kennen diesen Effekt von den entsprechenden Zugsalben, bei denen bei eitrigen Hautprozessen der Durchbruch des Eiters nach außen beschleunigt wird. Der Druckschmerz lässt somit nach und die Entzündung wird sozusagen nach außen gezogen. Das helle Bituminosulfonat hat nur eine verminderte Zugwirkung und findet darum bei oberflächlichen Hauterkrankungen Anwendung.

 

Grundsätzlich weisen sulfonierte Schieferöle keine kanzerogenen, teratogenen oder mutagenen Eigenschaften auf, sie sind gut verträglich, und bislang konnten auch keine photosensibilisierende oder phototoxische Wirkungen beobachtet werden.

 

PAK’s in Ictasol?

Ictasol ist schwefelreich, hinsichtlich PAK extrem rein (weniger als 0,001 ppm Benzo[a]pyren) und wasserlöslich. Aufgrund des verwandten Wirkungsspektrums und des typischen Geruchs wird Ictasol häufig noch zu den Teeren gezählt. Das ist jedoch falsch, denn Ictasol ist vielmehr eine schonende Alternative zu Steinkohlenteer. Wegen der Toxizität des Teers dürfen kosmetische Steinkohlenteer-Shampoos nämlich schon seit 1996 nicht mehr innerhalb der EU hergestellt werden. Steinkohlenteer ist stark verunreinigt mit PAK (mehr als 5000 ppm Benzo[a]pyren), schwefelarm und nicht wasserlöslich. Außerdem liegen deutliche Hinweise auf Mutagenität und Cancerogenität vor. Die gute Verträglichkeit von Ictasol wurde dagegen bereits in zahlreichen toxikologischen Studien belegt. Der Wirkstoff eignet sich sowohl für die kurzzeitige als auch für die langandauernde Verabreichung. Er kann für rinse-off- (beispielsweise Shampoos) und für leave-on-Produkte (beispielsweise Bodylotions) verwendet werden.

 

Steckbrief Ictasol

(früher: Natriumschieferölsulfonat)

INCI: Ictasol

Alternative Bezeichnungen: Ichthyolic acid, sodium salt

CAS-Nummer: 1340-06-3, 12542-33-5

EINECS/ELINCS-Nummer: 215-671-7

Definition: ein helles sulfoniertes Schieferöl

Gewinnung: durch Trockendestillation bei circa 450 Grad Celsius aus Ölschiefer aus Phytoplankton

Wirkung: hilft gegen Schuppenbildung auf der Kopfhaut, hemmt das Wachstum von Mikroorganismen wie beispielsweise Pilze und Bakterien, entzündungshemmend

 

Ein bewährter Wirkstoff mit vielen Vorteilen

Sulfonierte Schieferöle sind von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen weitgehend frei und sehr gut verträglich. Außerdem überzeugt Ictasol durch eine hervorragende Wirksamkeit. Cosmacon formuliert für Sie gerne moderne und anspruchsvolle Kosmetik mit Ictasol.