Bei Hanföl handelt es sich um ein Pflanzenöl, das ausschließlich aus den Samen der Pflanze Cannabis sativa (Nutzhanf) gewonnen wird. Im Gegensatz zum Harz der Pflanze enthalten die Samen keinen nennenswerten Anteil am rauschbewirkenden Bestandteil Tetrahydrocannabinol, sie haben folglich auch keine psychoaktive Wirkung. Das Gleiche gilt für das Öl, das aus den Samen gewonnen wird. Sie werden bei der Aufbereitung der geernteten Pflanzen separiert und weiterverarbeitet. Das Kaltpressverfahren eignet sich dafür besonders gut, da die wertvollen Inhaltsstoffe dann nicht durch übermäßige Hitze geschädigt beziehungsweise reduziert werden. Hanf ist eine einjährige krautige Pflanze, die ursprünglich in Zentralasien heimisch war. Heute ist sie jedoch quasi weltweit in allen gemäßigten bis tropischen Zonen zu finden, manchmal kultiviert, manchmal aber auch verwildert. Als Nutzpflanze ist Kulturhanf erstmals um etwa 2800 vor Christi in China verwendet worden, das älteste, noch immer erhaltene Hanfprodukt ist ein kleines Textilfragment aus einem Grab der sogenannten Chou-Dynastie (von 1122 bis etwa 249 vor Christi).

 

Hanföl und seine Eigenschaften

Je nach Herstellungsart kann die Farbe von Hanföl vollkommen unterschiedlich aussehen. Warm gepresstes Öl ist meist dunkelgrün, die besonders verbreitete kalt gepresste Variante dagegen grün-gelb. Es hat einen krautigen bis nussigen Geschmack und riecht sehr aromatisch. Zum größten Teil setzt sich Hanföl aus Fettsäuren zusammen, der Anteil an ungesättigten Fettsäuren liegt dabei bei über 70 Prozent. Von Bedeutung sind insbesondere Linolsäure und Alpha-Linolensäure sowie Gamma-Linolensäure.

Enthalten sind außerdem Chlorophylle, Carotinoide und Vitamine.

Dank eines Fettsäurespektrums, das im Grunde alle essenziellen Fettsäuren enthält, die für den Menschen wichtig sind, gilt Hanföl ernährungsphysiologisch als extrem hochwertig und wird darum auch gerne in der Küche eingesetzt. Als Speiseöl bei der Zubereitung von Soßen, Salaten, Marinaden, Dressings und Brotaufstrichen macht es sich besonders gut.

Zum Braten und Frittieren ist es jedoch weniger geeignet, da der Rauchpunkt bei nur 165 Grad liegt, zum Dämpfen und Dünsten kann es dagegen problemlos genutzt werden.

 

Hanföl in der Kosmetik

Auch in der Kosmetikindustrie findet Hanföl häufig Verwendung. Es ist ein ideales Hautpflegemittel und wird sehr gerne in Massageölen, Shampoos, Salben, Seifen und Cremes eingesetzt. In der Dermatologie spielt Hanföl bei der Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen eine große Rolle. Und auch für die Medizin ist es nicht uninteressant: Im Rahmen einer Behandlung von Entzündungen der Ohren, der Nase oder des Rachens wurden mit Hanföl bereits gute Ergebnisse erzielt.

Doch nicht nur bei Neurodermitis oder Entzündungen hat Hanföl eine schützende und nährende Wirkung. Auch für die ganz normale Haut ist es ungemein wohltuend und positiv. Hanföl verbessert die Elastizität, es verfeinert auf Dauer das Hautbild und verleiht dem Teint einen schönen seidigen Schimmer, ohne jedoch einen öligen Glanz zu hinterlassen. Verantwortlich für die positiven Effekte sind vor allem die Omega-Fettsäuren 3, 6 und 9, die zuverlässige Schutzbarrieren gegen verschiedene schädliche Umwelteinflüsse bilden, die Feuchtigkeit einschließen und eben sowohl entzündungshemmend als auch beruhigend und nährend wirken.

Doch es gibt auch noch andere Produkte auf Hanfölbasis, die ebenfalls viele wohltuende Eigenschaften besitzen. Unter Sportlern gilt beispielsweise Hanfpulver als echtes Wundermittel für eine optimale und gesunde Eiweißzufuhr. Aus Hanfsamen selbst gemahlenes Hanfmehl ist zwar noch ein Geheimtipp, daraus gebackene Kekse und Plätzchen sind aber wertvolle Energielieferanten und sehr praktisch zum Mitnehmen für unterwegs. Und Hanfmilch hat gegenüber herkömmlicher Kuhmilch gleich eine ganze Reihe Vorteile. Sie ist nämlich vollkommen frei von Laktose, Milcheiweiß, Soja, Gluten und Cholesterin, so dass sie auch von Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten genossen werden kann. Außerdem macht sie richtig schön satt und ist ideal für eine schnelle Detoxkur.

 

Steckbrief Hanföl

INCI: Cannabis Sativa (Hemp) Seed Oil

Schmelzpunkt: minus 25 bis minus 15 Grad Celsius

Wichtigste Produktionsländer: Frankreich, China, Chile

Iodzahl: 149 bis 167

Rauchpunkt: 165 Grad Celsius

 

Hanföl: ein besonderes Öl mit besonderen Eigenschaften

Egal ob es sich um Kinder, Menschen mit Erkrankungen oder Senioren handelt, Hanföl besitzt de facto keinerlei Nebenwirkungen. Es ist aber ungemein wertvoll, da die Inhaltsstoffe für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt sorgen, die Durchblutung fördern und antibakteriell wirken. Entzündungen und Rötungen auf der Haut werden effektiv gemildert.

 

 

Quellen:

  • Anjo Schorpp,  Bachelorarbeit, Analyse des Aminosäuremusters von Hanfprotein in Abhängigkeit von Sorte, Erntezeitpunkt und Lagerung mittels GC – MS; 2017
  • Herer, B., 2008. Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf, Frankfurt: Nachtschatten Verlag.
  • Mediavilla, V. M. J. I. S.-S. a. A. S., 1998. Decimal code for growth stages of hemp (Cannabis sativa L.), Zuerich, Switzerland: Journal of the International Hemp Association