Retinol; Psoralea corylifolia; Kräuter Botox

Wenn es um die Bekämpfung von Falten geht, ist Retinol fast immer dabei. Die synthetisch hergestellte und hoch konzentrierte Form von Vitamin A zählt zu den effektivsten Wirkstoffen im Bereich der Hautverjüngung. Allerdings reagieren viele Nutzer auf Retinol allergisch. Zum Glück gibt es aber eine völlig natürliche und sehr sanfte Anti-Aging-Alternative: Bakuchiol. Die Substanz hat mindestens ebenso positive Eigenschaften wie Retinol, führt aber bei Allergikern oder Menschen mit empfindlicher Haut nicht zu Hautirritationen oder anderen Nebenwirkungen. In führenden Frauenmagazinen wird Bakuchiol bereits als neue Anti-Aging-Wunderwaffe beschrieben.

 

Was ist Bakuchiol?

Die Babchi-Pflanze (Bakuchiol) gehört zur Familie der Leguminosen (Hülsenfrüchtler) und ist hauptsächlich in Indien heimisch, wo sie seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der traditionellen Medizin ist. Die einjährige Pflanze kann bis zu 90 Zentimeter hoch werden und trägt hellviolette Blüten. Sie wird offiziell im „Ayurvedischen Arzneibuch von Indien“ aufgeführt, das vom indischen Ministerium für Gesundheit und Familienfürsorge herausgegeben wurde. Das „National Health Portal“ zählt sie zudem zu den „Common Medicinal Plants of Ayurveda“. In der traditionellen Medizin werden aus der Pflanze Diuretika, Abführmittel, aber auch Aphrodisiaka hergestellt. Anwendung findet sie außerdem bei Leukodermie, Psoriasis und Lepra.

 

Bakuchiol in der Kosmetik

Für kosmetische Zwecke sind vor allem die Samen der Babchi-Pflanze interessant, die meist im Dezember und Januar geerntet werden. Aus ihnen wird der natürliche Pflanzenwirkstoff Bakuchiol gewonnen, der im Aufbau dem Antioxidans Resveratrol ähnelt. Chemisch gesehen handelt es sich bei dem Wirkstoff um ein Meroterpen der Klasse Terpenophenol. Obwohl sich die chemischen Strukturen von Bakuchiol und Retinol stark unterscheiden, wirken sie auf ähnliche Zellpfade ein. Im International Journal of Cosmetic Science wurde zu diesem Thema bereits eine interessante Studie veröffentlicht. Demnach ist Bakuchiol vor allem dann eine wirksame (und verträgliche) Alternative zu Retinol, wenn es um die Bildung von Kollegen geht. Kollagen bildet das Gerüst, das sich über die Haut spannt. Im Laufe der (Lebens-)Jahre wird dieses Gerüst jedoch zunehmend instabil, so dass sich Knitterfältchen zeigen und die Haut insgesamt weniger straff aussieht. Bakuchiol stimuliert die so wichtige Kollagensynthese. So soll die Anwendung von entsprechenden Präparaten die Produktion von Kollagen-Typ I, III und IV vermehrt anregen. Kollagen I spielt in der Haut, den Sehnen, Faserknorpeln, Knochen und im Dentin eine große Rolle, da es innerhalb der Kollagenfasern fasernbildend wirkt. Kollagen III hat wertvolle Effekte auf die Haut, Skelettmuskulatur und Blutgefäße, da es in den Retikulinfasern faserbildend wirkt. Das netzförmige Kollagen IV hat dagegen einen großen Einfluss auf den Zellstoffwechsel und befindet sich in der sogenannten Basallamina, die zur Basalmembran gehört.

Neben der straffenden Wirkung besitzt Bakuchiol auch antioxidantische, antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Das bedeutet, dass unter anderem Bakterien (beispielsweise Staphylococcus aureus) und Keime eliminiert und schädliche freie Radikale abgewehrt werden. Der Stoff lindert Entzündungen und trägt dazu bei, dass Pickelchen entweder abheilen oder überhaupt nicht erst entstehen. Forschungen haben sogar schon gezeigt, dass Bakuchiol wirksamer gegen Akne ist als Salicylsäure. Die Substanz soll Akne nach 6 Wochen um mehr als 40 Prozent reduzieren können. Außerdem sollen Hyperpigmentierungen durch den Stoff signifikant zurückgehen.

In einer klinischen Studie testeten 16 Probanden zwischen 41 bis 60 Jahren eine Lotion, die Bakuchiol in einer Konzentration von 1,0 Prozent enthielt. Nach drei Monaten zeigten sich deutliche Verbesserungen bei Linien und Fältchen (minus 20 Prozent Faltentiefe), Pigmentierung, Elastizität, Festigkeit und allgemeiner Lichtschädigung, ohne dass es gleichzeitig zu einer Reizwirkung auf die Haut kam.

Auch für die Behandlung von Hauterkrankungen eignet sich Bakuchiol sehr gut. Der Wirkstoff wurde bereits sehr erfolgreich gegen Schuppenflechte eingesetzt. Bei Ekzemen und Rosazea sollte Bakuchiol allerdings nur in einer sehr niedrigen Konzentration angewendet werden. Darüber hinaus erhöht der Stoff in einem bestimmten Umfang die Lichtempfindlichkeit, so dass starke Sonnenbestrahlung nach dem Auftragen nach Möglichkeit vermieden werden sollte. Da bislang noch keine ausreichenden Daten zu Fortpflanzungs- und Entwicklungseffekten vorliegen, wird die Anwendung bei schwangeren und stillenden Frauen bis auf Weiteres nicht empfohlen.

 

Bakuchiol – besser als Retinol oder das neue Botox?

Doch abgesehen von diesen wenigen Vorsichtsmaßnahmen: Bakuchiol zeichnet sich durch eine hervorragende Verträglichkeit aus und führt im Vergleich zu Retinol deutlich weniger und seltener zu Schuppung, Brennen und Juckreiz.

Der Stoff eignet sich grundsätzlich für alle Hauttypen: für fettige, trockene und empfindliche Haut genauso wie für Mischhaut.

Bakuchiol gibt es inzwischen als Serum, Öl und Konzentrat. Das Öl lässt sich besonders gut mit Mandel-, Jojoba-, Kokos- und Aprikosenkernöl kombinieren. Generell bietet sich der Wirkstoff für Cremes, aber auch für Booster und Masken an. Er wird von Experten mittlerweile sogar schon als Kräuter-Botox bezeichnet, da der Effekt relativ schnell und stark erkennbar ist.

Positiver Nebeneffekt: Abgesehen von ihrer entzündungshemmenden, antioxidativen und Anti-Aging Wirkung hat die Substanz östrogenähnliche Effekte und soll sogar gegen Osteoporose helfen.

 

Steckbrief

INCI: Bakuchiol

CAS-Nummer: 10309-37-2

Alternative Bezeichnungen: (S-E)-4-(3-Ethenyl-3,7-dimethyl-1,6-octadienyl)-phenol

Beschreibung: eine gelbe bis gelbbraune Flüssigkeit

Schmelzpunkt: 106 Grad Celsius

Siedepunkt: 391 Grad Celsius

Wirkung: antioxidativ, entzündungshemmend und antibakteriell

 

Bakuchiol für anspruchsvolle Kosmetik von Cosmacon

Bakuchiol wird in Mitteleuropa noch relativ selten in Kosmetikprodukten eingesetzt, in den USA ist der Wirkstoff dagegen schon deutlich weiter verbreitet. Das könnte sich in Anbetracht der vielen positiven Eigenschaften jedoch schon bald ändern, zumal der Begriff in den einschlägigen Internet-Suchmaschinen immer häufiger auftaucht.

Und das ist auch nicht verwunderlich, denn der Stoff aus den Samen der Babchi-Pflanze reguliert die Kollagenproduktion der Haut und führt dadurch zu einer deutlichen Straffung des Hautbildes. Außerdem wirkt er reinigend und beugt Unreinheiten vor. Auch Pickel werden effektiv bekämpft. Da Bakuchiol wesentlich verträglicher ist als das ähnlich wirkende Retinol, ist der Stoff für anspruchsvolle moderne Kosmetik einfach perfekt. Lassen Sie sich von Cosmacon zu diesem Thema beraten, wir unterstützen Sie gerne bei der Entwicklung wirksamer Formulierungen.