Zertifizierungen Naturkosmetik

Siegel, vegan, Cruelty-free, Natrue

Naturkosmetik erlebt weltweit einen anhaltenden Boom. Bewusste Konsumenten treiben die Nachfrage im Kosmetikmarkt nach Produkten, die mit ihren Werten und Lebensstilen im Einklang sind.

Kosmetikprodukte kommen dieser Forderung nach, indem sie ihre Marke neu aufstellen, natürliche Ansätze einbeziehen und neu definieren, was „natürlich“ bedeuten sollen.

Begriffe wie vegan, GMO-frei, aus kontrolliert biologischem Anbau, Nachhaltigkeit, der Verzicht auf Tierversuche, fairer Handel, Transparenz, Clean Beauty werden zunehmend wichtig.

Mit Zertifizierungen Naturkosmetik von unabhängigen Stellen unterstreichen sie ihre Bereitschaft zur Umgestaltung von Prozessen und liefern Konsumenten eine Orientierung, um Produkte zu finden, die ihrem bewussten Lebensstil entsprechen.

Wir geben nachfolgend einen Überblick über verschiedene Siegel, die als Zertifizierungen Naturkosmetik geeignet sind.

 

ORGANISCH UND NATÜRLICH

 

Das Konzept „natürlich“ bezieht sich auf Formulierungen, die zum überwiegenden Teil Inhaltsstoffe aus natürlichen Quellen enthalten und gemäß grünen Verfahren hergestellt sind.

Einige übliche natürliche Inhaltsstoffe sind Wasser, Mineralien und physikalisch verarbeitete Inhaltsstoffe aus der Landwirtschaft (z.B. Pflanzenextrakte, Pflanzenöle oder gereinigte Pflanzenwirkstoffe). Inhaltsstoffe nicht natürlicher Herkunft sind beispielsweise Konservierungsstoffe, Additive oder Lösungsmittel petrochemischer Herkunft, wie Propylene Glycol, Phenoxyethanol, BHT, etc.

Die Konzepte „natürlich“ bzw. „biologisch“ gehen oft Hand in Hand, sind aber dennoch verschieden und werden durch die Zertifizierungen unterschieden.

Ein biologisches Kosmetikprodukt enthält Inhaltstoffe aus organischem Landbau (wie Fruchtwechsel oder die Verwendung von Kompost anstatt chemischer Dünger). Ein biologisches Produkt ist immer natürlich, aber ein natürliches Produkt ist nicht unbedingt biologisch.

 

COSMOS

Der COSMOS Standard wird von dem in Brüssel ansässigen, unabhängigen Verband COSMOS Standard AISBL verwaltet und mit den Gründungsmitgliedern (BDIH/Deutschland, Comébio/Frankreich, Ecocert/Frankreich, ICEA/Italien, Soil Association/UK) ständig weiterentwickelt.

Der COSMOS Standard wird derzeit auf fast 40.000 Kosmetikprodukte und -inhaltsstoffe in 70 Ländern angewendet und ist eine der am weitesten verbreiteten Zertifizierungen Naturkosmetik und Bio-Kosmetik in der Welt.

Der Standard bietet Zertifizierungen/Zulassungen für kosmetische Produkte und Rohstoffe und erfasst nicht nur natürliche und biologische Inhaltsstoffe, sondern auch die Nachhaltigkeit und die Verwendung von Inhaltsstoffen, die sowohl für die Umwelt als auch für Menschen unbedenklich sind.

Er definiert 5 Kategorien von Inhaltsstoffen für kosmetische Produkte: Wasser, mineralische Substanzen, physikalisch verarbeitete Agrar-Bestandteile, chemisch verarbeitete Agrar-Bestandteile und andere.

Da einige Produkte viel Wasser und mineralische Bestandteile, die nicht biologischen Ursprungs sein können, enthalten, ist der prozentuale Bio-Anteil abzüglich dieser Bestandteil-Kategorien angegeben.

 

Von COSMOS werden vier Signaturen vergeben, zwei für Produkte, zwei für Inhaltsstoffe.

  • COSMOS ORGANIC: Die Signatur steht für Produkte zur Verfügung, die unter allen Gesichtspunkten dem Cosmos Standard entsprechen und mindestens 95% biologische Anteile gemäß Cosmos Standard enthalten.
  • COSMOS NATURAL: Die Signatur steht für Produkte zur Verfügung, die unter allen Gesichtspunkten dem Cosmos Standard entsprechen, aber keinen Mindestanteil an biologischen Bestandteilen erfordern.
  • COSMOS CERTIFIED: Die Signatur steht für physikalisch verarbeitete und chemisch verarbeitete Agrar-Bestandteile mit biologischem und natürlichem Anteil entsprechend dem Cosmos Standard zur Verfügung
  • COSMOS APPROVED: Die Signatur steht für nicht-Bio Rohstoffe zur Verfügung, die für die Verwendung in nach dem Cosmos Standard zertifizierten Kosmetikprodukten zugelassen sind.

 

Die Anforderungen an kosmetische Produkte mit Cosmos Zertfizierung beziehen sich auch auf Gesundheits- und Umweltrisiken, Nachhaltigkeit und den Ursprung und die Verarbeitung von Inhaltsstoffen. Der Standard verbietet Tierversuche, es sei denn, sie sind gesetzlich vorgeschrieben, den Einsatz von genetisch veränderten Organismen (GMO) und synthetischen Rohstoffen (mit einigen Ausnahmen). Er reguliert Palmöl, Palmkernöl und ihre Derivate, die nachhaltig zertifiziert sein müssen (CSPO).

Der Cosmos Standard wird zurzeit überarbeitet und erscheint 2022 in neuer Version.

 

www.cosmos-standard.org

 

 

NATRUE

Diese Zertifizierung ist in einigen Ländern, z.B. Deutschland, sehr verbreitet und stellt einen der höchsten Qualitätsstandards der Industrie dar. Sie wird für Rohstoffe und Fertigprodukte vergeben. Bisher sind 6900 Produkte zertifiziert und 700 Rohstoffe zertifiziert und genehmigt.

Sie teilt die zugelassenen Inhaltsstoffe in 3 Kategorien ein:

natürliche Substanzen, naturidentische Substanzen und Derivate natürlicher Substanzen, die allesamt frei von gentechnisch veränderten Organismen sein müssen.

Naturidentische Substanzen sind nur zulässig, wenn sie aus der Natur ohne vertretbaren technischen Aufwand nicht zu gewinnen sind (z.B. anorganische Pigmente und Mineralien, naturidentische Konservierungsstoffe).

Derivate natürlicher Substanzen sollten in ihrem Ausgangsmaterial vorzugsweise natürlich sein. Beispiele sind Fette, Öle, Wachse, Lecithin, Proteine, Lipide, Polysaccharide. Zur Gewinnung sind bestimmte Prozesse zulässig (z.B. Veresterung).

Der Standard sieht unterschiedliche Produktkategorien vor, von denen keine erlaubt, zugesetztes Wasser in die Anteile einzurechnen. Wasser wird lediglich als natürliche Substanz betrachtet, wenn es direkt aus einer pflanzlichen Quelle stammt (anders gesagt, wenn es direkt von Pflanzensäften gewonnen wird).

Naturkosmetik muss einen bestimmten Mindestanteil an natürlichen Substanzen enthalten und einen Maximalgehalt an natürlich abgeleiteten Rohstoffen. Die Anteile für bestimmte Produkttypen sind in einer Tabelle auf der Website von Natrue aufgeführt.

Naturkosmetik mit biologischen Anteilen: Hier müssen 70% natürliche Substanzen und Naturstoffderivate aus kontrolliert biologischer Erzeugung stammen,

Biokosmetik: hier soll der Anteil 95% betragen.

Tierversuche werden von Natrue grundsätzlich abgelehnt. Außerdem sind Kriterien zum Schutz der Umwelt, der Biodiversität und der Einhaltung der Nachhaltigkeit festgelegt.

Das Natrue-Label können nur Marken beantragen, von denen 75% der gesamten Produkte für das Natrue Label in Frage kommen.

Der Standard wird fortwährend vom Wissenschaftlichen Komitee geprüft und, wenn nötig, überarbeitet.

www.natrue.org

 

 

ISO 16128

 

Auch dieser Standard kommt für Zertifizierungen Naturkosmetik in Frage.

Die International Organisation for Standardisation ist eine unabhängige Organisation mit ca. 160 Mitgliedern. Sie erarbeitet Qualitätsstandards für viele Industriezweige, u.a. Kosmetik.

Der Standard wurde erschaffen, um eine international einheitliche Definition für biologische und natürliche Produkte bereitzustellen. Er kann zusammen mit anderen Zertifizierungen angewendet werden. Er stellt den Marken ein Messinstrument zur Verfügung, ist aber nicht dazu gedacht. Marketing Claims aus ihm abzuleiten.

Er definiert Kriterien für natürliche und naturnahe sowie biologische und abgeleitete biologische Inhaltsstoffe.

Wasser gilt immer als natürlicher Inhaltsstoff, wird aber nur unter bestimmten Kriterien als biologisch betrachtet.

Hinzu kommen nicht natürliche Inhaltsstoffe.

Der Standard besagt auch, dass Inhaltsstoffe von genetisch veränderten Pflanzen in bestimmten Regionen als natürliche Inhaltsstoffe betrachtet werden können und stellt Definitionen für diese Inhaltsstoffe bereit.

Er existiert seit 2017 und ist vor allem ein technischer Standard.

Berechnet wird der Anteil der regenerativen Kohlenstoffatome im Verhältnis zum Gesamtanteil der Kohlenstoffatome am Inhaltsstoff.

ISO 16128 setzt keine Grenzwerte für ein kosmetisches Produkt, um als biologisch und/oder natürlich zu gelten. Man kann allerdings sagen, dass ein Anteil natürlicher Kohlenstoffatome von mindestens 50 Prozent die ISO-Definition Naturnah erfüllt.

Der numerische Ansatz macht einzelne Rohstoffe und fertige Produkte besser vergleichbar und wird darum von Rohstofflieferanten und Kosmetikherstellern zunehmend genutzt.

www.iso.org

 

USDA

In den USA ist ”natürlich“ in der Kosmetik kein geregelter Begriff. Anders ist es mit „biologisch”. Hier liegt eine Regelung des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) vor. Diese Zertifizierung nennt die Anforderungen für Produkte, die nach der National Organic Product Certification (NOPC) als biologisch gelten.

Kosmetik, Haut- und Körperpflegeprodukte kommen für 4 biologische Labels in Frage:

  • 100 percent organic:  Das Produkt darf (ausgenommen Wasser und Salz) nur biologisch erzeugte Inhaltsstoffen enthalten.
  • Organic: Das Produkt muss mindestens 95 Prozent biologisch erzeugte Inhaltsstoffe enthalten (ausgenommen Wasser und Salz). Die verbleibenden Inhaltsstoffe müssen aus nicht-Agrar-Substanzen bestehen, die in der Nationalen Liste zugelassen sind, oder aus nicht-biologisch erzeugten landwirtschaftlichen Produkte, die kommerziell in organischer Form nicht erhältlich sind und sich auch in der Nationalen Liste finden.
  • Made with organic ingredients: Die Produkte enthalten mindestens 70 Prozent biologisch erzeugte Inhaltsstoffe und das Produktlabel kann bis zu drei der biologischen Bestandteile auf dem Etikett auflisten.
  • Weniger als 70 Prozent biologisch erzeugte Inhaltsstoffe: Die dürfen den Begriff “biologisch“ nicht auf dem Etikett verwenden. Sie können allerdings die spezifischen Inhaltsstoffe, die USDA-zertifiziert sind, als biologisch erzeugt bei dem Aussagen zu den Inhaltsstoffen aufführen.

 

www.usda.gov

 

 

Ecolabel

Das Ecolabel, die Euroblume, wird an Produkte und Dienstleistungen vergeben, die eine geringere Umweltbelastung haben als andere und ist somit auch für Zertifizierungen Naturkosmetik interessant. Es wurde 1992 eingeführt und wird seit 2000 auch auf Dienstleistungen angewendet. Es wird in allen EU-Mitgliedsstaaten vergeben und ist auch in Norwegen, Island, der Schweiz und Liechtenstein gültig.

Das EU Ecolabel ist nicht exklusiv für die Kosmetik, sondern bezieht auch andere Produkte, wie Textilien, Farben oder Reinigungsmittel, mit ein und umfasst zurzeit 70.000 Produkte und Dienstleistungen.

Es garantiert, dass zertifizierte Produkte ihre Auswirkung auf das Wasserökosystem minimieren, strikte Anforderungen der biologischen Abbaubarkeit erfüllen und ihren Verpackungsabfall kontrollieren. Mit Blick auf Kosmetik- und Hautpflegeprodukte stehen beim Ecolabel folglich Rinse-off-Produkte im Vordergrund. Hinzu kommt die Forderung nach nachhaltigen Quellen für Palmöl, Palmkernöl oder ihre Derivate.

 

www.eu.-ecolabel.de

 

 

ICADA

Die International Cosmetics and Detergents Association ist ein europäischer Verband mit über 650 Mitgliedern. Er verleiht mehrere Siegel, u.a. Vegan, Clean Beauty, Halal, Functional Cosmetic und Zertifizierungen Naturkosmetik.

Für das Siegel Natural + Organic setzt er eine 100% Bio-Pflicht voraus und sieht darum keine Zertifizierungsklassen vor.

Das Siegel schreibt den Einsatz von biologischen Inhaltsstoffen vor, wenn diese in ausreichender Menge, in akzeptierter Qualität und zum angemessenen Preis zur Verfügung stehen.

Es dürfen keine tierischen Substanzen verwendet werden, keine GMOs, aber Produkte aus den Stoffwechselprozessen von Mikroorganismen sowie mineralische und anorganische Bestandteile und synthetische Konservierungsmittel.

Entsprechende Positivlisten finden sich auf der Website ebenso wie eine Liste der ausgeschlossenen Substanzen, wie Silikone, synthetische Farbstoffe, petrochemische Produkte.

 

www.icada.eu

 

 

GfaW

Die Gesellschaft für angewandte Wissenschaft vergibt vier Zertifizierungen Naturkosmetik:

NC-Siegel Naturkosmetik, Biokosmetik und vegane Naturkosmetik, vegane Biokosmetik.

Das NC-Siegel Organic für Biokosmetik erhalten Produkte, deren Inhaltsstoffe landwirtschaftlichen Ursprungs zu 95% aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.

 

www.gfaw.eu

 

 

Demeter

Das Demeter-Siegel ist vor allem für Nahrungsmittel von bio-dynamischer Qualität bekannt, wird aber auch für Zertifizierungen Naturkosmetik angewendet. Die höchste Stufe der Demeter-Zertifizierung erfordert einen Anteil von mindestens 90% Rohstoffe aus Demeter Vertragsanbau. Demeter bürgt zudem bei der Verarbeitung der Rohstoffe und der Herstellung der Kosmetik für die Beachtung von bio-dynamischen Prozessen und den Grundsätzen des Anthroposophen Rudolf Steiner.

 

www.demeter.de

 

 

VEGAN / VEGETARISCH

Bei Vegan- bzw. Vegetarisch-Siegel geht es darum, dass keine tierischen Substanzen verwendet werden. Darum sind diese Siegel auch für Zertifizierungen Naturkosmetik geeignet.

 

Vegan-Blume

 

Die Vegan-Blume wird von der 1944 gegründeten Vegan Society seit 1990 vergeben. Sie erscheint zurzeit auf 52000 Produkten u.a. Kosmetik, Kleidung, Nahrungsmittel, Haushaltsartikel.

Die Vegan-Blume kennzeichnet Produkte, die keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten. Auch der Herstellungsprozess ist tierbestandteilsfrei. Die Vegan-Blume wird nur an Einzelprodukte vergeben.

 

www.vegansociety.com

 

EVE-VEGAN®

Certification Expertise Vegane Europe hat eine Zertifizierung für vegane Produkte verfasst, die international für Produkte gültig ist, die keine Substanzen tierischen Ursprungs enthalten und nicht an lebenden Tieren getestet sind. Die Zertifizierung bezieht sich auf unterschiedliche Produktkategorien neben Kosmetika, wie Nahrungsmittel und Getränke, und setzt keine kontrolliert biologische Zertifizierung voraus.

Der Vegan Standard 2019 präsentiert die Mindestkriterien, auf die sich alle Vegan-Verbände in Europa geeinigt haben.

Es sieht 3 Kategorien vor:

 

Klasse 01: frei von tierischen Substanzen, nicht an Tieren getestet, ohne technische Substanzen tierischen Ursprungs.

Klasse 02: frei von tierischen Substanzen, nicht an Tieren getestet, ohne technische Substanzen tierischen Ursprung, 95% der Inhaltsstoffe aus zertifizierter biologischer Landwirtschaft

Klasse 03: beschreibt eine Produktionsweise in Einklang mit dem EVE-VEGAN® Standard.

Die Zertifizierung zeigt Regeln zu folgenden Themen auf: Inhaltsstoffe, Verarbeitungs-prozesse, Verpackungen, Produktion und Labortests.

 

www.certifcation-vegan.org

 

 

V-LABEL

Bereits in den 1970ern wurde das V mit dem Blatt in der oberen rechten Ecke als Symbol für den vegetarischen Lebensstil verwendet. International bekannt wurde es durch seine Vorstellung auf dem ersten Europäischen Vegetarischen Kongress 1985. Heute wird das V als Bestandteil vieler Logos in der Vegetarischen oder Veganen Szene verwendet.

Die Zertifizierung V-Label der EU verbietet die Verwendung von Genveränderten Organismen und Eiern von Hennen in Käfighaltung. Sie bezieht auch Verpackungen, Düngungs- und Anbaumethoden und Substanzspuren und Verunreinigungen in ihren Regelungen mit ein.

Sie fordert dazu auf, Düngemittel mit Substanzen tierischen Ursprungs zu meiden und freiwillig das potenzielle Vorhandensein minimaler Spuren von Belastungen mit Allergenen oder tierischen Produkten während des Produktionsprozesses anzugeben.

Das V-Label hat sich vor allem im Lebensmittelbereich in Deutschland und der Schweiz etabliert, gelangt jetzt zunehmend auch in Gastronomie und Kosmetik.

Es wird mit dem Zusatz Vegetarisch oder Vegan verwendet und in Deutschland von ProVeg e.V. vergeben

 

www.v-label.eu

 

 

TIERSCHUTZ-LABELS

Unterschiedliche Labels zeigen an, dass ein Produkt ohne Tierversuche entstanden ist. Insofern empfiehlt sich dieses Segel als Ergänzung für Zertifizierungen Naturkosmetik.

Zwar dürfen in der EU seit 2013 keine Tierversuche an Fertigprodukten mehr durchgeführt werden, aber ein Unternehmen kann Tierversuche außerhalb der EU durchführen oder durchführen lassen, wenn es die Produkte in Nicht-EU-Staaten verkauft.

 

Cruelty-free

Das Label von PETA, der größten Tierschutzorganisation weltweit, steht dafür, dass Produkte ohne Tierleid und Tierversuche hergestellt werden. Es garantiert, dass Kosmetikprodukte, sowohl die Endprodukte als auch die Rohstoffe, auf Tierversuche verzichten.

 

www.peta.de

 

 

Das hüpfende Häschen

Das hüpfende Häschen, Leaping Bunny, auf Kosmetik- und Haushaltsprodukten war das erste anerkannte Symbol für Produkte, die frei von Tierversuchen sind. Die Zertifizierung garantiert, dass weder das Produkt noch seine Bestandteile an Tieren getestet wurden. Die Definition des Standards erlaubt nur in-vitro-Tests oder Tests an freiwilligen Testpersonen. Die Leaping Bunny Zertifizierung muss jedes Jahr erneuert werden; die Unternehmen können geprüft werden, um festzustellen, ob sie sich an die Regeln halten.

Leaping Bunny wurde von einem internationalen Netzwerk von Tierschutzorganisationen 1996 gegründet und zertifiziert Unternehmen in den USA, Kanada und der Europäischen Union.

 

www.leapingbunny.org

 

 

Kaninchen mit schützender Hand

Das Logo des deutschen Tierschutzbundes darf nur verwendet werden, wenn für das Produkt keine Tierversuche durchgeführt wurden.

 

www.tierschutzbund.de

 

 

CLEAN BEAUTY

Diese Zertifizierungen beziehen sich in der Kosmetik darauf, dass die Unternehmen sich bemühen, weniger Inhaltsstoffe zu verwenden und mehr natürliche Substanzen einzubeziehen und ist somit für Zertifizierungen Naturkosmetik angezeigt.

Das „ohne“ bzw. „frei von“ wird von Konsumenten im Sinne von Transparenz von den Unternehmen erwartet. Es geht um kürzere Inhaltsstofflisten, auf denen natürliche Substanzen vorherrschen.

 

 

The Credo Clean StandardTM

Der Credo Clean StandardTM fordert die Marken zur Transparenz über ihre Produktsicherheit, die Gewinnung (natürlich, synthetisch, mehrere Quellen), die ethischen Grundlagen und die Nachhaltigkeit auf. Der Standard strebt mit mehreren Maßnahmen eine spezifische Definition von Clean Beauty an. So hat er eine Liste von 2700 Inhaltsstoffen (Dirty List) verfasst, die Unternehmen aus Gründen der Produktsicherheit und Nachhaltigkeit meiden müssen.

Sie müssen Informationen über ihre Bestandteile, deren Zusammensetzung und Gewinnung offenlegen.  Sie müssen ihre Produkte auf Sicherheit an freiwilligen Testpersonen prüfen. Die Zertifizierung empfiehlt die offizielle Inhaltsstoff-Terminologie (INCI).

 

www.credobeauty.com

 

 

Halal zertifiziert

Das Zertifikat bezieht sich auf Nahrungsmittel und Kosmetik. Grundlage sind die Halal-Vorschriften und -Verbote. Halal stammt ursprünglich von den Vorschriften des Islamischen Gesetzes und bezog sich zunächst auf Nahrungsmittel. Mittlerweile ist Halal aber auch für viele Menschen außerhalb der Religion interessant geworden, da die Produkte eine Möglichkeit bieten, sozial verantwortungsvoll, umweltbewusst und zum Wohl der Tiere zu handeln.

Halal-Vorschriften besagen beispielsweise, dass die Produkte kein Fleisch von toten Tieren, von Schweinen, Wild und fleischfressenden Tieren oder Raubvögeln enthalten dürfen, ebenso wenig Gelatine und Flüssigkeiten von diesen Tieren. Tiere sollten nach dem islamischen Gesetz so geschlachtet werden, dass ihr Leben schnell und schmerzlos beendet wird.

Pflanzliche Nahrung sollte nicht fermentiert und frei von Zusatzstoffen sein. Genveränderte Organismen und Produkte vom menschlichen Körper (z.B. Keratin) sind als Rohstoffe verboten.

Hinzu kommen verschiedene andere Vorschriften, wie die Reinigung der Geräte nach Halal-Vorschriften.

Halal-Produkte sind ideal für Veganer und Allergiker und Konsumenten, die auf Zertifizierungen Naturkosmetik achten, da sie ohne tierische Substanzen, Alkohol, Silikone, Paraffin auskommen.

Die Islamic Information Documentation Certification GmbH ist die erste Europäische Zertifizierungsstelle, die die Akkreditierung von der Halal Accreditation Agency erhalten hat.

 

www.iidc.eu

 

 

NACHHALTIGKEIT

Nachhaltigkeit ist ein ganzheitliches Konzept, dass in die Zertifizierung alle Produktprozesse einbezieht. Einige Kriterien sind: Gewinnung der Inhaltsstoffe aus erneuerbaren Rohstoffen, Achten und Erhalten der Biodiversität, ethisch korrekte Arbeitsbedingungen. Das Konzept kann sich mit biologischem Ernten und Produkten, die für die Meere unschädlich sind, überschneiden. Es umfasst Produktionsprozesse, die im Einklang mit der Nachhaltigkeit stehen, einschließlich eines reduzierten Kohlendioxid-Fußabdrucks oder der Verwendung umweltverträglicher Verpackungen, sowie Schutz der Biodiversität und bietet sich somit für diesen Aspekt der Zertifizierungen Naturkosmetik an.

 

UEBT

Die Union for Ethical Biotrade wurde 2007 gegründet und folgte damit einer Initiative der UN-Konferenz zu Handel und Entwicklung, die die Bio Trade Initiative hervorbrachte.

2015 startete die UEBT die Zertifizierung für natürliche Inhaltsstoffe.

2018 begann sie die ethische Sourcing System Zertifizierung (mit Weleda und Natura Cosmetics als Partner).

2021 startete UEBT in Zusammenarbeit mit der Rainforest Alliance das Herbs & Spices Programm.

Die nicht gewinnorientierte Vereinigung mit Sitz in Amsterdam fördert die Nutzung natürlicher Ressourcen durch die Achtung der Biodiversität und Nachhaltigkeit.

Sie definiert Praktiken und leitet Unternehmen zu respektvollem Umgang mit der Biodiversität ebenso wie zum Respekt vor den Menschen an.

Sie ist somit eine Ergänzung zu biologischen Zertifizierungen mit Schwerpunkt auf der Gewinnung von Inhaltsstoffen in einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Weise. UEBT zertifiziert Marken, die keine Handlungen durchführen, die die Biodiversität reduzieren, wie durch Abholzen von Wäldern, Gebrauch von Pestiziden, und belohnt positive Aktionen für die Biodiversität, wie den Schutz von gefährdeten Spezies und Bestäubern (Bienen) und die Bereicherung des natürlichen Ökosystems.

UEBT bietet Zertifizierungen in der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie.

 

www.ethicalbiotrade.org

 

 

Eco-Control

Das Siegel wurde von der Inspektions- und Zertifizierungsstelle für biologische Produkte und Qualitätssicherungs-Systeme entwickelt. Es kann für Rohstoffe und Qualitätssicherungs-Systeme von Naturkosmetik-Herstellern eingesetzt werden. Es legt Wert auch Transparenz der Herstellungsverfahren und eine ganzheitliche Firmenphilosophie. Die Unternehmen müssen Umwelt, Gesellschaft, Mitarbeiter und Lieferanten nachhaltig mit einbeziehen. Das Siegel verlangt, dass alle eingesetzten Zutaten auf der Grundlage natürlicher Rohstoffe hergestellt sind.

 

www.ecocontrol.website

 

 

FSC – Forest Stewardship Council

Die Inhaltsstoffe werden so geerntet, dass die Gewinnung dem Ökosystem, der Tier- und Pflanzenwelt und den Menschen nicht schadet.

Für Zertifizierungen Naturkosmetik ist das Siegel der 1993 gegründeten Non-Profit Organisation mit Sitz in Bonn hinsichtlich des Holzes für Pinsel, Stifte, Kosmetiktücher, Papier für Verpackungen interessant.

 

www.fsc-deutschland.de

 

 

RSPO

Die RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) Zertifizierung reagiert auf die Forderung vieler Konsumenten und Unternehmen nach einem Standard, der die Verwendung von nachhaltigem Palmöl und seinen Derivaten garantiert.

Der RSPO gibt eine Reihe von Kriterien vor, die erfüllt werden müssen, um Certified Sustainable Palm Oil (CSPO) zu liefern. Sie basieren auf Umwelt- und sozialen Standards und haben zum Ziel, die Auswirkung der Palmöl-Gewinnung auf Gemeinschaften und ihre Umgebung zu reduzieren. Über 4000 Unternehmen haben die Zertifizierung vornehmen lassen.

 

Die RSPO Zertifizierungen umfassen:

  • IDENTITY PRESERVED: nachhaltiges Palmöl aus einer einzigen zertifizierten und identifizierbaren Quelle. Es wird von gewöhnlichem Palmöl während der gesamten Lieferkette getrennt,
  • SEGREGATED: nachhaltiges Palmöl aus unterschiedlichen zertifizierten Quellen, das von gewöhnlichem Palmöl durch die Lieferkette getrennt wird.
  • MASS BALANCE: nachhaltiges Palmöl aus zertifizierten Quellen, das mit gewöhnlichem Palmöl in der Lieferkette gemischt wird.
  • RSPO CREDITS / BOOK & CLAIM: das Vorhandensein von nachhaltigem Palmöl in der Lieferkette wird nicht kontrolliert. Die Hersteller und Einzelhändler können von anderen Herstellern, Verschnittanbietern und kleinen unabhängigen Produzenten von RSPO zertifiziertes Palmöl kaufen.

 

www.rspo.org

 

 

FAIRER HANDEL

Bei Siegel zum Fairen Handel geht es um vor allem um die ethisch verantwortungsvolle Beziehung zu den an der Lieferkette Beteiligten, faire Preise. Aspekte der Nachhaltigkeit und Biodiversität können hinzukommen und passen somit zu den Zertifizierungen Naturkosmetik.

 

B Corporation

Oder B Corp steht für Benefit Corporation und zeichnet Unternehmen aus, die hinsichtlich Unternehmensführung, Behandlung der Mitarbeiter, Beziehungen zu den Gemeinden, in denen sie tätig sind, und Umweltschutz punkten.

B Corporation ist eine Zertifizierung für soziale und ökologische Leistungen und steht für Umweltengagement und Transparenz.

Sie ist mit Niederlassungen in USA, Europa, Kanada, Australien, Neuseeland vertreten.

 

www.bcorporation.net

 

 

Fair for Life

Das Label für Kosmetik, Textilien und Lebensmittel ist eines der wenigen Siegel, das keine Lizenzgebühr für die Logo-Nutzung verlangt, sondern lediglich Gebühren für den Audit- und Zertifizierungsaufwand.

Entwickelt wurde das Label von der Schweizer Bio-Stiftung und dem Institut für Marktökologie (IMO). 2017 wurden der IMO Fair for Life Standard und der Ecocert Fair Trade Standard zusammengeführt. Die anspruchsvollen Kriterien betreffen soziale Verantwortung, Umweltschutz, Verbot von Tierversuchen, Fair Trade und der Respekt gegenüber Kunden. Damit ein Kosmetikprodukt das Siegel nutzen darf, muss es mindestens 70% zertifizierte Inhaltsstoffe enthalten. Einige Schlüsselzutaten müssen in Fair for Life Qualität bezogen werden. Während einige Kriterien bereits im ersten Jahr erfüllt sein müssen, können die weiteren in den nächsten drei Jahren erfüllt werden. Damit ein Endprodukt als Fair for Life gelabelt werden kann, muss die gesamte Lieferkette zertifiziert werden. Heute sind über 700 Unternehmen von der Fair for Life Organisation zertifiziert.

 

www.fairforlife.org

 

Fairtrade-Siegel

Es kennzeichnet Waren, die aus fairem Handel stammen und bei der Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien einhalten.

Alle Inhaltsstoffe in einem Kosmetikprodukt, die es als Fair-Trade-Rohstoffe gibt, müssen auch aus fairem Handel stammen, Das Siegel muss mit dem Hinweis „mit Fairtrade-Zutaten“ erscheinen und angeben, wie viel Prozent und welche Inhaltsstoffe Fairtrade-zertifiziert sind.

Da diese oft natürlich sind, führen wir sie unter Zertifizierungen Naturkosmetik auf.

 

www.fairtrade-deutschland.de

 

Cosmacon berät Sie gerne…

Es ist nicht leicht, sich für ein Siegel zu entscheiden. Alle Siegel haben Vor- und Nachteile und kosten letztendlich Geld und viel Zeit. Sehr viele Siegelgeber tun so, als wenn sie die Rohstoffe „zum erstenmal beurteilen“ obwohl dieser sicher schon in ihren Datenbanken vorhanden sind.

Das kostet viel Zeit und hier müssen Sie schon 3-9 Monate für die Zertifizierung in Kauf nehmen, denn die Siegelgeber arbeiten nicht nach Priorität. Wenn es schnell gehen soll, empfehlen wir die ISO 16128, das dauert 2-3 Wochen…und einmalig 375 €.