Retinylacetat

CAS 127-47-9, Retinylacetat

Als Ester zwischen Essigsäure und Retinol ist Retinylacetat eine der Hauptformen von Vitamin A. Es kommt in tierischen Produkten wie beispielsweise Leber und Milch vor und wird im menschlichen Organismus in Retinol umgewandelt. In pflanzlichen Produkten kommt Retinylacetat dagegen nicht vor. Retinol ist vor allem für seine positive Wirkung auf unsere Sehkraft, das Immunsystem sowie die Haut und Schleimhaut bekannt. Ein gravierender Mangel kann im schlimmsten Fall zu Nachtblindheit führen, denn Vitamin A dient als Grundlage für wichtige Sehfarbstoffe, die es wiederum möglich machen, hell und dunkel zu unterscheiden. Bei der Entwicklung von Zellen und Geweben spielt Vitamin A ebenfalls eine große Rolle.

 

Retinylacetat in der Kosmetik

Die chemische Verbindung kommt häufig in der Kosmetik- und Arzneimittelindustrie, aber auch im Rahmen der Futtermittelherstellung zum Einsatz, wo sie für sämtliche Tierarten zugelassen ist (Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 f). Sie ist in Zahnpasta ebenso zu finden wie in Hustenbonbons und machte in der letzten Zeit als neuer innovativer Anti-Aging-Wirkstoff auf sich aufmerksam. Ob in Feuchtigkeits- und Augencremes, in Sonnenschutzprodukten oder in Körperlotionen, Retinylacetat ist in kosmetischen Formulierungen längst keine Ausnahme mehr. Das hat auch einen Grund, denn im Vergleich zu herkömmlichem Retinol bietet Retinylacetat einen entscheidenden Vorteil. Retinol ist zwar ein sehr wertvoller Radikalfänger, gleichzeitig aber auch extrem empfindlich gegenüber Oxidationsmitteln, Säuren, Licht und Luft. Retinol-Ester wie eben Retinylacetate sind in dieser Hinsicht deutlich stabiler.

Die Verbindung eignet sich hervorragend zur Behandlung von trockener schuppiger Haut, kann aber auch bei unreiner und/oder strapazierter Haut eingesetzt werden. Sie mildert umweltbedingte Fältchen, steigert die Elastizität der Haut und trägt dazu bei, dass die Zellerneuerung der Hautoberfläche angekurbelt wird. Abgestorbene Hautschüppchen werden schneller und besser abgestoßen. Außerdem ist Retinylacetat in der Lage, den Kollagenabbau zu hemmen. Gleichzeitig fördert es aber auch die Neubildung von Kollagen, was auch die Frage beantwortet, warum Retinylacetate vorzugsweise in Kosmetikprodukten für reife Haut zum Einsatz kommt. Hier empfiehlt sich vor allem die Kombination mit Vitamin C. Auf diese Weise kann sich der antioxidative Effekt bestmöglich entfalten.

 

Steckbrief Retinylacetat

INCI: Retinyl Acetate

CAS-Nummer: 127-47-9

Alternative Bezeichnungen: Vitamin A Acetat, all-trans-Retinylacetat

Beschreibung: ein gelbes kristallines Pulver

Schmelzpunkt: 57 bis 58 Grad Celsius

Summenformel: C22H32O2

Löslichkeit: wenig löslich in Ethylacetat, Dichlormethan und Chloroform, in Wasser nahezu unlöslich

 

Retinylacetat als Wirkstoff für innovative Kosmetikformulierungen

Retinol-Ester wie Retinylacetate sind im Hinblick auf die Beständigkeit gegenüber Oxidation, Licht, Luft und Säuren deutlich stabiler als Retinol, aber ebenso effektiv. Der Wirkstoff bietet sich optimal für anspruchsvolle Anti Aging Formulierungen an und kann Fältchen sichtbar mildern. Er ist gut verträglich und sanfter als Retinol, das bei einigen Menschen zu Hautreizungen führen kann. Oder anders ausgedrückt: Retinylacetat ist ein Wirkstoff, der für moderne und innovative Kosmetikprodukte, die sich insbesondere an reife Haut richten, wie geschaffen ist. Cosmacon entwickelt für Sie gerne hochwertige und anspruchsvolle Formulierungen.

 

Quellen:

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