Hydrolyzed Collagen

Soll unsere Haut möglichst lange faltenfrei und elastisch bleiben, braucht sie ein perfekt aufgebautes Gerüst an Kollagen. Die Substanz (internationale Schreibweise: Collagen) ist der wichtigste Faserbestandteil unserer Knochen, Knorpel, Sehnen, Blutgefäße, Zähne … und eben der Haut. Doch was für ein geheimnisvoller Wunderstoff ist Kollagen eigentlich? Woraus besteht er und was bewirkt er im Organismus? Und was hat die Substanz mit Kosmetik zu tun?

 

Fakten über Kollagen

Kollagen ist zunächst einmal das häufigste Protein (Eiweiß) im menschlichen Körper. Es macht in unserem Organismus etwa 30 Prozent aller Proteine aus. Etwa sechs Prozent des menschlichen Gesamtkörpergewichtes bestehen aus Kollagen: Bei einer Person, die 60 Kilogramm wiegt, sind das immerhin 3,6 Kilogramm. Als sogenanntes Strukturprotein verleiht Kollagen vielen Bereichen unseres Körpers Festigkeit. So sorgt es beispielsweise dafür, dass unser Bindegewebe seine Zugkraft behält und unsere Körperkonturen straff sind. Ein ausreichendes Kollagengerüst hält außerdem die Knochen fit, fördert die Gesundheit unserer Haare, schenkt uns glatte Haut und trägt bei Geweben wie der Lunge, den Sehnen und Bändern sowie den Blutgefäßen zu einer optimalen Reißfestigkeit und Druckresistenz bei. Die Tragfähigkeit von Kollagenfasern beträgt etwa das Zehntausendfache ihres Eigengewichtes. Sie sind nicht dehnbar und setzen sich aus mehr als 1000 Aminosäuren zusammen. Kollagen wird von den Fibroblasten gebildet, also den Bindegewebszellen. Werden die Aminosäuren von den Fibroblasten aneinandergereiht, entstehen sogenannten Alpha-Ketten (Polypeptide). Einen besonders hohen Anteil haben die Aminosäuren Glycin, Prolin und Hydroxyprolin. Die Verteilung sieht innerhalb der Kollagenstruktur folgendermaßen aus: Glycin 33 Prozent, Prolin 12 Prozent und Hydroxyprolin 10 Prozent.

Aktuell kennt die Wissenschaft 28 verschiedene Kollagentypen, die unterschiedliche Bezeichnungen tragen (Typ I bis XXVIII) und mit einer variierenden Häufigkeit in den verschiedenen Gewebearten unseres Körpers vorkommen. Bei Menschen und Säugetieren kommt der Kollagen-Typ I am häufigsten vor. Er ist in erster Linie als extrazelluläre Matrix für die Haut, die Knochen und Sehnen, das Dentin, die Faszien, die inneren Organe und die Gefäße verantwortlich. Typ II übernimmt wichtige Aufgaben im Knorpel sowie im Glaskörper des Auges, während Typ III für die Festigkeit unserer Haut, des Uterus und der Blutgefäße zuständig ist.

Für eine ausreichende körpereigene Produktion von Kollagen werden aber nicht nur Aminosäuren benötigt, sondern auch Vitamin C. Es ist ein wichtiger Kofaktor der kollagen-aufbauenden Enzyme. Ein bekanntes Beispiel aus der Geschichte der Seefahrer stellt dies sehr anschaulich dar. In früheren Zeiten fielen den Matrosen  häufig Haare und Zähne aus, wenn sie monatelang auf See waren. Die gefürchtete Krankheit trug den Namen Skorbut und war im Prinzip nichts anderes als ein gravierender Vitamin-C-Mangel, der zu einer unzureichenden Bildung von Kollagenfasern führte. Wer heute also mit seiner Ernährung zu einer optimalen Kollagenbildung beitragen möchte, sollte nicht nur aminosäurereiche Nahrungsmittel (Fisch, Fleisch, Knochenbrühe, Ei) zu sich nehmen, sondern auch Vitamin-C-haltige Lebensmittel.

 

Der Abbau von Kollagen und die Stimulierung der Produktion

Das Kollagendepot wird durch individuelle Lebensgewohnheiten sowie durch Umwelteinflüsse angegriffen. Rauchen, Stress, starke Sonneneinstrahlung, aber auch chronische Krankheiten sorgen dafür, dass die Kollagenbildung mit zunehmendem Alter geringer ausfällt. Dies macht sich nicht nur an instabileren Knochen, einer dünner werdenden Haarpracht und weniger flexiblen Sehnen bemerkbar, sondern auch an der nachlassenden Straffheit der Haut. Kommen dann noch die Wechseljahre mit ihrem sinkenden Östrogenspiegel dazu, zeigt sich die Haut durch die zurückgehende Kollagensynthese deutlich faltiger und trockener. Zum Glück kann mit kollagenhaltigen Kosmetikprodukten nachgeholfen werden. Bei der Gewinnung von Kollagen gibt es jedoch ein kleines Problem. Da es nämlich ausschließlich von Menschen und Tieren gebildet wird, ist  kein eganes oder pflanzliches Kollagen verfügbar. Tierisches Kollagen wird in erster Linie von Säugetieren wie Schwein und vom Rind gewonnen. Weitere Quellen sind Huhn, Kaviar oder Fischhaut. Mittlerweile gibt es für Vegetarier, Veganer und/oder Allergiker jedoch interessante Alternativen. Eine davon ist Quallenkollagen. Quallen besitzen bekanntermaßen nur ein einfaches Nervensystem und sollen somit „schmerzfrei“ sein, dass ist nach unserer Meinung jedoch etwas zu kurz gedacht, denn man muss sich die Frage stellen, ob wir es zur Zeit überhaupt die Schmerzreize der Quallen überhaupt messtechnisch erfassen können.

In der pflanzlichen Naturkosmetik gilt Quallenkollagen somit als vertretbare Lösung. Ein kollagenähnlicher Stoff mit dem Namen „Collageneer“ wird aus den Samenschalen der weißen Lupine gewonnen. Er ist ebenfalls in der Lage, die Kollagenproduktion in der Haut zu stimulieren und findet in der Naturkosmetik zunehmend Anwendung. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe an Pflanzen, die wertvolle Aminosäuren und Vitamin C für die Kollagenbildung enthalten. Mit einer entsprechenden Ernährung kann die Kollagenproduktion also ebenfalls angekurbelt werden. Glycin- und prolinreiche Rohstoffe wie Sesam-, Mohn- und Hanfsamen, Sonnenblumenkerne, Hefeflocken und Erdnüsse können beispielsweise mit besonders Vitamin-C-reichen Nahrungsmitteln wie Sanddorn, Hagebutte, Guave und Acerola kombiniert werden. Erkennbar ist, dass bei den aufgeführten Produkten mit Hydroxyprolin eine der drei für Kollagen bedeutenden Aminosäuren fehlt.

 

Die Wirkung von kollagenhaltiger Kosmetik auf die Haut

Dass für eine pralle Haut nicht nur ein hoher Wassergehalt, sondern auch eine optimale Kollagensynthese erforderlich ist, haben wir bereits geklärt. Die Substanz bildet im besten Fall stabiles Gerüst, über das sich unsere Haut spannt. Die Spannkraft der Haut lassen mit zunehmendem Alter und bei einem zurückgehenden Östrogenspiegel unweigerlich nach, da die Kollagenbildung zurückgeht und das Gerüst an Stabilität verliert.

Aber wo genau in der Haut befinden sich eigentlich die Kollagenfasern? Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir einen Schritt zurück zum Aufbau der Haut machen.

Unsere Haut unterteilt sich in drei Schichten: in die Oberhaut, auch Epidermis genannt, die mittlere Hautschicht (Lederhaut oder Dermis) und die Unterhaut (Subkutis). In der Dermis, also der mittleren Hautschicht, ist das kollagenhaltige Bindegewebe zu finden.

Als Alternative zu Botox, chirurgischem Lifting oder der Faltenunterspritzung mit Eigenfett kann das hautstraffende und feuchtigkeitsspendende Kollagen von außen durch hochwertige Kosmetik zugeführt werden. Entsprechende Anti-Aging-Cremes vornehmlich mit Rinderkollagen sind schon einige Jahre auf dem Markt, mittlerweile gibt es auch kollagenhaltige Seren, Hydrogele, Handcremes, Gesichtsmasken sowie Augenmasken und Augenpads. Zu erkennen sind entsprechende Produkte unter anderem auch an den Bezeichnungen Kollagenhydrolysat und Collagen Peptide. Kollagenhydrolysat wird zwar ebenfalls aus Kollagen gewonnen, es ist im Gegensatz zur Gelatine jedoch enzymatisch leicht verändert und wird dadurch gut wasserlöslich. Collagen Peptide ist lediglich eine andere Bezeichnung für Kollagenhydrolysat.

Das enthaltene Kollagen bildet auf der Haut einen wasserbindenden Film, so dass der Teint meist deutlich praller und jünger aussieht. Es besitzt damit einen hautstraffenden Effekt. Als direkter Wirkstoff in Kosmetika hat die Substanz also tatsächlich gute feuchtigkeitsspendende Eigenschaften. Sie bewahrt die Haut vor dem Austrocknen und macht den Teint weicher. In der Regel sind die Kollagenmoleküle jedoch zu groß, um unsere Haut wirklich zu penetrieren, sie wirken also eher an der Oberfläche. Ihnen ist es nicht möglich, die oberste Schicht der Haut (Epidermis) zu durchdringen, das heißt, das Kollagen kann nicht bis zur Lederhaut vordringen … und somit hat es leider auch keinen echten Einfluss auf unser Bindegewebe. In Produkten gegen Cellulitis hilft das Protein, das Hautbild in betroffenen Körperregionen straffer wirken zu lassen.

Nur mit dem Wirkstoff allein lassen sich Falten durch eine äußere Anwendung daher nicht komplett wegzaubern. Zusammen mit hauteigenen Feuchtigkeitsspendern und Antioxidantien (beispielsweise Vitamin C und Retinol) wirkt das Hautbild insgesamt aber viel glatter, straffer und geschmeidiger. Es gibt jedoch Hoffnung. Forscher experimentieren derzeit mit Enzymen, die die Makromoleküle des Kollagens deutlich zerkleinern sollen. Per Hyaluronsäure soll die Substanz dann in tiefere Hautschichten eingeschleust werden. Es kann jedoch noch eine ganze Zeit dauern, bis diese Technologie vollkommen ausgereift ist.

Kollagen hat auch einen positiven Einfluss auf unser Haar. Als Bestandteil von hochwertigen Haarpflegeprodukten lässt es das Haar glatter erscheinen, so dass es auch leichter zu kämmen ist. Da Kollagen insgesamt einen „volleren“ Look bewirkt, wird es auch zunehmend für Mascaras und Lippenprodukte eingesetzt.

Es gibt darüber hinaus auch die Möglichkeit, Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel oral einzunehmen und somit von innen wirken zu lassen. Meist handelt es sich dabei um Ampullen oder Pulver. In diesem Fall gelangt der Substanzbaustein mit dem Blutkreislauf genau dorthin, wo sie ihre Wirkung entfalten sollen: in der Dermis, also mittlere Hautschicht.

Eine weitere Option ist, sich das Kollagen unmittelbar in die Haut injizieren lassen. Sie lässt sich dadurch aufpolstern, so dass Fältchen weniger tief erscheinen und abgemildert werden. Allerdings haben die Spritzen auch gleich zwei wesentliche Nachteile. Zum einen sind sie nicht gerade günstig, zum anderen müssen sie in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, denn der Körper baut das Kollagen mit der Zeit auch wieder ab. Auch die Gefahr einer allergischen Reaktion ist recht hoch.

 

Bei Kollagen auf eine gute Qualität achten

Da Collagen in seiner reinen Form ein tierisches Produkt ist (sofern nicht die oben genannten Alternativen eingesetzt werden), sollte es idealerweise immer von Tieren stammen, die nach dem aktuellen Bio-Standard gehalten und gefüttert werden. Eine Weide- beziehungsweise Freilandhaltung gilt bei Rind, Schwein und Huhn als ideal. Wichtig ist auch, dass das Kollagen schonend aufbereitet wird, damit es im späteren Produkt seine volle Wirkung entfalten kann. Zusatz- oder Füllstoffe (zum Beispiel Zucker) sollten nicht enthalten sein. Wird die Substanz mit Hyaluronsäure und Vitamin C kombiniert, lassen sich in Bezug auf die Kollagensynthese besonders gute Ergebnisse erzielen. Oft wird Kollagen, das für Kosmetikprodukte bestimmt ist, aus Speisegelatine aufbereitet. Dabei ist aber zu beachten, dass es sich in diesem Fall nicht um Kollagen im eigentlichen Sinn handelt und folglich auch mit einer deutlich verminderten Wirkung zu rechnen ist.

 

In seltenen Fällen können kollagenhaltige Kosmetika Allergien auslösen. Je ähnlicher die aus Tieren gewonnene Substanz aber dem im menschlichen Organismus vorkommenden Kollagen ist, desto geringer ist das Allergierisiko. Die höchste Gefahr einer allergischen Reaktion ergibt sich durch herstellungsbedingte Rückstände oder ergänzende Zusatz- oder Füllstoffe. Huhn, Rind und Schwein sind unter diesem Aspekt somit als Kollagenquelle grundsätzlich besser geeignet als die schon erwähnten Quellen.

 

Steckbrief Kollagen

INCI: Collagen

CAS-Nummer: 9007-34-5

EINECS-Nummer: 232-697-4

Wirkung: strafft die Haut und erhöht den Wassergehalt der Haut, macht das Haar geschmeidig und leichter kämmbar

 

INCI: Hydrolyzed Collagen

Deutsche Bezeichnung: hydrolysiertes Kollagen

CAS-Nummer: 92113-31-0

EINECS-Nummer:       295-635-5

Gewinnung: durch saure, alkalische oder enzymatische Hydrolyse aus Kollagen

Wirkung: siehe oben

 

INCI: Soluble Collagen

Deutsche Bezeichnung: lösliches Kollagen

 

Hochwertige Kosmetik mit Kollagen von Cosmacon

Collagen ist zwar kein Wundermittel, in Kosmetikprodukten kann das wertvolle Protein jedoch maßgeblich zu einem glatteren, weicheren und pralleren Hautbild beitragen. Ob Serum, Creme oder Maske, Cosmacon ist Ihnen gerne bei der Entwicklung entsprechender Kosmetika behilflich.

 

Im Bereich der Kollagene arbeiten wir mit der Firma medichema GmbH zusammen, die sehr reine Kollagenprodukte anbietet, die typischerweise im Medizinbereich eingesetzt werden und eine Reinheit von über 99% haben.

Wenn Sie diese Kollagen-Typen auch einsetzen möchten, sprechen Sie die Firma gerne an:

medichema GmbH

Weststraße 57

09112 Chemnitz

www.medichema.com

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