Ellagsäure

Ellagsäure

Ellagsäure ist ein Antioxidans und gehört zu den Polyphenolen. Der Stoff kommt in zahlreichen Früchten vor, teilweise aber auch in den Blättern und Samen der entsprechenden Pflanzen. Himbeeren, Erdbeeren, Walnüsse und Granatäpfel sind ganz besonders reich an Ellagsäure. So ist auch die heilsame Wirkung des Granatapfels, die nicht zuletzt der enthaltenen Säure (Anteil: 40 Prozent!) zu verdanken ist, im Orient schon seit Jahrtausenden bekannt. In der westlichen Welt wurde die Fachwelt erst relativ spät auf den wertvollen Stoff aufmerksam. Erst im Jahre 1993 begann Dr. Daniel Nixon, ein führender Onkologe und Hämatologe, der auch lange Zeit als Präsident der American Health Foundation sowie als Vizepräsident der American Cancer Society tätig war, mit der Erforschung der Ellagsäure. Die Erkenntnisse aus diesen Forschungen waren bahnbrechend. Ellagsäure soll die Vermehrung von Krebszellen hemmen und ganz wesentlich zum Schutz gegen Lungenkrebs, Hautkrebs und Speiseröhrenkrebs beitragen können. Gebärmutterhalskrebs konnte mit ihr bereits zum Stillstand gebracht werden. Der Grund: Ellagsäure aktiviert in der Leber entgiftende Enzyme, die das menschliche Blut dann von krebserregenden Chemikalien und Stoffen reinigen. Darüber hinaus verhindert die Säure die Zerstörung des Gens, das für den Schutz vor Mutationen in Gebärmutterzellen zuständig ist. Sie legt quasi einen Schutzmantel um die DNS und bewahrt auch die Verbindungsstellen vor Krebszellen-Befall. Letztendlich dient Ellagsäure auch als Antioxidans im Reinigungsprozess von destruktiven freien Sauerstoff-Radikalen und kurbelt das Immunsystem an, um Krebszellen zu zerstören.

Diese immens bedeutenden antioxidativen Eigenschaften machen aus der Säure einen wichtigen Inhaltsstoff für Kosmetik, ganz besonders aber für dermatologische Produkte.

Gewonnen wird sie üblicherweise aus den zarten Häutchen des Granatapfels. Der Granatapfelbaum (Punica granatum) stammt ursprünglich aus Mittelasien, wird heute aber auch im Mittelmeerraum angebaut. Er erreicht eine Höhe von maximal 15 Metern und wird unter idealen klimatischen Bedingungen mehrere Hundert Jahre alt. Er trägt lange, stumpfe glänzende Blätter, die etwa zehn Zentimeter groß sind. Reif ist die Granatapfelfrucht, wenn die Außenschale orangerot und rissig ist. Zwischen September und Dezember wird sie geerntet, eine Nachreifung nach der Ernte ist nicht möglich.

 

Ellagsäure in der Kosmetik

Seit einiger Zeit wird Ellagsäure als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Pulver, Kapseln oder in flüssiger Form angeboten. Doch auch in der Kosmetik spielt der Stoff eine wichtige Rolle. Er besitzt eine sehr starke und umfassende Wirkung gegen schädliche Radikale und ermöglicht auf diese Weise einen effektiven Schutz der Haut gegen oxidativen Stress und somit auch gegen vorzeitige Alterung. Der Stoff begrenzt die sogenannte Lipidperoxidation der Haut, die in der Regel durch oxidativen Stress ausgelöst wird. Außerdem besitzt Ellagsäure über eine Hemmung der Melaninbildung eine positive Wirkung auf die Pigmentierung der Haut. Eine umfangreiche In-vivo-Studie mit mehr als 15 Freiwilligen zwischen 19 und 45 Jahren zeigte, dass bereits eine Behandlung von 0,5-prozentiger Ellagsäure bleichend wirkt. Granatapfelextrakt mit einem hohen Ellagsäuregehalt regt ohnehin ganz allgemein die Regeneration der Dermis und Epidermis an. Um beispielsweise schnell alternde, müde und dünne (Raucher-)Haut mit einem fahlen glanzlosen Teint zu behandeln, ist die Säure hervorragend geeignet. Prinzipiell lässt sich Ellagsäure für stark strapazierte Haut, die einen besonderen Bedarf an Entgiftung hat, optimal verwenden. Sie gehört also zu jenen Polyphenolen, die wesentliche Eigenschaften zum Schutz vor ROS (Reactive Oxygen Species) besitzen.

Sie blockiert in der Lederhaut den Abbau von Fibroblasten, die ganz wesentlich für die Produktion von Kollagen und Elastin verantwortlich sind. Kollagen und Elastin wiederum halten die Haut auf Dauer elastisch und straff.

Darüber hinaus fördert sie die Durchblutung, was für einen verbesserten Sauerstofftransport in die Zellen sorgt.

An menschlichen Gewebeproben, die für 10 Tage am Leben erhalten wurden, zeigte sich, dass eine Behandlung mit Ellagsäure die Elastogenese, also die Neubildung elastischer Fasern, signifikant erhöht. Der Stoff wirkt gegenüber Enzymabbau schützend auf die Elastinfasern. Er bindet sich quasi an die Fasern und erhöht auf diese Weise deren Stabilität und Langlebigkeit. Bei Vorhandensein von Ellagsäure konnte in Tests zudem eine signifikante Verringerung von schädlichen DNA-Veränderungen festgestellt werden.

Den ungewöhnlichen Namen erhielt die Säure übrigens nicht ohne Grund. Der französische Chemiker, Botaniker und Pharmazeut Henri Braconnot (1780 bis 1855, Entwickler der Stearin-Kerze) kehrte einfach das Wort „Galle“ um, was eine Anspielung auf Gallussäure sein sollte. Ellagsäure ist chemisch gesehen eine dimere Gallussäure. Aufgrund ihres etwas adstringierenden Geschmacks, der ein wenig an den von Tanninen erinnert, wird Ellagsäure auch zu den Gerbstoffen gezählt. Ihre Polymere werden als Ellagitannin bezeichnet.

 

Steckbrief Ellagsäure:

CAS-Nummer: 476-66-4

INCI: Ellagic Acid

Definition: Polyphenol, Antioxidans

Kurzbeschreibung: heller Feststoff, bildet cremig farbene bis hellgelbe Kristalle aus

Summenformel: C14H6O8

Löslichkeit: schlecht in Wasser

 

Fazit: Ellagsäure ist ein wertvoller Hauschutz aus der Natur

Brombeeren, Preiselbeeren, Himbeeren, Granatäpfel, Walnüsse und Erdbeeren: Der Verzehr dieser Nahrungsmittel ist gesund und tut der Haut gut. Wird Ellagsäure jedoch ganz gezielt in Kosmetikprodukten eingesetzt, ist der positive Effekt auf die Haut noch viel höher. Vereinfacht ausgedrückt schützt der Stoff die Haut nämlich vor schädlichen UV-Strahlen, Allergien und anderen Reizstoffen, er bremst den Alterungsprozess aus und sorgt in entsprechenden Produkten sogar dafür, dass das Haar Glanz und Fülle erhält. Vor allem Granatäpfel sind somit eine sehr wirksame und beliebte Zutat in Hautpflegeprodukten.