Cupuaçu

Cupuacu;Theobroma Grandiflorum Seed Butter

Cupuaçu zählt wie der Kakaobaum zu den Malvengewächsen und zur Gattung Theobroma und ist im Amazonasgebiet verbreitet. Sein botanischer Name Theobroma grandiflorum, weist auf die großen Blüten hin, und die sind nicht das einzige Unterscheidungsmerkmal.  Die Hauptblütezeit ist in der Regenzeit im Oktober/November, eine zweite kleinere Blüte folgt im Juli/August. Der Cupuaçu-Baum wird bis zu 20 Meter hoch, in kultivierter Form ca. 10 Meter. Er erreicht einen Durchmesser von 45 cm. Die elliptischen Früchte sind 12 – 35 cm lang und haben einen Durchmesser von 10 bis 15 cm und ein Gewicht von 0,5 bis 2,5 kg. Die reifen Früchte duften stark und angenehm. In dem wohlriechenden Fruchtfleisch befinden sich 25 bis 50 Samen, die 3 cm lang und 2,5 cm breit sind.

Die Früchte werden während der tropischen Regenzeit vom Waldboden aufgesammelt. Die Samen werden gepresst und zu der weichen Butter verarbeitet. Durch die Wildsammlung erschließt sich für die Waldbevölkerung eine Einkommensquelle.

Pro Jahr können pro Hektar 7000 Früchte geerntet werden; das sind etwas zwei Tonnen Fruchtfleisch und eineinhalb Tonnen Samen.

Der Baum wächst auch in Plantagen in Mischkultur, da er Halbschatten bevorzugt.

Denn der Lebensraum des Cupuaçu-Baumes ist durch Waldrodung und den Bau des Tucuri-Staudamms bedroht.

Cupuaçu bedeutet Frucht der Götter. Das cremefarbene, säuerlich-aromatische Fruchtfleisch wird mit Zucker zu Erfrischungsgetränken, Marmeladen, Likören verarbeitet.

Die Cupulate, im Spanischen cacao blanco genannt, ist eine zartschmelzende Schokoladenbasis und fester Bestandteile in der Küche Brasiliens. Sie wird durch Conchieren aus fermentierten Cupuaçu-Samen gewonnen und zur Herstellung von Schokolade, Eis, Creme, Torte verwendet. Geschmacklich erinnert sie an Kakao, hat aber eine fruchtig-karamellartige Note.

Auch die Schamanen waren von der Kraft der Frucht überzeugt und nutzten den gesegneten Cupuaçu-Saft zur Erleichterung von Geburten. Die Samen haben sich zur Wundheilung und gegen Bauchschmerzen bewährt. Das Laub ergibt einen nährstoffreichen Biodünger.

Gewinnung

Cupuaçu-Butter ist das durch Auspressen gewonnene filtrierte oder zentrifugierte Fett aus den Cupuaçu-Samen.

Nach dem Sammeln der Früchte werden die Samen aus dem Fleisch gelöst und anschließend getrocknet, fermentiert, geröstet, von der Haut getrennt.

Danach werden die Samen durch Walzen zu Cupulate zerdrückt oder bei 36°C und wenig Druck mit einer modernen Schneckenpresse ausgepresst. Die resultierende Masse ist in warmem Zustand flüssig wie Öl. Sie wird nach dem Pressen mechanisch gereinigt und erstarrt bei Erkalten.

Der Pressrückstand kann zu Cupuaçu-Pulver weiterverarbeitet werden. Es kann genauso verwendet werden wie Kakaopulver, hat einen ähnlichen Geschmack.

Cupuaçu-Pulver enthält Flavonoide, seltene Polyphenole außerdem das Alkaloid Theacrin anstelle von Koffein. Theacrin ähnelt dem Koffein in seiner Strukturformel und gilt als Stimulans, hat keinen Gewöhnungseffekt, aber eine nachgewiesene energiesteigernde und stimmungsaufhellende Wirkung.

Cupuaçu-Butter dient als Konsistenzgeber für Kosmetikprodukte und als Ausgangmaterial für weitere Produktionsschritte, z.B. weiße Schokolade.

Trotz der äußeren Ähnlichkeit unterscheidet sie sich von Shea- und Kakaobutter (s. > Kakaobutter).

Wertvolle Substanzen

Cupuaçu-Butter ist eine wahre Schatztruhe an wertvollen Substanzen Flavonen, Fettsäuren, Vitaminen und Spurenelementen.

Fettsäurezusammensetzung:

Ölsäure (40,7%): rückfettend, als freie Fettsäure im Hauttalg

Stearinsäure (31,5%): wachsartige, pflanzliche Fettkomponente, Cremegrundlage

Linolsäure: vermindert transepidermalen Wasserverlust, reguliert Talgdrüsenaktivität

Palmitinsäure, Palmitoleinsäure, Myristinsäure: Bestandteile des Hauttalgs

Linolensäure: für trockene, spröde Haut

Caprylsäure, Caprinsäure: sorgen für gute Verteilungseigenschaften

Arachinsäure, auch Eucosansäure genannt: gesättigte Fettsäure, Bestandteil von Phospho- und Sphingolipiden, die am Aufbau der Zellmembran beteiligt sind und feuchtigkeitsbewahrend wirken

Das Spektrum wird abgerundet von Margarin-, Behen-, Lignoceritin-, Laurin-, Gadolein-, Erucasäure.

Flavone: Theograndin, Stigmasterol, Sitosterol, Isoscutellarein, Hypolaetin

Dabei ist der hohe Gehalt an β-Sitosterin erwähnenswert, da dieses über antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen verfügt und dem menschlichen Cholesterol ähnelt, was auch für Stigmasterol gilt. Beide liefern Lipide für die Hautbarriere.

Arachinsäure und antioxidative Flavonoide, wie Isoscutellarein oder Hypolaetin, kommen in dieser Kombination nur in Cupuaçu vor.

Hinzu kommen die Vitamine A, B1, B2, B3, C, E und die Mineralstoffe Selen und Calcium.

Mit diesem Profil bietet sich Cupuaçu sowohl als Superfood als auch für vielfältige Einsätze in der Kosmetik an.

Als Superfood wird das Pulver in Wasser oder Smoothie eingerührt.

Es soll das Immunsystem stärken, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken (durch Ölsäure und Fasern), die Gedächtnisleistung verbessern und Müdigkeit beseitigen (durch Theacrin).

Cupuaçu in der Kosmetik

Als Wirkstoff in der Kosmetik punktet Cupuaçu mit seinem niedrigen Schmelzpunkt, seiner enormen Wasserbindefähigkeit und seinen Fettsäuren.

Der niedrige Schmelzpunkt von 30°C bewirkt, dass die Butter leicht schmilzt, sobald sie mit der Haut in Berührung kommt. Dadurch lassen sich Produkte mit Cupuaçu sehr gut verteilen und ziehen schnell in die Haut sein, ohne Rückstände zu hinterlassen. Die Butter kann in den Händen erwärmt und direkt auf die saubere, leicht feuchte Haut massiert werden.

Eine Übersicht über die Einsatzmöglichkeiten von Cupuaçu gibt der Artikel „Advanced Skincare – A novel Ingredient (2012):

Die transepidermale Penetration von Cupuaçu-Butter ist höher als von Sheabutter und Lanolin.

Eine einfache Wasserabsorptionsstudie im Labor, bei der Cupuaçu, Sheabutter und Lanolin zu Wasser gegeben wurden, zeigte dass Cupuaçu 440% seines Gewichts als Wasser aufnehmen konnte, Sheabutter 285%, Lanolin 250%.

Das heißt Cupuaçu nimmt das Vierfache seines Gewichts an Wasser auf. Die Fähigkeit, Wasser zu absorbieren ist ca. 2mal so hoch wie bei Lanolin oder Shea-Butter.

Eine Studie in einem Langzeitpflegeheim zeigte, dass die kontinuierliche Pflege der Haut mit Cupuaçu-Butter-haltiger Salbe Xerose um 85% verringerte und Hautrisse um 55%.

Auch wenn die FDA Cupuaçu nicht als Sonnenschutzfilter anerkennt, absorbiert es nachgewiesenermaßen UVA/UVB-Strahlen. Die indigene Bevölkerung verwendet Cupuaçu-Butter traditionell zum Schutz gegen Sonne.

Aufgrund der antioxidativen Wirkung, insbesondere von β-Sitosterol eignet sich die Butter zur Behandlung von Dermatitis, Psoriasis, Neurodermitis und Ekzemen.

Phytosterine werden bei Verhornungsstörungen, Altersflecken, zum Straffen des Bindegewebes verwendet, mindern Hautrauigkeit, spenden Feuchtigkeit, verbessern die Elastizität, die Widerstandskraft, verzögern den Kollagenabbau.

Fettsäuren sind ideal zum Schutz und zur Feuchtigkeitspflege der trockenen Haut.

Von besonderer Bedeutung ist die Möglichkeit, Cupuaçu-Butter als vegane Alternative zu dem weichmachenden, aber oft zu Allergien und Reizungen führenden Lanolin zu verwenden.

Im Vergleich zu Sheabutter ist Cupuaçu-Butter leichter und hinterlässt einen geringeren fettigen Film.

In der Kosmetik wird die Butter zu Cremes, Lotionen, Haarpflege, als Lanolin-Ersatz, als Shea-Butter-Ersatz, in veganen Anti-Aging-Produkten, Lippenpflege, Sonnenschutzmitteln und als Emulgator genutzt.

Sie füllt die Haut spürbar auf, verbessert ihre Elastizität, glättet, hilft bei Dehnungsstreifen, beruhigt die Haut, lindert Rötungen aufgrund der barrierestärkenden Eigenschaften.

Außerdem ist sie ideal zur Haarpflege. Auf das feuchte Haar der Länge nach verteilen, 15 Minuten einwirken lassen. Das Ergebnis ist weiches, elastisches, stärkeres Haar.

Der Hersteller Beraca, der hochwertige Komponenten aus dem brasilianischen Regenwald für die Kosmetik anbietet, verwendet Cupuaçu-Samen als Schleifpartikel, ob in Duschgels, Seifen, Kopfhautpflegeprodukten, Gesichtsreinigern, Hand- und Fußpflege- oder Massageprodukten. Sie sind eine 100prozentig natürliche, nachhaltig geerntete und biologisch abbaubare Alternative zu Polyethylenkörnchen.

Nachteile

Bisher sind kaum Nachteile bei der Anwendung von Cupuaçu bekannt.

Die Butter wird auch von sensibler Haut vertragen. In seltenen Fällen können ätherische Öle zu Haureizungen führen

Wichtig ist, als Endverbraucher und Hersteller auf gute Qualität zu achten um Belastung durch Schwermetalle, Pestizide oder aus dem Raffinationsprozess auszuschließen

Das Produkt muss absolut vegan sein, am besten zertifizierte Bio-Qualität.

Es sollten Quellen bevorzugt werden, bei denen auf die sorgfältige Herstellung geachtet wird. Das Öl soll langsam gepresst werden, darf keinen ranzigen Geruch aufweisen und sollte in Lebensmittelqualität angeboten werden.

Steckbrief:  Cupuaçu-Butter

INCI: Theobroma Grandiflorum Seed Butter

Cas-Nummer: 394236-97-6

Deutsche Bezeichnung: Großblütiger Kakao

Verwendeter Teil: Samen

Herstellung: Kaltpressung

Beschreibung: Butter, hellgelb bis beige

Lagerung: trocken, kühl, lichtgeschützt

Lagertemperatur: 14 – 18°C

Haltbarkeit: ungeöffnet 18 Monate

Bestandteile: Fettsäuren, Flavone (s.o.)

Wirkung: stärkt die Hautbarriere, verbessert die Hautelastizität, lange anhaltende Feuchtigkeitswirkung, hohe Wasserspeicherkapazität, Lanolin-, Sheabutter-Ersatz, ausgewogenes sensorisches Profil

Verwendung:  für Haut- und Haarpflege, speziell für trockene Haut, vegane Hautpflege

Cupuaçu in der hochwertigen Kosmetik

Cupuaçu punktet vor allem mit seiner enormen Wasserspeicherfähigkeit, die das Vierfache des eigenen Gewichts beträgt. Damit übertrifft es Lanolin und kann es als vegane Alternative ersetzen. Das ist ein wichtiger Gesichtspunkt, da vegane Produkte stark nachgefragt sind. Hinzu kommen seine aus dem niedrigen Schmelzpunkt resultierenden sensorischen Eigenschaften. Die Butter empfiehlt sich insbesondere für die trockene Haut und anspruchsvolle Anti-Aging-Kosmetik. Cosmacon berät Sie gern, bei der Suche nach guten Cupuaçu-Rohstoffen und Formulierungen.