Duschpulver, wasserfreie Kosmetika, Trockenshampoo

Ein neuer Trend aus Korea erobert derzeit die Kosmetikbranche: wasserfreie Kosmetik. Der Begriff hört sich zunächst einmal sehr widersprüchlich an, denn Wasser verbinden wir doch automatisch mit Feuchtigkeit, Frische und Lebendigkeit. Ist es dann nicht so, dass wasserfreie Kosmetik die Haut austrocknet? Und wozu soll dieser neue Trend überhaupt gut sein?

 

Vorteile von wasserfreier Kosmetik

Schauen wir uns in den Kosmetikregalen die Listen der Inhaltsstoffe an, steht bei den meisten Produkten an erster Stelle der Begriff „Aqua“. Die Nennung an vorderster Front bedeutet auch gleichzeitig, dass Wasser eben der Inhaltsstoff ist, der mengenmäßig am meisten in den entsprechenden Produkten vertreten ist. Der Anteil liegt nicht selten bei satten 70 Prozent oder sogar mehr. Dabei hat Wasser „nur“ eine hautbefeuchtende Wirkung und dient meist vorwiegend als Trägersubstanz. Auf die echten Wirkstoffe entfallen – um beim oben genannten Beispiel zu bleiben – also nur 30 Prozent. Würden wir das Wasser weglassen, bliebe also viel mehr Spielraum für wirklich wertvolle Inhaltsstoffe und natürliche beziehungsweise pflanzliche Extrakte. Und nicht nur das: Wasserfreie Kosmetik kommt mit deutlich weniger Konservierungsstoffen aus und kann teilweise sogar vollkommen darauf verzichten. Der Grund: Bakterien, Pilze und Keime fühlen sich auf oder im Wasser so richtig wohl. Und wo kein Wasser ist, bleiben sie in vielen Fällen lieber fern. Auch der Gehalt an Emulgatoren und Konsistenzgebern kann reduziert werden, da wir es ja dann nicht mehr mit wässrigen Formulierungen zu tun haben, die angedickt werden müssen. Solche und andere Hilfsstoffe werden von empfindlicher Haut ohnehin in vielen Fällen nicht toleriert: So haben Allergiker beispielsweise häufig Probleme mit den in Kosmetik enthaltenen Konservierungsmitteln.

 

Feste, wasserfreie Kosmetik

Darüber hinaus könnten auch rein praktische Gründe für wasserfreie Kosmetik sprechen. Denken wir nur an Flugreisen, die den Transport von mehr als 100 Millilitern Flüssigkeit im Handgepäck verbieten: Da wäre wasserfreie Kosmetik doch extrem clever. Doch aufgepasst: Wasserfreie Kosmetik bedeutet nicht zwingend, dass es sich um ein festes Produkt handelt. Das Wasser kann nämlich sehr gut durch wertvolle Pflanzenöle oder Pflanzensäfte ersetzt werden … und die sind eben auch flüssig. Nichtsdestotrotz gibt es aber auch wasserfreie Kosmetik, die sich tatsächlich anders – nämlich in ungewohnt fester Konsistenz – präsentiert. So bieten einige Hersteller beispielsweise bereits sogenannte „Pflege-Eier“ mit Bienenwachs, Lavendelöl und Olivenöl an. Kommt das „Pflege-Ei“ mit der körperwarmen Haut in Berührung, schmilzt es leicht, so dass es unter anderem zum Eincremen der Hände verwendet werden kann. Gesichtsmasken in Pulverform zum Selbstanrühren gibt es dagegen schon länger, doch auch dabei haben wir es im Grunde mit wasserloser Kosmetik zu tun. Denn Wasser hat jeder Zuhause.

 

Das Hauptargument, das für wasserfreie Kosmetik spricht, kommt jedoch aus einer völlig anderen Richtung. Zwei Drittel der Weltbevölkerung werden innerhalb der nächsten Jahrzehnte unter Wasserknappheit leiden: Wasser wird also zum Luxusgut. Und weil es für die Herstellung von Kosmetik meist über zahllose Kilometer transportiert werden muss, steigern wir damit auch den CO2-Abdruck.

Um noch einmal auf die angesprochene, nicht vorhandene Wirkung von Wasser in Kosmetik zurückzukommen: Damit ist selbstverständlich nur das klassische H2O gemeint. Wird für die Produkte dagegen spezielles Wasser (beispielsweise Thermal- oder Meerwasser) verwendet, ist in der Regel natürlich durchaus ein Mehrwert für die Haut vorhanden.

 

Was kann wasserfreie Kosmetik überhaupt leisten?

Hochwertige wasserfreie Kosmetik muss sich in Bezug auf ihre Eigenschaften und Wirksamkeit keineswegs hinter klassischen Emulsionen verstecken. Mit Pflegeölen wie beispielsweise Avocado-, Kokos- oder Olivenöl lässt sich schließlich ein optimaler Pflegeeffekt erzielen. Auch Pflanzensäfte wie Aloe vera Direktsaft, Reiswasser, Birkenwasser und Orangenwasser sind eine sehr wirksame und sanfte Alternative zu Wasser. Gerade für trockene und zu Barrierestörungen neigende Haut ist Kosmetik ohne Wasser hervorragend geeignet, da der sogenannte Auswascheffekt, der häufig auftritt, wenn die Haut mit Wasser in Kontakt kommt, bei entsprechenden Kosmetikprodukten vollkommen ausbleibt.

Dass sich wasserfreie Kosmetik insbesondere für Problemhaut anbietet, steht also fest. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang vor allem die Oleogele, die sehr gut mit fettlöslichen Wirkstoffen wie Phytosterinen und fettlöslichen Vitaminen ausgerüstet werden können. Die Lipidmatrix sorgt dafür, dass die Vitamine vor Luftsauerstoff geschützt bleiben und darum sehr lange haltbar sind. Gleiches gilt für essenzielle Fettsäuren wie beispielsweise Linolsäure sowie für viele pharmazeutische Wirkstoffe in der Dermatologie. Essenzielle Fettsäuren sind unter anderem für den Aufbau des barriereaktiven Ceramid I notwendig.

Da bei Oleogelen von außen kein Wasser zugeführt wird, erfolgt die Erhöhung der Hautfeuchte aus dem Hautinneren. Die Lipide in den Oleogelen haben auf diesen Prozess einen unterstützenden Einfluss und senken den transepidermalen Wasserverlust (TEWL). Die Integration von feuchtigkeitsbindenden und juckreizstillenden Substanzen wie Harnstoff ist bei Oleogelen ebenfalls problemlos möglich. Da der hohe Fettanteil eine optimale Senkung der Rauigkeit bewirkt, sind Oleogele zur Pflege der Hände, für Kälteschutzpräparate und die Lippenpflege geradezu prädestiniert. Auch für die Pflege der Augenpartie, wenn kriechende Formulierungen vermieden werden müssen, und für aufgesprungene oder trockene Fußhaut bieten sich Oleogele hervorragend an. Als wasserfreie Kosmetik können sie sogar in Tiegeln abgefüllt werden, denn eine Kontamination mit Keimen ist ausgeschlossen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind Massageprodukte, wobei die halbfeste Konsistenz der Oleogele extrem praktisch ist, sowie Sonnenschutzprodukte, sofern ein Sonnenschutzfilter integriert wird. Werden in die Oleogele Pigmente eingearbeitet, können sie sogar für die dekorative Kosmetik genutzt werden: beispielsweise für Mascara, Lidschatten oder Make-up.

 

Ideale Produkte ohne Wasser

Doch abgesehen von den innovativen Oleogelen für die Hautpflege: Wasserfreie Kosmetik kann sich auch ganz trendstark und modern zeigen. Als Reinigungsöl, Duschpulver, Shampoo-Bar, Deo-Creme und Sun-Stick beispielsweise. Die Produkte brauchen weniger Verpackung, da sie durch den Verzicht auf Wasser ein geringeres Eigengewicht haben, und sind oft sogar viel sparsamer im Gebrauch. Feste Shampoos sind für den Verbraucher zwar noch etwas ungewohnt, sie setzen sich aber schon jetzt immer mehr durch. Die Anwendung ist einfach und für den Gebrauch zu Hause genauso praktisch wie unterwegs auf Reisen: einfach mit dem festen Shampoo über das feuchte Haar fahren. Es bildet sich sofort ein zarter Schaum und das Haar wird gründlich und schonend gereinigt. Sun-Sticks sind dagegen so kompakt und platzsparend, dass sie in jede Handtasche passen. Ideal zum Auffrischen des Sonnenschutzes oder für Ausflüge! Sun-Sticks hinterlassen als wasserfreie Kosmetik ein sehr angenehmes Hautgefühl, sie fetten beziehungsweise kleben nicht und lassen sich nach dem Auftragen bei Bedarf gut in die Haut einarbeiten. Sie können auch sehr gut unter einer BB-Cream oder Foundation aufgetragen werden.

Deo-Cremes mit Natron fallen ebenfalls in die Kategorie wasserfreie Kosmetik und überzeugen mit einer sehr geschmeidigen, aber keineswegs fettigen Textur. Sie kommen nicht in einer Flasche, sondern in einem kleinen Tiegel daher, und werden mit den Fingerspitzen unter den Achseln einmassiert. Dank der extrem sparsamen Dosierung bieten Deo-Cremes eine beeindruckende Ergiebigkeit. Duschpulver sorgt ähnlich wie festes Shampoo für einen zarten cremigen Schaum und wird unter der Dusche auf die nasse Haut gegeben. Es wird bislang in Sachets angeboten, wobei Hersteller von Naturkosmetik auf nachwachsende pflanzliche Ressourcen setzen. Die Sachets sind also nach Gebrauch kompostierbar.

 

Innovative wasserfreie Kosmetik von Cosmacon

Die Begeisterung für wasserfreie Kosmetik ist aus Korea längst zu uns herübergeschwappt. In Anbetracht der vielen Vorteile dürfte es sich um weitaus mehr als nur einen vorübergehenden Trend handeln. Ein renommiertes Marktforschungs-Unternehmen ging vor einiger Zeit sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnete wasserfreie Kosmetik als einen jener Beauty-Trends, die in den kommenden Jahren maßgeblich die globalen Märkte beeinflussen dürften. Sie sind interessiert an anspruchsvollen trendigen Produkten? Cosmacon entwickelt für Sie gerne innovative Rezepturen für wasserfreie Kosmetik, die bei Ihrer Zielgruppe ankommen.