Spitzwegerich

Spitzwegerich,Plantago Lanceolata Leaf Extract

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) gehört zu den Wiesenkräutern, die auch bei uns fast jeder kennt. Er wird auch manchmal Schlangenzunge oder Spießkraut genannt, was an den lanzenähnlichen schmalen Blättern liegt, die im wahrsten Sinne des Wortes wie Unkraut aus dem Boden schießen. Dabei ist der Spitzwegerich keineswegs Unkraut, ganz im Gegenteil. Er trug sogar im Jahre 2014 den offiziellen Titel „Arzneipflanze des Jahres“. Warum das so ist und welche positiven Eigenschaften die Pflanze hat, klären wir im nächsten Abschnitt.

In kühl-gemäßigten Zonen fühlt sich der Spitzwegerich am wohlsten. Darum ist er auch nicht nur hierzulande beheimatet, sondern auch in vielen anderen europäischen Ländern sowie in Nord- und Mittelasien. Ganz typisch ist der auffallend walzenförmige Blütenstand, der zwischen Mai und September zu sehen ist. Die eigentlichen cremefarbenen Blüten sind eher klein und unscheinbar.

 

Der Spitzwegerich in der Naturmedizin

Schon seit Jahrhunderten spielt der Spitzwegerich in der Natur- und Pflanzenmedizin eine wichtige Rolle. Im Mittelalter wurden die Menschen auf die Pflanze aufmerksam, weil ihr Saft im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzensäften nicht schimmelte. Dass sie tatsächlich über viele positive Eigenschaften verfügt, steht heute zweifelsfrei fest, denn zur gesicherten Wirksamkeit liegen eindeutige klinische Studien vor. So ist mittlerweile beispielsweise bewiesen, dass Spitzwegerich bei innerlicher Anwendung gegen klassische Erkältungssymptome und Katarrhe der Luftwege helfen kann. Als Hustentee wird er häufig gegen Reizhusten und Bronchitis eingesetzt, denn die schleimlösenden, auswurffördernden, hustendämpfenden und reizmildernden Eigenschaften können sich bei vielen Patienten bewähren. Außerdem lindert die Heilpflanze entzündliche Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

Wer sich unterwegs in freier Natur eine kleine Verletzung zuzieht, beispielsweise beim Wandern oder Radfahren, kann das (zerkaute) Kraut auf die frische Wunde legen. Dank seiner antibiotischen und blutstillenden Wirkung trägt es nämlich zur Wundheilung bei. Auf diese Weise fungieren die Blätter als eine Art natürliches Pflaster.

Bei Insektenstichen lindert Spitzwegerich den Juckreiz und mildert die Schwellung.

Darüber hinaus gilt Spitzwegerichextrakt als ausgesprochen harntreibend. Somit eignet er sich hervorragend zum „Durchspülen“ bei einer Blasenentzündung.

 

Die Inhaltsstoffe von Spitzwegerich

Verantwortlich für die positiven Effekte der Pflanze sind in erster Linie die sekundären Pflanzenstoffe Iridoidglycoside, allen voran das antibiotisch wirkende, entzündungshemmende und reizmildernde Aucubin sowie das ähnlich aufgebaute Catalpol. Wie Forscher inzwischen durch Tests in Reagenzgläsern herausgefunden haben, können die komplexen Iridoidglykoside und Zucker aus dem Spitzwegerich die „Fressaktivität“ von weißen Blutzellen fördern beziehungsweise stimulieren.

Der ebenfalls hohe Anteil an Gerbstoffen wirkt adstringierend, außerdem umhüllen wertvolle Schleimstoffe (Rhamnoglacturononane, Glucomammane, Arabinoglactane) Hals und Rachen, was dazu führt, dass ein unangenehmes Kratzen und Brennen im Hals bei Erkältungen reduziert wird. Ebenfalls in Spitzwegerich enthalten: Kieselsäure, Kaffeesäure- und Zimtsäurederivate, Flavonoide und Saponine.

 

Spitzwegerich in der Kosmetik

Spitzwegerich ist mit seiner entzündungshemmenden Wirkung ideal bei Akne, unreiner Haut und Ekzemen. Integriert in einer Salbe, als sanftes Waschgel oder als Gesichtskompresse sorgt die Pflanze für einen besänftigenden und Juckreiz lindernden Effekt. Entzündliche Veränderungen werden gemildert, das Hautbild bessert sich. Da die Pflanze ausgesprochen gut verträglich ist, können entsprechende Präparate in der Regel problemlos von Menschen mit sensibler und empfindlicher Haut benutzt werden. Nach heutigem Forschungsstand besteht kein Sensibilisierungspotenzial. Ausnahme: Menschen, die unter einer Pollenallergie leiden, könnten unter Umständen auf Produkte mit der Heilpflanze reagieren.

Spitzwegerich kann zudem sehr gut für die Haarpflege eingesetzt werden, insbesondere fettiges Haar und eine zu Schuppen neigende Kopfhaut profitieren von den heilsamen Kräften der Pflanze. Shampoos mit Spitzwegerichextrakt, aber auch Haarspülungen und Haarkuren erweisen sich bei schnell fettenden Haaren und einer gereizten Kopfhaut als sehr wirksam.

Ein weiterer positiver Effekt: Die in der Pflanze enthaltene Kieselsäure kann zur Festigung des Bindegewebes beitragen.

 

Steckbrief Spitzwegerich Extrakt

INCI: Plantago Lanceolata Leaf Extract

CAS-Nummer: 85085-64-9

EC-Nummer:  285-388-1

Verwendete Pflanzenteile: Blätter

Wichtigste Inhaltsstoffe: Iridoidglycoside (Aucubin und Catalpol), Schleimstoffe, Gerbstoffe, Kieselsäure, Kaffeesäure- und Zimtsäurederivate, Flavonoide und Saponine

Eigenschaften: entzündungshemmend, zusammenziehend, wundheilend, blutstillend, antibiotisch, hemmt das Wachstum von Mikroorganismen, reizlindernd, harntreibend

 

Steckbrief Breitwegerich Extrakt

INCI: Plantago Major Leaf Extract

CAS-Nummer: 84929-43-1

EC-Nummer:  284-526-8

Wirkung und Inhaltsstoffe ähnlich wie bei Spitzwegerich

 

Wir arbeiten gerne mit diesen Extrakten:

HandelsnameINCIHerstellerBemerkung
Phytessence PlantagoAqua (and) Glycerin (and) Plantago Lanceolata Leaf ExtractCrodarom
SEBOCLEAR DBAqua (and) Alcohol Denat. (and) Sodium Salicylate (and) Plantago Lanceolata Leaf Extract (and) Mahonia Aquifolium Root ExtractRahn AG

 

Spitzwegerich für kosmetische Anwendungen und Rezepturen

Die krautige Heilpflanze, die schon seit Jahrhunderten eine hohe Bedeutung in der Volks- und Naturmedizin hat, spielt auch in der Kosmetik eine immer wichtigere Rolle. Sie ist eine hervorragende Wahl bei unreiner Haut, Akne, Ekzemen und sogar Neurodermitis, lindert Juckreiz und mildert entzündliche Veränderungen. Sogar bei fettigen Haaren und einer schuppigen oder gereizten Kopfhaut erweist sich Spitzwegerich in sehr vielen Fällen als äußerst hilfreich. Weitere Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise bei oberflächlichen Verletzungen (als natürliches Pflaster) oder Insektenstichen, zeigen deutlich, welch positiven Effekt die Pflanze hat. Wir von Cosmacon unterstützen Sie gerne dabei, den Extrakt der Heilpflanze in Ihre Rezepturen zu integrieren. Dabei gehen wir selbstverständlich individuell auf Ihre Anforderungen und Vorstellungen ein.