Deodorant / Antiperspirant

Deodorant

Die Verwendung eines Deodorant bzw. Antiperspirant gehört inzwischen für den Großteil der Menschen zur selbstverständlichen Körperhygiene. Hierbei soll das Deo den unangenehmen Schweißgeruch mindern und das Antiperspirant tatsächlich das Schwitzen verhindern. Mittlerweile gibt es die verschiedensten Applikationsformen und Schutzzeiten (bis zu 96 Stunden) auf dem Markt.

Warum schwitzen wir?

Schwitzen ist eine völlig normale, ja sogar lebensnotwendige Körperfunktion. Denn über diesen Mechanismus reguliert der Körper seine Temperatur und versucht sie bei ca. 37°C zu halten. Es verhindert so eine Überhitzung.

Etwa 3 Millionen Schweißdrüsen zählt die menschlichen Haut. Sie reichen bis in die Tiefe der Lederhaut und die Unterhaut mit Fettgewebe (Subkutis). Von dort verlaufen sie sich spiralförmig durch die Oberhaut (Epidermis) und münden an der Hautoberfläche.

Die ekkrinen Schweißdrüsen befinden sich im gesamten Körper und produzieren den wässrigen Schweiß. Besonders viele der knäulartigen Drüsen finden sich auf Handtellern, Fußsohlen, in den Achselhöhlen und auf der Stirn. Ebenso in der Leistengegend, den Kniekehlen und der Ellenbeuge sind mit 350 bis 700 Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter deutlich häufiger vorzufinden vorhanden als in den anderen Körperregionen. Dort finden sich ca. 50 Drüsen pro Quadratzentimeter. Es gibt auch einen Unterschied zwischen den Geschlechtern: Frauen haben insgesamt weniger Schweißdrüsen als Männer und weisen bei gleicher Belastung eine geringere Schweißproduktionsrate auf. Die wässrige Salzlösung „Schweiß“ enthält überwiegend Natriumchlorid und durch die Verdunstung kühlt der Körper ab und reguliert so seine Temperatur (Thermoregulation). Das Natriumchlorid läßt unseren Schweiß auch salzig schmecken. Allerdings können auch Gefühlsregungen die Schweißproduktion anregen („emotionales Schwitzen“, z.B. feuchte Hände vor der Prüfung).

Warum riechen wir unangenehm nach dem Schwitzen?

Die größeren apokrinen Schweißdrüsen prägen unseren individuellen Körpergeruch. Sie kommen in den Achselhöhlen, um die Brustwarzen herum (Warzenhof), um den Nabel, in der Genitalregion und im Gehörgang vor. Durch psychische Reize angeregt, sondern die apokrinen Drüsen ein fetthaltiges, trübes Sekret in die trichterförmigen Öffnungen der Haarfollikel ab. Die apokrinen Drüsen gehören zum so genannten Follikelapparat des Haares und die Bezeichnung „Schweißdrüse“ ist eher irreführend. Gesteuert wird die Ausscheidung durch körpereigene Hormone und beginnt erst mit der Pubertät und begleitet uns bis ins hohe Alter, dann allerdings wieder stark vermindert. Das „frische“ Drüsensekret ist geruchlos. Erst seine Zersetzung durch Bakterien auf der Oberfläche der Haut lässt den individuellen „apokrinen Schweißgeruch“ entstehen. Diesen Geruch möchte praktisch jeder mit einem Deodorant vermindern.

 

In der nachstehenden Tabelle sehen Sie die verantwortlichen Mikroorganismen und die erzeugten Geruchstoffe im Schweiß:

MikroorganismusGramerzeugte Geruchsstoffe
Bacillus subtilis+Isobutansäure, Isovaleriansäure, 2-Methylbutansäure
Corynebacterium xerosis+5 α-Androst-2-en-17-one
Corynebacterium bovis+3-Methyl-2-hexensäure, 3-Methyl-3-hydroxyhexansäure
Corynebacterium jeikeium+3-Methyl-2-hexensäure, 3-Methyl-3-hydroxyhexansäure, 3-Methyl-3-sulfanylhexan-1-ol
Corynebacterium streatum+5 α-Androst-2-en-17-one, 3-Methyl-2-hexensäure, 3-Methyl-3-hydroxyhexansäure, 3-Methyl-3-sulfanylhexan-1-ol
Propionibacterium acnes+Propionsäure, Essigsäure
Staphylococcus epidermis+Isovaleriansäure, 5α-Androst-2-en-17-one
Staphylococcus haemolyticus+3-Methyl-3-sulfanylhexan-1-ol

 

Welchen Wirkmechanismus Sie auch immer favorisieren, ob durch Aluminiumchlorhydrat, Aluminium-frei, Zirkoniumsalze, Enzymhemmer, Bakterizid wirkenden Stoffe, wir formulieren ein effektives Produkt für Sie.

Ob es ein Deodorant-Stift, Deo-Roll-On, transparente Mikroemulsion, Aerosol-Spray, Deodorant-Tuch oder Zerstäuber sein soll – Sprechen Sie uns gerne an.

 

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Quellen:

  • Geruchsbildung auf Textilien und der Einfluss des Waschprozesses; Caroline Amberg, Daniel Fäh; Jahrbuch für den Praktiker 2015; SOFW-Verlag
  • Body malodours and their topical Treatment agents; M. Kanlayavattanakul, N. Lourith; Int. Journal of Cosmetic Science 2011, 33, S. 298-311
  • Antiperspirants and Deodorants, Eric S. Abrutyn; Cosmetic Dermatology: Products and Procedures 2016, Section 3 Chapter 18