Tomaten

Die Tomatenpflanze enthält Lycopin und zählt zur Familie der Nachtschattengewächse und ist inzwischen in vielen Ländern der Erde heimisch. Ursprünglich stammt sie aus Südamerika, mit Kolumbus gelang sie im Jahre 1498 aber auch nach Europa. Führend in der Weltproduktion sind unter anderem Italien, Spanien, die Türkei, die Volksrepublik China und Brasilien. Die leckeren Tomaten, die streng genommen Beeren sind, werden bei uns im Sommer geerntet, sind aber grundsätzlich ganzjährig erhältlich. Da fast alle Tomatensorten über mehrere Wochen reife Früchte produzieren, ist die Erntezeit pro Pflanze relativ lang. Eigentlich handelt es sich hier übrigens um mehrjährige Pflanzen, sie werden aber generell einjährig kultiviert. Tomaten sind außerordentlich gesund und können unter anderem vor koronaren Herzerkrankungen und Arteriosklerose schützen. Außerdem helfen sie dabei, die sogenannten „freien Radikale“ zu bekämpfen. Tomaten sind reich an Lycopin, einem sekundären Pflanzenstoff, der zur Klasse der Carotinoide zählt. Lycopin ist für die satte Farbe der Tomaten verantwortlich und wurde erstmals im Jahre 1873 isoliert. Heute ist bekannt, dass Lycopin sehr viele positive und gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzt.

 

Hagebutten

Ähnlich wie Tomaten enthalten auch Hagebutten einen großen Anteil Lycopin. Die Früchte der Hundsrose reifen meist im Oktober und haben generell ein sehr vitaminreiches Fruchtfleisch. Die Hundsrose ist ein sommergrüner, aufrechter, lockerer Strauch, der etwas zwei bis drei Meter hoch werden kann. Er kommt fast in ganz Europa, jedoch nicht in den nördlichen Gebieten vor. Wie Tomaten haben auch Hagebutten im reifen Zustand eine sehr intensive rote Farbe. Und es gibt noch eine Gemeinsamkeit: Der hohe Gehalt an Lycopin trägt unter anderem dazu bei, dass auch Hagebutten als gesundheitsfördernd gelten. Ob als Tee bei Blasen- und Nierenleiden und bei Erkältungskrankheiten, als Öl für die Hautpflege oder als Pulver im Kampf gegen Arthrose-Erkrankungen: Die Hagebutte bietet einen schier unbegrenzten Reichtum aus der Natur.

 

 

Was ist Lycopin?

Lycopin gehört zu den Antioxidantien und gilt als effektiver Radikalfänger. Der Stoff ist in der Europäischen Union als Lebensmittelfarbstoff E 160d zugelassen und wird häufig zur Färbung von herzhaften Produkten, Soßen und Suppen eingesetzt. Lycopin ist in der Lage, die menschlichen Zellmembranen schützen und kann laut einer englischen Studie sogar einen Sonnenbrand verhindern. Der Stoff hilft dabei, die UV-Strahlung abzuwehren und den körpereigenen Hautalterungsprozess zu verlangsamen. Kontrovers diskutiert wird aktuell noch, ob die vorbeugende Einnahme von Lycopin das Risiko eines Prostata-Karzinoms verringern kann. Ebenfalls stark diskutiert wird der Einsatz von Lycopin zur Verhinderung beziehungsweise Vorbeugung einer Demenz. Wie eine finnische Studie gezeigt hat, reduziert der tägliche regelmäßige Verzehr von Tomaten sogar das schlechte Cholesterin LDL, was dazu führt, dass das Risiko für Schlaganfälle oder Herzinfarkte sinkt. Experten empfehlen eine maximale tägliche Aufnahmemenge von 6,0 Milligramm Lycopin.

 

Tomatenprodukte besser als die rohe Frucht

Vom Organismus wird Lycopin sehr schnell und gut aufgenommen. Legen wir die europäischen Ernährungsgewohnheiten zugrunde, wird die Aufnahme von Lycopin zu 90 Prozent durch Tomaten und Produkte, die Tomaten enthalten, gedeckt. Strukturell hat Lycopin Ähnlichkeit mit Beta-Carotin, allerdings fehlt die Vitamin-A-Aktivität. Lycopin entfaltet sich bei höheren Temperaturen besonders gut: Wer also Tomaten in Form von Saft oder Mark zu sich nimmt, erreicht eine bessere Wirkung als mit rohen Tomaten. Der Grund: Durch das Erhitzen der Tomaten brechen die Zellhüllen auf, so dass das Lycopin besser freigesetzt wird.

Menschen, die unter Nierensteinen leiden und darüber hinaus wenig trinken, sollten bei der Aufnahme von Lycopin aus Tomaten jedoch vorsichtig sein, da die Früchte steinbildende Oxalsäure enthalten.

 

Lycopin in der Kosmetik

Lycopin, der rote Farbstoff in Tomaten und Hagebutten, wird inzwischen bereits als Nahrungsergänzung zur Unterstützung der Gewebedichte von reifer Haut angeboten. Aber auch in hochwertigen Pflegecremes ist Lycopin mittlerweile gar nicht selten vertreten. Meist wird der Stoff als zusätzlicher Schutz vor UV-A und UV-B Strahlen eingesetzt, er ist somit in der Lage, Falten und Pigmentflecken vorzubeugen.

 

Steckbrief Lycopin

CAS-Nummer: 502-65-8

Alternative Bezeichnungen: ?-Carotin, E 160d, Leukopin

Farbe: rot

Aussehen: dunkelrote Nadeln

Löslichkeit: in pflanzlichen Ölen mäßig löslich, in Ethanol schwer löslich, in Wasser unlöslich

 

Fazit: Lycopin aus Tomaten und Hagebutten ist ein echtes Multitalent

Lycopin ist nicht nur in der Lage, Krankheiten vorzubeugen, sondern trägt auch wesentlich zum Schutz unserer Haut bei. Der besonders reichhaltig in Tomaten und Hagebutten enthaltene Stoff wehrt die gefährlichen UV-Strahlen ab und gilt somit als echter Radikalfänger. Lycopin spielt daher nicht nur in der Nahrungsaufnahme eine große Rolle, sondern auch in der Kosmetik. Es ist zu erwarten, dass in Zukunft noch zahlreiche weitere Präparate mit Lycopin angereichert werden.

 

Wir arbeiten gerne mit diesen lycopinhaltigen Rohstoffen:

HandelsnameINCIHerstellerBemerkung
Lyco-SolPrunus Armeniaca (Apricot) Kernel Oil (and) Solanum Lycopersicum (Tomato) Fruit/Leaf/Stem ExtractGattefossé
Virgin Tomato OilSolanum Lycopersicum (Tomato) Seed OilSophim
TomatoSolanum Lycopersicum (Tomato) Fruit ExtractSouthern Cross Botanicals/Lucas Meyer

 

 

Quellen:

  • Lars Müller et al., Antioxidant Capacity of Tomato Seed Oil in Solution and its Redox Properties in Cultured Macrophages, J. Agric. Food Chem. 2013, 61, 346-354
  • Anreassi et al., Antioxidant activity of topically applied Iycopene, JEADV (2004) 18,52-55