Caroline, Glycation, Anti-Verzuckerung

Carnosin ist ein Dipeptid, also eine chemische Verbindung, die sich aus zwei Aminosäuren zusammensetzt. In diesem Fall handelt es sich um die beiden Aminosäuren L-Histidin und Beta-Alanin. Beim Menschen kommt Carnosin hauptsächlich im Muskel- und Gehirngewebe, aber auch in Nieren und Leber vor. Der russische Biochemiker Wladimir Sergejewitsch Gulewitsch (1867 bis 1933) hat das Dipeptid gemeinsam mit seinem Studenten Amiradzibi im Jahre 1900 erstmals isolieren können. Sieben Jahre später fand der Wissenschaftler auch die richtige Strukturformel.

 

Carnosin in der Medizin

Die Substanz wird inzwischen für medizinische beziehungsweise therapeutische Zwecke eingesetzt. So ergab eine klinische Studie beispielsweise, dass entsprechende Nahrungsergänzungsmittel einen positiven Effekt auf Menschen mit Autismus haben, da die Substanz Gehirnareale, die für die Sprache, die Bewegung, das Hören und die Sozialisation zuständig sind, beeinflusst. Wissenschaftler sind mittlerweile überzeugt, dass sie das Gehirn auch vor oxidativen Schäden schützt. Allerdings muss bei der Einnahme sorgfältig auf die Dosierung geachtet werden, da Carnosin den Kortikosteronspiegel ansteigen lässt. Werden zu hohe Dosen verabreicht, kommt es häufig zu Hyperaktivität. Dies gilt jedoch in erster Linie für die orale Einnahme. Darüber hinaus soll das Dipeptid Nervengewebe vor Demenz schützen können. Es ist nämlich in der Lage, durch Beta-Amyloid verursachte Zellschäden entweder zu reduzieren oder gar zu verhindern. Beta-Amyloid gilt als Hauptrisikofaktor für Alzheimer und kann durch Carnosin blockiert werden, so dass es dann inaktiv ist. Dieser Aspekt deutet schon an, warum die Substanz auch in der Kosmetik überaus effektiv ist. Sie gilt nämlich auch hier als absoluter Super-Antioxidant und besitzt vielfältige Anti-Aging-Fähigkeiten.

 

Carnosin in der Kosmetik: die Anti-Aging-Wunderwaffe

Zwar kommt das Dipeptid auf natürliche Weise in unserem Körper vor, mit fortschreitendem Alter sinkt die Konzentration jedoch stark ab. Hochwertige Kosmetikprodukte gleichen diesen Mangel aus.

Australische Studien konnten nachweisen, dass die Verbindung Zellen, die bereits vor der Vergreisung stehen, verjüngen kann. Die Forscher transferierten vergreiste Zellen in eine Carnosin-haltige Kultur und stellten verblüfft fest, dass die Zellen ein verjüngtes Aussehen annahmen und ihre Fähigkeit zur Zellteilung in vielen Fällen zunahm. Dies bedeutet, dass Carnosin in vergreisten Zellen die Zeichen des Alterns umkehren kann. Außerdem konnte die Carnosin-Kultur die Anzahl der Teilungszyklen einer Zelle erhöhen. Als Forscher alte Zellen mit bisher schon 55 Teilungszyklen in die Kultur transferierten, überlebten sie teilweise 70 Teilungen, während nicht transferierte Zellen lediglich auf maximal 61 Teilungen kamen. Zudem konnten Carnosin-Zellen eine Lebensdauer von mehr als 410 Tagen erreichen, in der Kontrollgruppe lag sie lediglich bei maximal 139 Tagen.

Darüber hinaus fungiert das Dipeptid als eine Art Selbst-Regulierer, denn es kann außer Kontrolle geratene, körpereigene Prozesse wieder ins Gleichgewicht bringen und normalisieren.

 

Carnosin: Verbesserung der Hautelastizität, Verminderung der Zellverzuckerung

Kommt Carnosin in kosmetischen Produkten zum Einsatz, weist es unterschiedliche, aber immer ausgesprochen hohe Wirkungen auf. Neben der Steigerung der Lebensdauer von Zellen der Haare, Haut und Nägel ist vor allem die Verbesserung der hauteigenen Elastizität erwähnenswert, das heißt, der Feuchtigkeitsgehalt in der Haut steigt an. Sie bleibt dadurch länger fest, prall und somit auch jugendlicher. Indem das Dipeptid oxidativen Stress reduziert, schützt es die Zellstrukturen und das Gewebe nachhaltig vor Schädigungen. Interessanterweise kann es auch bestimmte Metallionen binden, die sonst verschiedene wichtige Stoffwechselprozesse hemmen würden. Außerdem wirken Carnosin-haltige Kosmetikpräparate der Verzuckerung von Kollagenfasern entgegen. Die Verzuckerung, auch Glycation genannt, trägt erheblich zur Hautalterung bei und kann durch Carnosin ausgebremst werden.

 

Als extrem kleines Molekül ist die Substanz zudem gut in der Lage, die Hautbarriere zu überwinden. Bei Bedarf kann sie aber auch mit Wirkstoffen formuliert werden, die als penetrationsfördernd gelten. Die zellverjüngenden, antioxidativen und pflegenden Eigenschaften werden schon in relativ geringen Konzentrationen erreicht (0,1 bis 1,0 Prozent). Die Kombination mit Pflegestoffen wie Glycerin, Vitamin E und Panthenol bietet sich besonders an, da sie den Effekt des Wirkstoffs verstärken würde.

Grundsätzlich richtet sich Carnosin an jeden Hauttyp, es bietet sich also auch für gereizte und empfindliche Hautzustände an. Allerdings eignet es sich im besonderen Maße für anspruchsvolle Anti-Aging-Kosmetik, da es hier seine Vorteile optimal ausspielen kann. Als körpereigener Stoff ist das Dipeptid sehr gut verträglich, Irritationen oder Sensibilisierungen sind bislang nicht bekannt.

 

Steckbrief Carnosin

INCI: Carnosine

CAS-Nummer: 305-84-0

Beschreibung: farblose Kristalle

Schmelzpunkt: 260 Grad Celsius

Summenformel: C9H14N4O3

Wirkung: schützt vor oxidativen Schäden, kann Trockenheitszustände reduzieren und die Hautfeuchtigkeit verbessern, hemmt die Verzuckerung von zellulären Strukturen, glättet die Haut, fördert das Wachstum von Hautzellen

Einsatzmöglichkeiten: insbesondere für Pflegeprodukte für reife Haut geeignet, hervorragender Anti-Aging-Wirkstoff

 

Anspruchsvolle Kosmetik mit Carnosin

Das körpereigene Dipeptid, das sich aus den Aminosäuren Beta-Alanin und L-Histidin zusammensetzt, besitzt als Super-Antioxidant einen beeindruckenden Anti-Aging-Effekt und steigert die Zell-Lebensdauer von Haut, Haaren und Nägeln. Gleichzeitig trägt es erheblich zur Elastizitäts- und Festigkeitssteigerung bei und hemmt die schädliche Verzuckerung von Fasern. Sie haben Interesse an hochwertiger Kosmetika mit Carnosin? Wir sind Ihnen gerne bei der Umsetzung behilflich.